Jimi Blue Ochsenknecht zu 34.500 Euro Geldstrafe verurteilt
Das Landesgericht Innsbruck verurteilt Jimi Blue Ochsenknecht wegen schweren Betrugs zu 34.500 Euro Geldstrafe. Der Angeklagte blieb der Verhandlung fern, das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Jimi Blue Ochsenknecht (34) muss wegen schweren Betrugs 34.500 Euro Geldstrafe bzw. Zusatzstrafe zahlen. Das Landesgericht Innsbruck sprach den Schauspieler und Musiker am Donnerstag, 1. Oktober 2026, schuldig – wie die Süddeutsche Zeitung über das Urteil berichtet. Auslöser war eine Hotelrechnung über exakt 13.827,35 Euro.
Verhandelt wurde rund eine Stunde im Großen Schwurgerichtssaal, in Abwesenheit des Angeklagten. Ochsenknecht ließ sich von seinem Verteidiger Lukas Staffler vertreten, der auf Freispruch plädiert hatte.
Rechtskräftig ist das Urteil nicht. Nach der Verkündung gaben weder Staatsanwaltschaft noch Verteidigung eine Erklärung ab – ob eine der Seiten Rechtsmittel einlegt, ist damit offen.
Zweifelsfrei rausgeschwindelt
Richterin Heide Maria Paul begründete den Schuldspruch mit dem Verhalten des Angeklagten beim Bezahlen. Auf die Frage, ob Ochsenknecht an sich zahlungsfähig war, komme es dagegen kaum an. Den Kern des Vorwurfs fasste sie in der Verhandlung so zusammen:
„Es sei zweifelsfrei so, dass sich der Angeklagte zum Zeitpunkt der Zahlung der Rechnung im Hotel irgendwie rausgeschwindelt hat.“
Heide Maria Paul, Richterin am Landesgericht Innsbruck
Der Schuldspruch liegt damit über der Rechnung, um die es ging: 34.500 Euro stehen 13.827,35 Euro Hotelschuld gegenüber.
13.827,35 Euro aus dem Hotel Sonne
Ausgangspunkt war eine Feier im Dezember 2021: Ochsenknecht beging mit zehn Gästen mehrtägig seinen 30. Geburtstag im Vier-Sterne-Hotel Sonne in Kirchberg in Tirol. Die Rechnung belief sich auf exakt 13.827,35 Euro, wie ORF Tirol über die Hotelrechnung berichtet – inklusive eines Champagner-Ausflugs auf den Hahnenkamm für 6.267,20 Euro.
Der Hotelier mahnte die Zahlung von 2022 bis 2025 mehrfach per WhatsApp an. Ochsenknecht vertröstete ihn – in einer der Nachrichten heißt es: „Aaah, gebe ich meiner Buchhaltung weiter. Sorry hab momentan ziemlich viel um die Ohren.“ Auch ein Exekutionstitel des Bezirksgerichts Kitzbühel brachte keine Zahlung.
Der Fall Ochsenknecht: von der Geburtstagsfeier zum Urteil
Dezember 2021
Geburtstagsfeier im Hotel Sonne
Ochsenknecht feiert mit zehn Gästen mehrtägig seinen 30. Geburtstag in Kirchberg in Tirol. Die Rechnung: 13.827,35 Euro.
2022 bis 2025
Der Hotelier mahnt immer wieder
WhatsApp-Mahnungen und ein Exekutionstitel des Bezirksgerichts Kitzbühel bleiben ohne Zahlung.
Juni 2025
Festnahme in Hamburg
Europäischer Haftbefehl, Festnahme, Auslieferung nach Österreich, 23 Tage Haft. Freilassung gegen 15.000 Euro Kaution. Die Rechnung wird beglichen – laut Staatsanwaltschaft von Ochsenknechts Ex-Freundin Yeliz Koç.
August 2025
Diversionelle Erledigung
Das Verfahren endet mit einer Geldbuße von 18.000 Euro, ohne Schuldspruch. Ochsenknecht zahlt in Raten.
8. Juli 2026
Oberlandesgericht gibt der Staatsanwaltschaft recht
Das Oberlandesgericht Innsbruck gibt der Beschwerde der Staatsanwaltschaft statt. Das Verfahren wird fortgesetzt.
1. Oktober 2026
Schuldspruch in Abwesenheit
Das Landesgericht Innsbruck verurteilt Ochsenknecht wegen schweren Betrugs zu 34.500 Euro. Nach Anrechnung bleiben 6.742 Euro offen.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft zahlte nicht Ochsenknecht die Rechnung, sondern seine Ex-Freundin Yeliz Koç. Geplatzt ist inzwischen auch der Plan eines zweiten gemeinsamen Kindes – der Baby-Pakt von Yeliz Koc und Ochsenknecht.
Was von der Strafe übrig bleibt
Von den 34.500 Euro muss Ochsenknecht längst nicht alles zahlen. Angerechnet werden die bereits gezahlten 18.000 Euro aus der diversionsbedingten Geldbuße von 2025, eine Geldstrafe des Amtsgerichts München sowie die Zeit in Vorhaft.
Die Beträge im Fall Ochsenknecht
Hotelrechnung, frühere Geldbuße, verhängte Strafe und der offene Restbetrag
Quelle: Landesgericht Innsbruck / ORF Tirol
Am Ende bleiben laut Richterin Paul 6.742 Euro, die Ochsenknecht noch zahlen muss – weniger als die ursprüngliche Hotelrechnung von 13.827,35 Euro.
Warum das Verfahren neu aufgerollt wurde
Der erste Prozesstermin im August 2025 endete diversionell: mit einer Geldbuße von 18.000 Euro, aber ohne Schuldspruch. Ochsenknecht bezahlte sie in Raten. Die Staatsanwaltschaft legte gegen diese Erledigung Beschwerde ein.
Am 8. Juli 2026 gab das Oberlandesgericht Innsbruck der Beschwerde statt und ordnete die Fortsetzung des Verfahrens an. Am 29. September bestätigte das Landesgericht Innsbruck, dass Ochsenknecht am 1. Oktober nicht erscheinen werde; mit einem Urteil wurde da bereits gerechnet.
Offen bleibt die Zahlung der letzten 6.742 Euro. Und falls eine Seite Rechtsmittel einlegt und der Fall erneut verhandelt wird: Erscheint Ochsenknecht dann persönlich im Saal?