Katherina Reiche wirbt für späteren Rentenbeginn nach dänischem Vorbild
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Altersvorsorge

Katherina Reiche wirbt für späteren Rentenbeginn nach dänischem Vorbild

Für jeden Monat, den Beschäftigte länger arbeiten, wächst ihre Rente um 0,5 Prozent. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wirbt für einen späteren Rentenbeginn und verweist auf Dänemark – dort steigt das Rentenalter bis 2040 auf 70 Jahre.

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Für jeden Monat, den ein Beschäftigter über die Regelaltersgrenze hinaus arbeitet, steigt seine Rente um 0,5 Prozent – nach drei Jahren Aufschub sind es 18 Prozent. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wirbt offen dafür, den Rentenbeginn nach hinten zu schieben.

Anlass ist ein Interview der CDU-Politikerin mit der FAZ, veröffentlicht im August 2025. Darin argumentiert Reiche mit dem demografischen Wandel und der Finanzierbarkeit des Rentensystems – und verweist auf Dänemark, wo das Renteneintrittsalter bis 2040 auf 70 Jahre steigt.

Die Rechnung hat eine zweite Seite: Den Zuschlag bekommt nur, wer länger arbeiten kann. Wer mit der Regelaltersgrenze aussteigt oder aus gesundheitlichen Gründen aussteigen muss, geht leer aus. Schon vor dem Interview hatte Reiche die Frührente angegriffen.

0,5 Prozent für jeden Monat Aufschub

Die Deutsche Rentenversicherung hat den Mechanismus dokumentiert: Zuschläge erhöhen die Rente – für jeden Monat, den Versicherte später Rente beantragen, kommt ein halbes Prozent hinzu. Nach zwölf Monaten Aufschub sind es sechs Prozent, nach zwei Jahren zwölf Prozent, nach drei Jahren 18 Prozent.

Rentenzuschlag steigt mit jedem Monat Aufschub

Aufschlag auf die monatliche Rente in Prozent

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Was das in Euro bedeutet, zeigen Beispielrechnungen: Aus einer monatlichen Bruttorente von rund 1842 Euro werden bei drei Jahren Aufschub etwa 2319 Euro – fast 480 Euro mehr im Monat. Der Aufschlag hängt allein an der Zahl der Monate, die jemand länger im Job bleibt.

Dänemark hebt das Rentenalter bis 2040 auf 70 Jahre

In dem Interview verweist Reiche auf Dänemark: Dort steigt das Renteneintrittsalter bis 2040 auf 70 Jahre. Deutschlands Regelaltersgrenze liegt darunter – der dänische Weg markiert aus Reiches Sicht die Richtung, in die auch die hiesige Debatte führt.

Ihre Begründung zielt auf das Verhältnis von Erwerbszeit und Ruhestand. Wer früher aussteigt und länger lebt, bezieht länger Rente, als er eingezahlt hat – so liest sich ihr Argument. Entsprechend zugespitzt fällt ihre Formulierung aus:

„Wir können nicht ein Drittel des Erwachsenenlebens in Rente verbringen“
Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin (CDU)

Der Satz richtet sich an alle, die den Rentenbeginn mit 67 oder früher planen. Reiche rechnet die Rentenzeit gegen das Erwachsenenleben auf und folgert, dass ein Drittel davon im Ruhestand nicht zu finanzieren sei. Der 0,5-Prozent-Zuschlag ist die Kehrseite: Er belohnt genau die, die ihrem Argument folgen und länger im Job bleiben.

Wer kann mit 70 noch arbeiten?

Ob drei zusätzliche Jahre realistisch sind, entscheidet sich am Arbeitsplatz. Wer körperlich arbeitet und nicht bis zur Regelaltersgrenze durchhält, kann die 18 Prozent Aufschub nicht aufbauen – der Zuschlag bleibt für ihn unerreichbar. Reiche hält dem entgegen, dass die Rentenzeit kürzer ausfallen muss als bisher.

Der Aufschub verlagert die Entscheidung auf die Beschäftigten: drei weitere Jahre arbeiten und 18 Prozent mehr Rente mitnehmen – oder auf den Zuschlag verzichten. Diese Wahl müssen Versicherte treffen, wenn sie die Regelaltersgrenze erreichen.

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Ob das Regelalter tatsächlich steigt, entscheidet der Bundestag – ein Beschluss steht aus. Wie weit die Vorschläge reichen, zeigt ein Umbauplan für Rente mit 70;