600 Kilometer von Death Valley nach Los Angeles in 123 Stunden, zeitweise von Millionen im Livestream verfolgt – und jetzt ein Laufsteg in Paris. Arda Saatçi (29) ist am Montagabend zum ersten Mal als Model auf einer Bühne gestanden: bei der L'Oréal-Show „Le Défilé“, ohne Catwalk-Training, ohne Verstellung, mit Bart.
Die Schau lief unter dem Motto „Express Your Worth“ auf dem Place Joffre, zum Auftakt der Paris Fashion Week, im Hintergrund der beleuchtete Eiffelturm. Wie der Focus-Bericht über sein Laufsteg-Debüt festhält, lief Saatçi neben Heidi Klum (53), Kendall Jenner (30) und weiteren internationalen Stars – ein Bruch mit dem eigenen Tempo.
Freestyle statt Catwalk-Training
Die Anfrage kam überraschend, seine erste Reaktion war ein einziges Wort: „Süper!“. Zugesagt hat Saatçi dennoch nicht sofort. „Ich lasse große Entscheidungen immer erst eine Nacht reifen“, erzählte er – erst am nächsten Morgen sei für ihn klar gewesen, dass er mitmacht. Ein professionelles Catwalk-Training lehnte er danach bewusst ab.
„Ich gehe komplett Freestyle rein. Ich will einfach ich selbst sein.“
Nervös machte ihn die Premiere trotzdem: „Für mich ist das komplett neues Territorium, aber genau das reizt mich“, sagte er. Druck durch die prominenten Mitläuferinnen verspürte er nicht: „Ich fokussiere mich wie beim Sport auf mich selbst.“ Von Heidi Klum hätte er dennoch gern einen Tipp gehabt – er wollte wissen, was in ihrem Kopf vorgeht, während sie läuft.
Der Bart bleibt dran
Bei seinem Aussehen machte Saatçi der Beauty-Branche keine Zugeständnisse: Seinen markanten Bart würde er weder für einen Laufsteg-Auftritt noch für ein großes Fotoshooting abrasieren. Die Zusage für Paris habe daran nichts geändert, stellte er klar – und sagte, woran er nicht rührt.
„Nein, auf gar keinen Fall! Der Bart gehört zu mir.“
Dass er sich nicht für andere verbiegen lässt, passt zur Botschaft der Schau, die Selbstwert und Selbstbestimmung in den Mittelpunkt stellt. Den Mut für seine extremen Projekte führt Saatçi vor allem auf seinen Glauben zurück: „Der gibt mir Halt, egal ob bei Kilometer 5 oder bei Kilometer 500.“ Den Druck, stets stark wirken zu müssen, hält er auf Abstand: „Stärke heißt für mich nicht, perfekt zu wirken, sondern ehrlich zu sich zu sein.“
Vom Death Valley auf den Laufsteg
Saatçi, 1997 in Berlin geboren, ist deutsch-türkischer Extremsportler und Content Creator mit rund 1,4 Millionen Followern auf Instagram. Ursprünglich wollte er Profifußballer werden, studierte später BWL und gründete eine eigene Sportbekleidungsmarke. Bekannt wurde er mit extremen Laufprojekten: Er überquerte die Alpen im Laufschritt, joggte von Berlin nach New York und trat beim härtesten Hyrox-Wettkampf der Welt an.
Seit April 2026 gehört Saatçi zum Red-Bull-Athletenteam, sein Spitzname lautet „Cyborg“. Vor Paris hatte er sich in der Sportwelt einen Namen als Grenzgänger gemacht, der Strecken läuft, die andere für unmöglich halten. Auf dem Catwalk musste er nun das Gegenteil seiner Sportart zeigen: langsam gehen, Haltung halten, stehen bleiben.
Arda Saatçis Weg auf den Laufsteg
- 1997Geburt in Berlin
Saatçi wird in Berlin geboren. Ursprünglich will er Profifußballer werden, später studiert er BWL und gründet eine Sportbekleidungsmarke.
- April 2026Aufnahme ins Red-Bull-Team
Saatçi wird offiziell Teil des Red-Bull-Athletenteams, sein Spitzname lautet „Cyborg“.
- Mai 2026600 Kilometer in 123 Stunden
Von Death Valley bis nach Los Angeles, zeitweise von Millionen Menschen im Livestream verfolgt.
- 27. September 2026Erste Berichte über das Model-Debüt
Medien melden, dass Saatçi bei der Paris Fashion Week erstmals über einen Laufsteg gehen soll.
- 28. September 2026Laufsteg-Debüt auf dem Place Joffre
Bei „Le Défilé – Express Your Worth“ läuft Saatçi neben Kendall Jenner und Heidi Klum; Céline Dion beendet die Show.
Überraschungsgast und offenes Ende
Das Feld war prominent besetzt: Kendall Jenner eröffnete den Laufsteg in einem halbtransparenten schwarzen Kleid mit hohem Beinschlitz. Neben ihr liefen Cara Delevingne, Eva Longoria, Viola Davis, Jane Fonda, Andie MacDowell, Simone Ashley und Kristen Bell, die als neue L'Oréal-Botschafterin ebenfalls ihr Laufsteg-Debüt gab. Dazu kamen unter anderem Anitta, Philippine Leroy-Beaulieu, die US-Skifahrerin Lindsey Vonn und die italienische Paralympionikin Beatrice Vio.
Für die Überraschung des Abends sorgte Céline Dion. Nach dem Ende des Defilees betrat sie die Bühne; ihr Überraschungsauftritt zum Finale der L'Oréal-Schau – sie sang „I'm Alive“, während die Stars um sie herum tanzten – beendete den Abend. Dion, die 2022 ihre Erkrankung am Stiff-Person-Syndrom öffentlich gemacht hatte, absolviert derzeit eine mehrwöchige Konzert-Residenz in Paris. Ob nach Paris weitere Model-Auftritte folgen, ließ Saatçi offen: „Lasst mich erst mal ankommen“, sagte er.
