Netflix verlängert „The Beast in Me“ – Kritik am Emmy-Schlupfloch
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Netflix verlängert „The Beast in Me“ – Kritik am Emmy-Schlupfloch

Die als Miniserie abgeschlossene Netflix-Serie „The Beast in Me“ bekommt eine zweite Staffel – mit Claire Danes, aber ohne Hauptdarsteller Matthew Rhys. Branchenmedien werfen Netflix vor, damit ein Emmy-Schlupfloch auszunutzen, und fordern die Rückgabe von Rhys' Emmy.

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Netflix holt eine Serie zurück, die als abgeschlossene Geschichte geplant war: Am 24. September 2026 bestätigte der Streamingdienst eine zweite Staffel von „The Beast in Me“. Staffel 1 hatte acht Folgen und endete mit dem Tod des Antagonisten: Matthew Rhys' Figur Nile Jarvis stirbt im Gefängnis.

Claire Danes (47) kehrt als Autorin Aggie Wiggs zurück und ist erneut als ausführende Produzentin an Bord. Ursprünglich war die Serie ausdrücklich als Miniserie konzipiert. Genau diesen Bruch müssen die Verantwortlichen jetzt erklären.

Showrunner Howard Gordon hielt eine Fortsetzung nie für ausgeschlossen. Es sei „durchaus möglich“, hatte er vor der Bekanntgabe gesagt, schließlich sei am Ende von Staffel 1 noch jemand übrig. Jetzt liefert er die Begründung nach:

„Wir haben uns immer gesagt, dass wir nur dann eine zweite Staffel von „The Beast in Me“ machen würden, wenn wir eine Geschichte finden, die der ersten würdig ist – und ich freue mich sehr, sagen zu können, dass wir sie gefunden haben.“
Howard Gordon, Showrunner von „The Beast in Me“

Zwei Emmys und eine historische Nacht

Am 14. September 2026 gewann die Serie bei den 78. Primetime Emmy Awards zwei Preise. Matthew Rhys wurde als bester Hauptdarsteller in einer Miniserie oder Anthologieserie ausgezeichnet, Sean Callery und Sara Barone für die Musik-Komposition. Claire Danes war als beste Hauptdarstellerin nominiert.

Rhys schrieb in derselben Nacht Emmy-Geschichte: Für „Widow’s Bay“ nahm er auch den Preis als bester Comedy-Hauptdarsteller entgegen – als erster Performer mit Siegen in allen drei Hauptdarsteller-Kategorien. Netflix-Chefin Jinny Howe nannte den Erfolg ausdrücklich als Grund für die Fortsetzung: Die Serie habe „ein globales Publikum gefesselt“ und Rhys einen „historischen Emmy-Sieg“ beschert.

Die Quote stützt den Schritt: Staffel 1 debütierte am 14. November 2025 auf Platz 1 der globalen Netflix-Top-10, erreichte in 88 Ländern die Top Ten und kam in sieben Wochen auf 43 Millionen Aufrufe.

Der Vorwurf: Emmy-Schlupfloch

Mit der zweiten Staffel wechselt „The Beast in Me“ bei Preisverleihungen von der Miniserien- in die Drama-Sparte. Branchenmedien sehen darin Kalkül. Am 25. September 2026 erschien bei Vulture ein Kommentar, der Netflix Category Fraud vorwirft – und die Rückgabe von Rhys' Miniserien-Emmy fordert.

Vier Tage später legte Collider nach: Der Streamingdienst nutze ein Schlupfloch im Emmy-Regelwerk, weil eine als Miniserie eingereichte und ausgezeichnete Produktion anschließend zur Drama-Serie werden darf. Collider fordert eine Regeländerung für Limited-Series-Einreichungen.

Von der Miniserie zur zweiten Staffel

  1. 14. November 2025
    Staffel 1 startet auf Netflix

    Die acht Folgen von „The Beast in Me“ erscheinen weltweit beim Streamingdienst.

  2. 14. September 2026
    Zwei Emmys für die Miniserie

    Matthew Rhys gewinnt als Hauptdarsteller, Sean Callery und Sara Barone für die Musik. Rhys holt am selben Abend auch den Comedy-Preis.

  3. 24. September 2026
    Netflix bestellt Staffel 2

    Claire Danes kehrt zurück, Howard Gordon und Daniel Pearle werden Co-Showrunner.

  4. 25. September 2026
    Vulture fordert den Emmy zurück

    Das Magazin wirft Netflix Category Fraud vor und verlangt die Rückgabe von Rhys' Miniserien-Emmy.

  5. 29. September 2026
    Collider fordert neue Regeln

    Das Portal analysiert das Emmy-Schlupfloch und verlangt eine Reform der Limited-Series-Einreichungen.

Wer zurückkommt – und wer nicht

Zum Produzententeam von Staffel 2 gehören erneut Claire Danes, Serienerfinder Gabe Rotter, Antonio Campos, Caroline Baron, Amy Lippman, David Kissinger, Jeff Ross, Conan O’Brien und Jodie Foster. Howard Gordon und Daniel Pearle verantworten die Staffel gemeinsam als Co-Showrunner.

Nicht zurück: Matthew Rhys. Seine Figur starb, und laut Deadline und Gold Derby kehrt er nicht als Hauptdarsteller zurück – allenfalls in Rückblenden. Neue Hauptrollen neben Danes werden bereits gesucht, wie aus Deadlines Meldung zum Casting-Stand von Staffel 2 hervorgeht.

Die Verlängerung geht mit einem Vertrag einher: Gordon hat einen Exklusiv-Entwicklungsvertrag (Overall Deal) mit Netflix über seine Firma Teakwood Lane Productions unterschrieben. Der Showrunner bleibt dem Streamingdienst damit auch für andere Projekte verbunden.

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Start 2027, Handlung offen

Wann Staffel 2 läuft, wie die Geschichte weitergeht und mit welcher Besetzung, ist offen. Netflix hat bislang keinen Starttermin genannt; Deadline erwartet einen Start im Jahr 2027.

Esquire ordnete die Verlängerung am 30. September als Strategiewechsel des Senders ein – weg von der abgeschlossenen Miniserie, hin zur Fortsetzung.

Ob sich daran etwas ändert, entscheidet die Fernsehakademie, nicht Netflix. Wie sich eine Fortsetzung auf die Emmy-Einreichung und Rhys' Auszeichnung auswirkt, ist offen. Ohne Regeländerung könnte Netflix die zweite Staffel 2027 in der Drama-Kategorie einreichen; ob Rhys' Miniserien-Emmy davon unberührt bliebe, ist nicht geklärt.