Alec Baldwin scheitert mit Klage gegen 'Rust'-Staatsanwälte
Eine US-Bundesrichterin weist den Großteil von Alec Baldwins Zivilklage gegen die 'Rust'-Staatsanwälte ab – die Ankläger sind immun, selbst bei schwerem Fehlverhalten. Drei Vorwürfe bleiben erhalten.
US-Bundesrichterin Kea Riggs hat den Großteil von Alec Baldwins Zivilklage gegen die Staatsanwälte des 'Rust'-Verfahrens abgewiesen. Die Ankläger um Sonderstaatsanwältin Kari Morrissey genießen absolute Immunität – auch für Handlungen, die Baldwins Anwälte als böswillige Strafverfolgung beschreiben.
Der Beschluss erging am Mittwoch, dem 30. September 2026, am Bundesgericht in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico, wie Variety über die Abweisung der Klage berichtet. Baldwin hatte den Anklägern vorgeworfen, ihn böswillig verfolgt und seine Bürgerrechte verletzt zu haben.
Riggs räumte in ihrer Entscheidung selbst ein, die erhobenen Vorwürfe zeichneten ein „sehr verstörendes Bild“ einer böswilligen Strafverfolgung. Genau darin liegt der Widerspruch, den sie aushält: Die Immunität soll auch dann greifen, wenn der Fall hart liegt.
„Es ist manchmal besser, das Unrecht eines angeblich unehrlichen Staatsanwalts ungesühnt zu lassen, als jene, die nur ihre Pflicht tun, der ständigen Angst vor Vergeltung auszusetzen. Dies ist einer dieser Fälle.“
Kea Riggs, US-Bundesrichterin
Drei Ansprüche überstehen den Beschluss
Nicht alles ist abgewiesen. Wie KRQEs Bericht zur Klage gegen die 'Rust'-Anwälte festhält, bleiben drei Klageansprüche erhalten: Sie betreffen Morrisseys Aussagen gegenüber Medien und ihre Entscheidung, ein Waffen- und Patronenlager unter einer separaten Aktennummer zu protokollieren.
Damit lagen diese Beweise faktisch vor der Verteidigung verborgen – auf diesen Punkt stützt Baldwin einen Teil seiner Klage. Beklagt sind neben Morrissey Bezirksstaatsanwältin Mary Carmack-Altwies und die ursprünglich eingesetzte Sonderstaatsanwältin Andrea Reeb.
Morrissey verteidigte ihr Vorgehen stets mit dem Hinweis, die umstrittenen Patronen hätten mit New Mexico nie etwas zu tun gehabt. Ihre Darstellung vor Gericht:
„Diese Patronen haben Arizona nie verlassen. Sie waren immer im Besitz von Thell Reed und Troy Teske. Sie gingen nie nach Texas, sie kamen nie nach New Mexico. Das hat die gesamte Beweislage gezeigt.“
Kari Morrissey, Sonderstaatsanwältin im 'Rust'-Fall
Immunität gilt auch bei schwerem Fehlverhalten
Riggs' Begründung dreht sich um einen Kernsatz der Immunitätslehre: Solange das Fehlverhalten in den Rahmen der Amtspflichten fällt, haften Staatsanwälte nicht persönlich. Die Richterin schrieb, die Doktrin sei nur dann etwas wert, wenn sie „auch für schwierige Fälle gilt und gelegentlich sogar schweres Fehlverhalten abschirmt“.
Für Baldwin heißt das: Der Kern seiner Klage ist vom Tisch. Die böswillige Strafverfolgung als solche lässt sich nicht mehr einklagen. Übrig bleiben Einzelvorwürfe, die das Gericht noch prüfen muss – und damit auch die Frage, ob Morrissey für ihre Medienauftritte zur Verantwortung gezogen wird.
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Vom tödlichen Schuss zum Zivilverfahren
Der Fall beginnt am 21. Oktober 2021. Am Set des Westerns „Rust“ in New Mexico löst sich ein Schuss aus einer Requisitenwaffe, die Alec Baldwin hält. Die Kamerafrau Halyna Hutchins stirbt.
Im Juli 2024 stellt Richterin Mary Marlowe Sommer das Strafverfahren gegen Baldwin mit Präklusion ein, weil die Anklage entscheidende Beweise zurückgehalten hatte. Eine erneute Anklage ist damit ausgeschlossen. Baldwin wechselt auf den zivilen Weg und verklagt die Staatsanwälte.
Von der tödlichen Schussabgabe bis zum Immunitätsbeschluss
21. Oktober 2021
Halyna Hutchins stirbt am 'Rust'-Set
Ein Schuss aus einer Requisitenwaffe in Baldwins Hand tötet die Kamerafrau in New Mexico.
Januar 2023
Anklage gegen Baldwin
Die Staatsanwaltschaft Santa Fe klagt Baldwin wegen fahrlässiger Tötung an; die Anklage wird später neu aufgesetzt.
April 2024
Hannah Gutierrez-Reed wird verurteilt
Die Waffenmeisterin des Films wird im Zusammenhang mit dem Tod von Hutchins wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.
Juli 2024
Strafverfahren mit Präklusion eingestellt
Richterin Mary Marlowe Sommer stellt das Verfahren gegen Baldwin ein, weil die Anklage entscheidende Beweise zurückgehalten hat.
Dezember 2024
Baldwin verklagt die Staatsanwälte
Er wirft ihnen böswillige Strafverfolgung und die Verletzung seiner Bürgerrechte vor.
30. Juli 2025
Staatsgericht weist die Klage ab
Die Klage wird wegen längerer Untätigkeit abgewiesen, ohne Präklusion. Sie wird erneut erhoben und an ein Bundesgericht überwiesen.
30. September 2026
Bundesrichterin Riggs entscheidet
Riggs weist den Großteil der Klage ab; drei Ansprüche bleiben erhalten.
Anwalt begrüßt Urteil, Doku startet im Oktober
Morrisseys Anwalt Luis Robles begrüßte die Entscheidung. Bis auf drei seien alle Ansprüche abgewiesen, sagte er; man erwarte weitere Urteile, die die Bezirksstaatsanwältin und ihr Team entlasteten.
Am 15. Oktober 2026 kommt die Dokumentation „The Trial of Alec Baldwin“ von Regisseurin Rory Kennedy in die Kinos – gut zwei Wochen nach dem Beschluss.
Offen bleibt, wie das Bundesgericht die drei verbliebenen Ansprüche entscheidet. Unklar ist auch, wann über Baldwins separate Klagen gegen Santa Fe County und mehrere Sheriff-Ermittler verhandelt wird.