Thomas Weikert kandidiert nicht erneut als DOSB-Präsident
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Sportpolitik

Thomas Weikert kandidiert nicht erneut als DOSB-Präsident

Thomas Weikert kandidiert nicht mehr als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds und begründet das mit der enormen Belastung des Amts. Die Nachfolge ist offen: Favorit Michael Mronz verpasste am Freitag in Oberhaching die gemeinsame Empfehlung der Verbände, entschieden wird am 5. Dezember in Frankfurt.

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Thomas Weikert tritt als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) nicht mehr an. Der 64-Jährige erklärte am Donnerstag in einem offenen Brief auf der Verbandswebsite, er spüre, dass er „nicht mehr die Kraft aufbringen kann, mich noch einmal vier Jahre mit Vollgas den Aufgaben eines Präsidenten zu widmen“. Entschieden wird am 5. Dezember in Frankfurt am Main.

Als Gründe nennt Weikert die enorme Belastung des Ganztagsamts neben seiner Anwaltskanzlei und die Rücksicht auf seine Familie. „Vielleicht war es naiv, aber ich hatte mir die Aufgabe nicht so arbeitsintensiv vorgestellt“, sagte er im Interview der FAZ über seinen Verzicht. Der Widerstand in Landessportbünden und Spitzenverbänden soll für seinen Schritt ausdrücklich keine Rolle gespielt haben.

Real war er trotzdem: Schon im Frühjahr 2025 hatten ihm die Landessportbünde mitgeteilt, ihn bei einer erneuten Kandidatur nicht mehr zu unterstützen, auch in den Spitzenverbänden wuchs die Ablehnung. „Ich habe von allen Wahlkämpfen, die ich geführt habe, keinen verloren“, sagte Weikert. „Ich wollte nicht in Rente gehen mit einer Niederlage.“

„Thomas Weikert sagte: „Die Belastung habe ich als enorm empfunden, und ich kann sie mir, auch mit Blick auf meine Familie, nicht weitere vier Jahre zumuten.““
Thomas Weikert, DOSB-Präsident

Mronz gilt als Favorit – und scheitert in Oberhaching

Am Freitag präsentierte die Findungskommission unter Leitung des DTB-Präsidenten Alfons Hölzl in der Sportschule Oberhaching ihren Plan, Michael Mronz als einzigen Präsidentschaftskandidaten zu empfehlen. Landessportbünde und Spitzenverbände vertagten sich jedoch, eine gemeinsame Empfehlung kam nicht zustande – laut dem Bericht der Süddeutschen Zeitung über Mronz’ Rückschlag eine „herbe Niederlage“ für den Favoriten.

Mronz ist IOC-Mitglied, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH und Mitbegründer der gescheiterten Olympia-Initiative Rhein-Ruhr. Als Alternative wird DTU-Präsident und DOSB-Vize Martin Engelhardt gehandelt, der 2018 schon einmal erfolglos gegen Alfons Hörmann angetreten war.

Mronz selbst hielt sich bedeckt: Auf die Frage nach einer eigenen Kandidatur sagte er zuletzt nur: „Diese Frage stellt sich momentan nicht.“

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Weikert kritisiert die Vergütung als ungenügend

Kritik übte der scheidende Präsident an der Bezahlung des Amts. Bislang gab es für ihn 250 Euro Auslagenersatz im Monat, ab Januar 2027 sollen 2000 Euro brutto gezahlt werden. Für Weikert ist das zu wenig.

Weikert betont zugleich, dass er das Amt nicht allein geführt hat: „Ich sage meine Meinung, aber entschieden wird im Kollektiv.“

„Thomas Weikert sagte: „Von Januar 2027 an wird es 2000 Euro brutto im Monat geben. Das halte ich, das darf ich laut sagen, für völlig ungenügend.““
Thomas Weikert, DOSB-Präsident

Der Fahrplan bis zur Wahl am 5. Dezember

Weikert steht seit Dezember 2021 an der DOSB-Spitze. Damals wurde er als Nachfolger von Alfons Hörmann gegen die Ex-Fechterin Claudia Bokel gewählt, 2022 bestätigte ihn die Mitgliederversammlung mit 99 Prozent der Stimmen. Im Januar 2023 machte er einen leichten Schlaganfall aus dem Sommer 2022 öffentlich; Mediziner gaben grünes Licht für die Fortsetzung des Amtes.

Bis zum 30. Oktober können die Mitgliedsorganisationen Vorschläge einreichen, in einzelnen Berichten ist vom 31. Oktober die Rede. Nach einem Integritätscheck will der DOSB die Kandidatenliste am 13. November veröffentlichen, Weikert wird am 15. November 65 Jahre alt. Wer am 5. Dezember die Mehrheit der Mitgliederversammlung hinter sich bringt, ist offen.

Von der Wahl 2021 bis zum Verzicht

  1. Dezember 2021
    Weikert wird DOSB-Präsident

    Bei vorgezogenen Neuwahlen setzt er sich als Nachfolger von Alfons Hörmann gegen die Ex-Fechterin Claudia Bokel durch.

  2. 2022
    Bestätigung mit 99 Prozent

    Ohne Gegenkandidat wird Weikert für vier Jahre im Amt bestätigt.

  3. Januar 2023
    Schlaganfall öffentlich

    Weikert macht einen leichten Schlaganfall aus dem Sommer 2022 publik; Mediziner geben grünes Licht.

  4. Frühjahr 2025
    Landessportbünde entziehen Unterstützung

    Sie teilen Weikert mit, ihn bei einer erneuten Kandidatur nicht mehr zu unterstützen; auch in Spitzenverbänden wächst der Widerstand.

  5. 26. September 2026
    München gewinnt Olympia-Votum

    In Baden-Baden setzt sich München mit 91:50 gegen Köln-Rhein-Ruhr als deutscher Olympia-Bewerber durch.

  6. 1. Oktober 2026
    Weikert verzichtet

    In einem offenen Brief kündigt er an, nicht erneut zu kandidieren.

  7. 2. Oktober 2026
    Rückschlag für Mronz

    Die Findungskommission empfiehlt ihn in Oberhaching als einzigen Kandidaten, die Verbände vertagen sich.