Jürgen Klopp hat seinen ersten Sieg als Bundestrainer gefeiert – im dritten Anlauf. Am Donnerstagabend schlug Deutschland in der Allianz Arena Serbien mit 2:0 (1:0), vier Tage nach dem 0:1 gegen Griechenland und dem 1:1 zum Auftakt in den Niederlanden. Vor dem Anpfiff stand der 59-Jährige so unter Druck wie nie in seiner kurzen Amtszeit.
Die Tore erzielten der 21-jährige Tom Bischof in der 39. Minute und der 23-jährige Florian Wirtz in der 61. Minute. Wirtz traf zuvor bereits den Pfosten und bereitete das 1:0 vor. Vor 68.121 Zuschauern dominierte Deutschland nach dem DFB-Spielbericht zum ersten Sieg unter Klopp mit 16:0 Torschüssen und 75 Prozent Ballbesitz allein in der ersten Halbzeit.
Klopp schickt die Platzhirsche nach Hause
Für das Serbien-Spiel tauschte Klopp seine Startelf auf allen Positionen aus und griff auf den zweiten Teil seines 44-Spieler-Pools zurück. Kapitän Joshua Kimmich, Abwehrchef Jonathan Tah und weitere Etablierte wurden freigestellt, nur fünf Spieler blieben im Aufgebot. Nach dem WM-Aus gegen Paraguay hatte Lothar Matthäus' Abrechnung mit dem DFB-Team den Druck zusätzlich erhöht.
Der erklärte Grund für den Umbau: Klopp wollte sehen, wie sich junge Spieler ohne die Führungsspieler entwickeln. Die Binde trug deshalb der 61-fache Nationalspieler Serge Gnabry, der sie zur Pause an Wirtz weitergab. Klopp trat im Sommer die Nachfolge von Julian Nagelsmann an. Nach dem WM-Aus gegen Paraguay die Wucht der Nagelsmann-Kritik nach dem WM-Aus zu spüren bekommen.
Von der WM-Blamage zum ersten Sieg unter Klopp
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Das Debüt des neuen Bundestrainers bleibt sieglos.
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Die erste Länderspiel-Niederlage Deutschlands überhaupt gegen Griechenland.
- 1. Oktober 20262:0 gegen Serbien
Bischof und Wirtz treffen, Mika Baur wird der 1000. Nationalspieler der DFB-Geschichte.
- 4. Oktober 2026Nächstes Spiel in Thessaloniki
Gegen Griechenland soll der Rückstand von drei Punkten verkürzt werden.
16:0 Torschüsse nach 45 Minuten
Deutschland drückte von Beginn an: Der Freiburger Derry Scherhant wirbelte über die linke Seite, der Münchner Aleksandar Pavlovic hatte in der 8. Minute die erste Chance, Gnabry scheiterte zweimal am glänzend parierenden serbischen Torwart Djordje Petrovic (18./30.). Die einzige Schrecksekunde leistete sich Deutschland selbst, als Kosta Nedeljkovic nach einem Konter über Filip Kostic in der 33. Minute am langen Pfosten aus zwei Metern vergab.
Den Bann brach Bischof: Nach dem Pfostenschuss von Wirtz staubte der 21-Jährige aus rund vier Metern unter die Latte ab – sein erstes Länderspieltor im zweiten Länderspiel. Klopp, der zuvor in den Niederlanden nur 1:1 gespielt und gegen Griechenland verloren hatte, sprach nach dem Schlusspfiff von einem Abend, an dem endlich alles zusammenkam.
„Ich bin echt happy heute. Gegen den Ball war es herausragend und mit dem Ball haben wir einfach wundervollen Fußball gespielt.“
Fünf Debütanten bis zur Nummer 1000
Klopp brachte gegen Serbien fünf Neulinge: Torwart Jonas Urbig (FC Bayern) und Derry Scherhant (SC Freiburg) begannen als Nationalspieler Nr. 997 und 998, Said El Mala (1. FC Köln) wurde Nr. 999. In der Schlussphase kam Mika Baur (Celtic Glasgow) als 1000. Nationalspieler der DFB-Geschichte – Spieler aus der ehemaligen DDR nicht mitgezählt –, Vitaly Janelt (FC Brentford) debütierte als Nr. 1001.
Urbig blieb ohne Gegentor – erstmals seit sieben Länderspielen stand beim DFB wieder die Null. Nach der Pause übernahm Wirtz die Binde und traf nach Zuspiel von Maximilian Mittelstädt zum 2:0, nachdem er den serbischen Verteidiger Babic ausgespielt hatte. Zuvor hatte Nick Woltemade aus kürzester Distanz vergeben (58.), in der Schlussphase parierte Petrovic einen Kopfball von Malick Thiaw (81.). Was der 1000. Nationalspieler nach seinem Debüt sagte, klang nach einem gelungenen Einstand.
„Die Mannschaft war von der ersten bis zur letzten Minute unglaublich. Die Attribute, die wir vorher besprochen haben, mit Gegenpressing eklig zu sein und dennoch gepaart mit geilen Zockern in der Mannschaft, haben wir perfekt umgesetzt.“
Vier Punkte, Platz drei
In der Gruppe A2 bleibt Deutschland mit vier Punkten Dritter – hinter Griechenland (7 Punkte nach dem 2:2 gegen die Niederlande) und den Niederlanden (5). Serbien ist mit null Punkten und der fünften Niederlage in Folge Letzter. Serbische Medien rechneten ab: Dem Portal SportKlub zufolge kam Deutschland auf fast 30 Torschüsse, während Serbien bis zur 78. Minute kaum einen einzigen abgab – das 2:0 sei noch schmeichelhaft gewesen.
Punkte in der Gruppe A2 nach drei Spielen
Deutschland bleibt Dritter, Serbien ohne Punkt
Der nächste Schritt wartet schon
Für ZDF-Reporter Nils Kaben war es ein hochverdienter Erfolg, aber er trat auf die Euphoriebremse: Der Gegner sei tatsächlich schwach gewesen. Die internationale Presse sah mehr: Der Guardian lobte einen souveränen Erfolg, L'Équipe erkannte Klopps Heavy-Metal-Fußball wieder. Am Sonntag geht es in Thessaloniki gegen Griechenland (20:45 Uhr, RTL); mit einem Sieg würde Deutschland nach Punkten gleichziehen. Im November will Klopp seine Aufgebote zu einem Stammkader zusammenführen, das XXL-Modell soll eine Ausnahme bleiben.
