Stornes verpasst Ironman-WM in Kona nach Sturz auf Big Island
Bild: KI-generiert
Extremwetter

Stornes verpasst Ironman-WM in Kona nach Sturz auf Big Island

Erstmals seit 2019 starten Frauen und Männer am selben Tag in Kona – doch der Titelverteidiger fehlt: Eine Windböe hat Casper Stornes vom Rad gerissen. Dazu kommen El Niño, Hitze und ein Hurrikan, der Hawaii streifte.

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Titelverteidiger Casper Stornes kann seinen Titel bei der Ironman-Weltmeisterschaft am 10. Oktober in Kailua-Kona nicht verteidigen. Zwei Tage nach seiner Ankunft auf Big Island erfasste eine Windböe das Vorderrad des Norwegers, er stürzte über den Lenker.

Dabei brach er sich das Schlüsselbein und einen Lendenwirbel. Der 29-Jährige hatte den Titel im Vorjahr in Nizza in 7:51:36 Stunden vor Gustav Iden und Kristian Blummenfelt gewonnen; zwei Tage Kona reichten diesmal nicht. „Kein Kona für mich dieses Jahr“, sagte Stornes.

Instagram · @casperstornes
„Ich bin auf die Schulter gefallen und habe mir das Schlüsselbein gebrochen.“
Casper Stornes, Ironman-Weltmeister 2025 und Titelverteidiger

Hurrikan Nolo zieht vorbei, die Warnungen bleiben

Während der Titelverteidiger verletzungsbedingt ausfiel, richtete sich der Blick auf Hurrikan „Nolo“. Am 29. September stufte das National Hurricane Center den Sturm als Kategorie 4 ein: Er zog mit 8 mph nach Norden, sein Zentrum blieb deutlich südwestlich und westlich der Hauptinseln, eine Abschwächung war erwartet – die Swells trafen trotzdem auf die Südküsten.

Zuvor hatte der US-Wetterdienst eine Hurrikan-Warnung für Hawaii herausgegeben, wie der Bericht zur Extrem-Rückkehr nach Hawaii festhält. „Nolo“ hatte 235 Kilometer südlich von Big Island 165 km/h erreicht. Am 1. Oktober meldete der Katastrophenschutz, der Sturm entferne sich, Big Island komme weitgehend glimpflich davon; die Warnung vor lebensgefährlichen Wellen und Strömungen an den Südküsten blieb.

Von der Titelverteidigung zum Ausfall

  1. 14. September 2025
    Stornes wird Weltmeister in Nizza

    Der Norweger gewinnt in 7:51:36 Stunden vor Gustav Iden und Kristian Blummenfelt.

  2. 30. April 2026
    Kona kehrt zu einem einzigen Renntag zurück

    Nach einer Befragung von über 10.000 Athleten bestätigt Ironman einen Renntag am 10. Oktober 2026 für Profi-Frauen und -Männer.

  3. 24./26. September 2026
    Sturz zwei Tage nach der Ankunft

    Eine Windböe erfasst das Vorderrad, Stornes bricht sich das Schlüsselbein und einen Lendenwirbel.

  4. 27. September 2026
    Erste Eventualpläne

    Im Podcast „Triathlon Hour“ ist von Sitzungen bei Ironman die Rede; Reece Barclay soll einen Privatjet gebucht haben, um Lucy Charles-Barclay von Hawaii nach Los Angeles zu holen.

  5. 29. September 2026
    Hurrikan-Warnung für Hawaii

    „Nolo“ ist Kategorie 4 und zieht mit 8 mph nach Norden; das Zentrum bleibt westlich der Inseln.

  6. 1. Oktober 2026
    Der Sturm zieht ab

    Big Island kommt weitgehend glimpflich davon, die Warnung vor Wellen und Strömungen bleibt.

  7. 10. Oktober 2026
    Renntag in Kailua-Kona

    Profistart ist um 6:25 Uhr HST – erstmals seit 2019 Frauen und Männer am selben Tag.

El Niño, Mumuku-Winde und verbotene Neoprenanzüge

Für den Renntag könnte El Niño das Rennen noch härter machen: Das Klimaphänomen sorgt 2026 für eine ungewöhnlich starke Hurrikansaison und dürfte Hitze und Schwüle verstärken, wie die Angst vor Extremwetter beim Ironman beschreibt. Laut tri-mag.de könnten die gefürchteten Mumuku-Winde dafür moderater ausfallen – weniger Gegenwind, aber auch weniger Abkühlung.

Weil die Wassertemperatur hoch ist, sind Neoprenanzüge verboten; der zusätzliche Auftrieb fehlt. Besonders hart trifft es den Marathon durch das menschenleere „Energy Lab“, wo die Lavafelder die Hitze verstärken. „Es ist, als würde man in einem kochenden Topf laufen“, sagt Kristian Blummenfelt, Weltmeister von 2022.

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Rund 3.000 Athleten, 16 deutsche Profis, ein letzter Start

Rund 3.000 Athletinnen und Athleten sind gemeldet, darunter 56 Profi-Männer und 55 Profi-Frauen. Deutschland stellt über 200 Teilnehmende, 16 davon sind Profis.

Erstmals seit 2019 starten Profi-Frauen und -Männer am selben Tag auf derselben Strecke: 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren, 42,2 Kilometer Laufen. Für Patrick Lange, dreimaliger Hawaii-Sieger und Streckenrekordhalter von 2024 (7:35:53 Stunden), wird es mit 40 Jahren der letzte Start auf Big Island.

Gemeldete Teilnehmende bei der Ironman-WM 2026 in Kona

Deutschland stellt mehr als 200 Teilnehmende, darunter 16 Profis.

Quelle: tri-mag.de, Stand 2. Oktober 2026

Der Renntag entscheidet sich vor Ort

Ob dieser 10. Oktober so extrem wird wie befürchtet, entscheidet sich auf Big Island. Wassertemperatur, Windrichtung und die Hitze über den Lavafeldern lassen sich Tage vorher nicht festlegen; fest steht der Profistart um 6:25 Uhr HST.

„Eines ist jedenfalls sicher. Ich werde 2027 gesünder und stärker sein und dann wieder das Rennen auf Big Island in Angriff nehmen.“
Casper Stornes, Ironman-Weltmeister 2025 und Titelverteidiger

Der Titelverteidiger hat seinen Kona-Start abgeschrieben und plant für 2027. Offen bleibt, ob Ironman bei Hitze, Wellen und verbotenen Neoprenanzügen an einem einzigen Renntag festhält – oder ob die Eventualpläne, über die am 27. September berichtet wurde, doch noch greifen.