König Haakon kauft ohne Chauffeur und Leibwächter bei Kiwi ein
Bild: KI-generiert
Norwegens Monarchie

König Haakon kauft ohne Chauffeur und Leibwächter bei Kiwi ein

Norwegens König Haakon VIII. (53) kauft samstags im Discounter – ohne Chauffeur, ohne Leibwächter. Die einen feiern ihn als Volkskönig, ein überzeugter Monarchist sieht die Würde des Amtes verletzt. Und ein Fotograf hat den Moment festgehalten.

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König Haakon Magnus (53) ist am Samstagvormittag, 26. September 2026, in einer Filiale der norwegischen Discountkette Kiwi in Rødberg beim Einkauf gesehen worden. Der neue Monarch stand im Obst- und Gemüseregal, trug einen schwarzen Pullover und eine schwarze Hose – ohne Chauffeur, ohne Gefolge und ohne sichtbaren Personenschutz.

Der Abstecher in den 500-Einwohner-Ort in der Kommune Nore og Uvdal, rund 180 Kilometer nordwestlich von Oslo, begeistert und empört zugleich. Königshaus-Experten feiern die Volksnähe des neuen Monarchen, ein überzeugter Monarchist sieht die Würde des Amtes verletzt – und ein Zeitungsfotograf hat den Moment festgehalten.

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König Haakon von Norwegen wurde am Samstagmorgen beim Einkaufen in einem Supermarkt gesichtet. 📸: Volodymyr Buha https://t.co/9uf3ZwHBsN

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Ein Fotograf macht den Fund

Entdeckt wurde Haakon eher zufällig. Volodymyr Buha, Fotograf der Regionalzeitung „Laagendalsposten“, war für eine Reportage über den Herbstmarkt unterwegs und machte auf dem Heimweg kurz Station im Kiwi-Laden. „Dort erwartete mich eine kleine Überraschung: Seine Majestät stand dort und suchte sich ein paar Früchte aus“, schilderte er seine Begegnung mit dem König beim Obstregal.

Der König blieb laut Buha nicht lange im Geschäft, sorgte aber „dennoch für einiges Aufsehen“ – vor allem unter jüngeren Kunden. Mehrere Jugendliche kamen auf ihn zu, sichtlich überrascht, dem neuen König im Alltag zu begegnen; Haakon lächelte, schüttelte Hände und ließ sich mit ihnen fotografieren. Als Buha ihm sein Beileid zum Tod von König Harald und Prinzessin Astrid aussprach, wirkte der König „sichtlich gerührt“.

Warum der König nach Rødberg kam

Den Grund nannte der König selbst: Er verbringe die Herbstferien auf der privaten Berghütte der Königsfamilie im nahen Uvdal. Haakon und Königin Mette-Marit (53) hatten das Grundstück im Gebiet Fjellsnaret schon 2007 erworben. Die Massivholzhütte steht auf knapp 1100 Metern Höhe und wurde zum Jahreswechsel 2008/2009 fertiggestellt; die Familie nutzt sie zu Ostern zum Skifahren und im Herbst zum Wandern.

Volksnähe gegen royale Distanz

Für Königshaus-Expertin Tove Taalesen ist der Einkauf an sich nichts Ungewöhnliches: Die Familie kaufe auf dem Weg zur Hütte üblicherweise dort ein. In anderen Ländern hätten Sicherheitskräfte Menschen daran gehindert, so nah an den Monarchen heranzukommen – in Norwegen stehe der Auftritt für Volksnähe, Zugänglichkeit und Sicherheit.

„Was neu ist: dass er dort als König ist. Es ist ja das erste Mal.“
Tove Taalesen, Königshaus-Expertin

Caroline Vagle vom Magazin Se og Hør lobt: „Ich finde es klasse zu sehen, dass wir einen König haben, der sich nicht zu fein ist, seine Einkäufe selbst bei Kiwi zu erledigen.“ Sie glaube nicht, dass man viele andere Könige beim selben Gang sehen würde. Der Auftritt ging um die Welt: „Bild“ in Deutschland, „Point de Vue“ in Frankreich und „BT“ in Dänemark griffen ihn auf.

Kritik am Foto des Monarchen

Kritik kam aus zwei Richtungen. In Norwegen wurde problematisiert, dass der König im Laden fotografiert und die Aufnahme verkauft werden sollte – er wurde in einer privaten Situation nicht in Ruhe gelassen. Taalesen sagte, es sei schön, dass die Leute es schätzten, ihn zu sehen; „hoffen wir also, dass die Aufmerksamkeit mit der Zeit nachlässt“. Sie erwartet, dass sich die Aufregung legt, wie bei anderen Auftritten der Königsfamilie.

Ein von blick.ch zitierter überzeugter Monarchist sieht das Amt beschädigt: Er wolle den König nicht im Lebensmittelgeschäft treffen, dafür habe er einen Hofstaat; „er muss lernen, seine erhabene Stellung zu wahren“. In den Kommentaren, die Haakon als Volkskönig feiern, klingt es anders: Dort heißt es, es sei fantastisch, dass er weiter normal lebe – „ein Volkskönig, genau wie sein Vater, Großvater und Urgroßvater“.

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Doppeltrauer und der nächste Auftritt

Der Einkauf fällt in die schwerste Phase der Königsfamilie seit Jahrzehnten. König Harald V. starb am 28. August 2026 mit 89 Jahren, worauf Haakon den Thron übernahm. Rund zwei Wochen später starb Haralds Schwester, Prinzessin Astrid. Bis zum 9. Oktober gilt Hoftrauer – daher die durchgehend schwarze Kleidung. Am 2. Oktober tritt Haakon wieder in offizieller Funktion auf: Er leitet eine Staatsratssitzung im Königlichen Palast und eröffnet feierlich das 171. Storting.

Von Haralds Tod bis zum Einkauf bei Kiwi

  1. 28. August 2026
    König Harald V. stirbt mit 89 Jahren

    Haakon wird König Haakon VIII., Mette-Marit Königin, Ingrid Alexandra Kronprinzessin.

  2. 9. September 2026
    Staatsbegräbnis für Harald V. in Oslo
  3. 23. September 2026
    Beisetzung von Prinzessin Astrid in der Ris-Kirche

    Haakon trägt den Sarg seiner Tante.

  4. 26. September 2026
    Der König wird beim Einkauf in Rødberg gesehen

    Fotograf Volodymyr Buha hält den Moment im Obstregal fest.

  5. 2. Oktober 2026
    Erste große Amtshandlung nach der Trauerphase

    Staatsratssitzung im Palast und Eröffnung des 171. Storting.

  6. 9. Oktober 2026
    Ende der Hoftrauer

    Bis dahin trägt der Hof Trauerbinden.