Königin Mette-Marit (53) sitzt als lebensgroße Wachsfigur auf einem Sofa neben Jeffrey Epstein – mitten in Oslo, nur wenige Hundert Meter vom Königsschloss entfernt. Der dänisch-norwegische Künstler Morten Viskum (61) hat die Installation „The Beginning of the End" am 29. September 2026 im Open Art Market in der Huitfeldts Gate 19 eröffnet.
Zu sehen sind zwei lebensgroße, hyperrealistische Figuren: die Königin und Epstein, der 2008 wegen Sexualstraftaten verurteilt wurde und 2019 im Gefängnis starb. Besucher dürfen sich zwischen die beiden setzen und Fotos machen. In die Rolle Epsteins schlüpft Viskum selbst.
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Die Figuren stehen nur rund 500 bis 800 Meter vom Königsschloss und vom Storting entfernt – einer Reportage über die Wachsfiguren-Ausstellung zufolge zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt für den Hof.
Das Foto aus den Epstein-Akten
Vorlage ist ein Foto aus den veröffentlichten Epstein-Akten. Es zeigt Mette-Marit auf dem Sofa des Finanziers in dessen Haus in Palm Beach, wo sie sich 2013 mehrere Tage aufgehalten hatte. Kennengelernt hatten sie sich 2011 über gemeinsame Bekannte, der Kontakt hielt bis 2014.
Der Künstler begründet die Wahl des Motivs mit der Wirkung genau dieses Bildes: „Das Bild von ihr auf seinem Sofa hat sich mir ins Gedächtnis eingebrannt. Das ist das Erste, woran ich denke, wenn es um ihn geht." Seine Arbeit knüpft an das anhaltende weltweite Interesse am Epstein-Komplex an.
Von Palm Beach zur Wachsfigur in Oslo
- 2011Erster Kontakt
Mette-Marit und Jeffrey Epstein lernen sich über gemeinsame Bekannte kennen, der Kontakt hält bis 2014.
- 2013Mehrere Tage in Palm Beach
Mette-Marit hält sich in Epsteins Haus in Florida auf. Dort entsteht das Sofa-Foto, das später in den Epstein-Akten veröffentlicht wird.
- 2019Epstein stirbt im Gefängnis
Der 2008 verurteilte Finanzier stirbt; sein Urteil und die Missbrauchsvorwürfe bleiben Zentrum der Aufarbeitung.
- März 2026Mette-Marit räumt Fehler ein
In einem NRK-Interview sagt sie, sie sei manipuliert und getäuscht worden.
- 29. September 2026Viskum eröffnet die Installation
„The Beginning of the End" ist im Open Art Market in der Huitfeldts Gate 19 in Oslo zu sehen.
- 30. September 2026NRK berichtet, Anhörung beginnt
Am selben Tag startet im Storting die Epstein-Anhörung des Kontroll- und Verfassungsausschusses.
Viskums jährliche Selbstporträts
Selbstporträts in der Rolle umstrittener Persönlichkeiten fertigt Viskum nach eigener Darstellung jedes Jahr an. Zu den früheren Arbeiten der Reihe zählen Auftritte als Benjamin Netanyahu, wie NRK berichtet beschreibt.
NRK berichtete am 30. September über die Ausstellung, einen Tag nach der Eröffnung. Am 1. Oktober griffen Medien in mehreren Ländern das Werk auf, darunter in Deutschland, Luxemburg und Spanien.
„Morten Viskum sagte: „Ich mache diese Selbstporträts jedes Jahr, und 2016 habe ich Donald Trump gemacht. Und als die Epstein-Akten veröffentlicht wurden, dachte ich, dass dies als eines der spektakulärsten Ereignisse, die wir je gesehen haben, in die Weltgeschichte eingehen wird.““
Keine Aussagepflicht für das Königshaus
Die Ausstellung fällt mitten in eine politisch heikle Woche: Am 30. September 2026 beginnt im Storting die Epstein-Anhörung des Kontroll- und Verfassungsausschusses, am 1. Oktober wird sie fortgesetzt. Wenige Tage danach eröffnet König Haakon VIII. erstmals das Parlament – an seiner Seite werden Mette-Marit und Kronprinzessin Ingrid Alexandra erwartet.
Vor dem Ausschuss muss Mette-Marit nicht aussagen. Die norwegische Verfassung begrenzt dessen Zuständigkeit auf Regierung und Staatsverwaltung, nicht auf das Königshaus. Ihr früherer Kontakt zu Epstein bleibt aber Teil der öffentlichen Debatte. Im März 2026 hatte sie in einem NRK-Interview Fehler eingeräumt.
„Mette-Marit sagte im NRK-Interview: „Es ist unglaublich wichtig für mich, Verantwortung dafür zu übernehmen, dass ich seinen Hintergrund nicht genauer geprüft habe. Und Verantwortung dafür, dass ich so manipuliert und getäuscht wurde.““
Wenige Tage nach der Anhörung tritt der Hof zur Parlamentseröffnung an, während die Aufarbeitung im Storting weiterläuft. Ob die Wachsfiguren in der Huitfeldts Gate 19 die Debatte um Mette-Marits frühere Kontakte weiter antreiben, entscheidet sich in genau diesen Tagen.
