Gerhard Delling bestreitet am 78. Prozesstag jede Beteiligung
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Landgericht Hamburg

Gerhard Delling bestreitet am 78. Prozesstag jede Beteiligung

Der frühere ARD-Sportmoderator Gerhard Delling weist im Block-Prozess erneut jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder zurück. Die Kammer hat das Beweisprogramm für beendet erklärt – bis zum 28. Oktober sind weitere Beweisanträge möglich.

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Die Staatsanwaltschaft wirft Gerhard Delling (67) vor, an der Entführung der Kinder seiner Partnerin Christina Block beteiligt gewesen zu sein. Vor dem Landgericht Hamburg bestreitet Delling erneut jede Beteiligung und wartet auf das Ende des Verfahrens.

Am Mittwoch, dem 78. Verhandlungstag, sprach der frühere ARD-Sportmoderator mehrstündig. Nach einem Bericht über seine Aussage im Block-Prozess bestritt er darin abermals alle Vorwürfe. Es war nicht seine erste lange Erklärung: Bereits im September 2025 hatte er sich im Prozess ausführlich geäußert.

Angeklagt sind sieben Menschen, darunter Christina Block (53), die Tochter des Block-House-Gründers Eugen Block. Der Vorwurf dreht sich um die Entführung ihrer damals 13-jährigen Tochter und ihres zehnjährigen Sohnes in der Silvesternacht 2023/24 in Dänemark. Block bestreitet jede Tatbeteiligung.

Delling bestreitet jede Beteiligung

Die Anklage legt Delling zur Last, in dieser Nacht das Zusammentreffen seiner Partnerin mit ihren Kindern in Baden-Württemberg organisiert und die Rückkehr nach Hamburg koordiniert zu haben. Von einer möglichen Entführung will er nichts geahnt haben. Vor Gericht sagte er:

„Ich war weder beteiligt noch hatte ich eine Ahnung davon.“
Gerhard Delling, Angeklagter und früherer ARD-Sportmoderator

In seiner Anwesenheit habe es nie Gewalt seiner Partnerin gegen ihre Kinder gegeben, sagte Delling. Die beiden jüngsten Kinder seien „eng mit ihr verbunden“ gewesen und hätten „keine Angst vor ihrer Mutter“ gehabt.

Tränen seit dem Sommer 2021

Delling schilderte auch, wie sich das Leben seiner Partnerin aus seiner Sicht verändert hat. Seit dem Sommer 2021 sei es „vollständig“ ein anderes.

„Ich habe noch nie so viele Tränen gesehen.“
Gerhard Delling, Lebensgefährte von Christina Block

„Seitdem gehören Tränen zu ihrem und damit unserem Alltag“, sagte er. Den Anfang nahm die Entwicklung im August 2021: Damals brachte Kindsvater Stephan Hensel die beiden jüngsten Kinder nach einem Wochenendbesuch nicht nach Hamburg zurück. Als Grund nannte er Gewaltvorwürfe, die Block bestreitet.

Ein Knüppel gegen die Angst

In der Silvesternacht 2023/24 will Delling keine Ahnung von einer möglichen Entführung gehabt haben. Aus Angst vor Angriffen des als aggressiv geltenden Kindsvaters habe er damals „einen Knüppel mit ans Bett“ genommen.

Selbstjustiz lehnt er ab: „Es gibt in all den Jahren keine Skandale und Skandälchen.“ Das Verfahren habe sein Leben „extrem beeinträchtigt“, sein „Arbeitsleben“ sei „nahezu zum Erliegen gekommen“. Er hoffe, „dass dieser Alptraum nun endlich zum Ende kommt“.

Von Dänemark nach Hamburg

Der Block-Prozess hat eine jahrelange Vorgeschichte. Sie reicht vom Sommer 2021 bis zu den Schlussplädoyers, die im Herbst 2026 beginnen könnten.

Die Vorgeschichte des Block-Prozesses

  1. August 2021
    Kindsvater bringt Kinder nicht zurück

    Nach einem Wochenendbesuch bringt Stephan Hensel die beiden jüngsten Kinder von Christina Block nicht nach Hamburg zurück. Als Grund nennt er Gewaltvorwürfe, die Block bestreitet.

  2. September 2021
    Beweisantrag zur E-Mail an dänische Behörden

    Ein Beweisantrag der Block-Verteidigung soll belegen, dass eine E-Mail von Hensels neuer Ehefrau an dänische Behörden die Absicht dokumentiert, die Kinder in Dänemark zu behalten.

  3. 31. Dezember 2023
    Entführung in Dänemark

    Maskierte Täter entführen die damals 13-jährige Tochter und den 10-jährigen Sohn. Die Kinder werden in der Neujahrsnacht 2024 erst nach Süddeutschland, dann nach Hamburg gebracht.

  4. 1. Januar 2024
    Vorwurf gegen Delling

    Laut Anklage organisiert Delling das Zusammentreffen Blocks mit ihren Kindern in Baden-Württemberg und koordiniert die Rückkehr nach Hamburg.

  5. 11. Juli 2025
    Prozessbeginn in Hamburg

    Vor dem Landgericht Hamburg beginnt der Strafprozess gegen Christina Block und weitere Angeklagte.

  6. September 2025
    Dellings erste lange Erklärung

    Gerhard Delling gibt im Prozess erstmals eine lange Erklärung ab.

  7. 30. September 2026
    Beweisprogramm beendet

    Am 78. Verhandlungstag bestreitet Delling erneut alle Vorwürfe. Die Kammer erklärt das Beweisprogramm für beendet und setzt eine Frist bis zum 28. Oktober.

Frist bis zum 28. Oktober

Am Mittwoch erklärte die Kammer das Beweisprogramm für beendet. Verteidigung und Staatsanwaltschaft können bis zum 28. Oktober 2026 schriftlich weitere Beweisanträge stellen. Nach dem skizzierten weiteren Fahrplan des Block-Prozesses könnten danach die Schlussplädoyers beginnen.

Den Vorsitz führt die Hamburger Richterin Isabel Hildebrandt. Von den sieben Angeklagten hat bislang nur ein 37-Jähriger aus Israel die Vorwürfe eingeräumt.

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