Säure läuft in Dillenburg in die Dietzhölze – tote Fische entdeckt
Säure aus dem Outokumpu-Edelstahlwerk ist am Mittwochabend in die Dietzhölze gelangt. Die Feuerwehr fand tote Fische und baute an der Mündung zur Dill eine Sperre auf – am Donnerstag musste die Stadt eine Falschmeldung zum Trinkwasser ausräumen.
Am Mittwochabend ist in Dillenburg Säure aus dem Edelstahlwerk von Outokumpu in die Dietzhölze gelangt. Wenige hundert Meter flussaufwärts fand die Feuerwehr tote Fische, an der Mündung zur Dill errichtete sie eine Sperre.
Nach Darstellung der hessenschau handelte es sich um Säure, die bei einem Betriebsunfall in den Fluss geriet. Die Dillenburger Feuerwehr rückte am Mittwochabend zu einem Großeinsatz aus.
Was genau austrat und in welcher Menge, ist öffentlich bislang nicht belegt. Klar ist nur die Richtung: Vom Betriebsgelände des Dillenburger Edelstahlwerks lief die Chemikalie in die Dietzhölze, ein offenes Gewässer mitten in der Stadt.
Sperre an der Mündung, tote Fische im Fluss
Die Dietzhölze mündet in Dillenburg in die Dill. An dieser Mündung baute die Feuerwehr eine Ölsperre auf und richtete einen Messpunkt ein, an dem sie das Gewässer in regelmäßigen Abständen kontrolliert.
Die Sperre soll verhindern, dass Schadstoffe in die größere Dill weiterziehen. Kurz vor einem Dillenburger Autohaus, wenige hundert Meter flussaufwärts, stellten Einsatzkräfte tote Fische in der Dietzhölze fest.
Die Feuerwehr bittet die Bevölkerung, den Fluss zu meiden. Für den Fischbestand ist der Schaden damit eingetreten; die Gefahr für Menschen stufte der Kreis dagegen als gering ein.
Amtliche Warnung um 22:17 Uhr
Die Integrierte Leitstelle des Lahn-Dill-Kreises löste am Mittwoch um 22:17 Uhr die amtliche Warnung aus: Freisetzung von Gefahrstoffen in Dillenburg-Kernstadt, Warnung vor Gesundheitsgefahren. Sie lief über die Warn-App NINA des Bundes und das Modulare Warnsystem MoWaS.
Um 02:45 Uhr am Donnerstag folgte eine aktualisierte Warnung. Die Verhaltensregel blieb gleich: Kontakt mit Wasser aus Dietzhölze und Dill soll gemieden werden, ausdrücklich auch für Tiere.
Adressiert war die Warnung an die Dillenburger Kernstadt, also an die Menschen, in deren Nähe die Schadstoffe in die Dill liefen. Zwischen der ersten Warnung um 22:17 Uhr und der Aktualisierung um 02:45 Uhr lagen gut vier Stunden, in denen der Einsatz am Fluss weiterging.
Trinkwasser nicht betroffen
Die Stadt Dillenburg stellte am Donnerstag klar, dass das Trinkwasser von dem Chemieunfall nicht betroffen ist. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, ein Abkochen des Wassers sei nicht erforderlich.
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Die verbreitete Information, das Trinkwasser müsse abgekocht werden, nannte die Stadt eine Falschinformation. Sie veröffentlichte dazu eine eigene Mitteilung zum Trinkwasser.
Polizei ermittelt, Sperre bleibt
Die Polizei ermittelt zum Chemikalienaustritt. Offen bleibt, wie viel Säure in die Dietzhölze gelangte und wie lange die Ölsperre an der Mündung zur Dill stehen bleibt.
Für Anwohner und Tierhalter gilt die Vorgabe weiter: Wasser aus Dietzhölze und Dill nicht anfassen. Eine Entwarnung hat der Lahn-Dill-Kreis bislang nicht veröffentlicht.