Musk soll fürs Pentagon die Schlachtfelder der Zukunft planen
Bild: KI-generiert
Interessenkonflikt

Musk soll fürs Pentagon die Schlachtfelder der Zukunft planen

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth lässt Elon Musk, Palmer Luckey und Newt Gingrich planen, wie die USA künftig Krieg führen – keiner der drei hat je gedient, Musks SpaceX und Lückeys Anduril aber erhalten Milliardenaufträge vom Pentagon. Der Bericht soll bis zum 28. Januar 2027 vorliegen.

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Elon Musks SpaceX und Palmer Lückeys Rüstungsfirma Anduril erhalten Milliardenaufträge vom Pentagon – und sollen jetzt mitentscheiden, welche Waffen die USA künftig brauchen. Am 30. September 2026 kündigte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in seiner State-of-the-Force-Rede auf der Marine Corps Base Quantico das „Project Meridian“ an.

Co-Leiter werden Musk, der Anduril-Gründer Palmer Luckey und der frühere republikanische Repräsentantenhaus-Sprecher Newt Gingrich; die Federführung liegt beim Pentagon-Technologiechef Emil Michael. Das Gremium soll die „Schlachtfelder der Zukunft“ untersuchen und bestimmen, welche Waffen und Technologien die US-Streitkräfte brauchen – „von unter der Erde bis jenseits des Mondes“, wie aus Hegseths Redetext zur State of the Force hervorgeht.

Keiner der drei Co-Leiter hat gedient

Keiner der drei Co-Leiter hat in den US-Streitkräften gedient. Zugleich sind Musks SpaceX und Lückeys Anduril milliardenschwere Auftragnehmer des Pentagons. Kritiker sehen darin einen Interessenkonflikt: Wer selbst am Waffengeschäft verdient, soll mitentscheiden, welche Systeme der Staat einkauft.

Allein 2025 vergab das Marine Corps einen Auftrag über bis zu 642 Millionen US-Dollar an Anduril für Counter-Drohnen-Systeme. Im Mai 2026 folgten zwei Space-Force-Aufträge über 4,16 Milliarden und 2,29 Milliarden US-Dollar an SpaceX. Hegseth hält den Blick von außen dennoch für nötig: „Wir sollten die Demut haben anzuerkennen, dass die besten Prognostiker künftiger Konflikte nicht allein im Pentagon sitzen.“

Pentagon-Aufträge an die Firmen der Meridian-Co-Leiter

Auftragsvolumen in Milliarden US-Dollar

Quelle: Auftragsangaben des US-Verteidigungsministeriums, 2025 und 2026

Musks erste feste Regierungsrolle seit DOGE

Für Musk ist es die erste feste Regierungsrolle seit seinem chaotischen Ausscheiden bei der Behörde DOGE und dem öffentlichen Streit mit Präsident Donald Trump. Inzwischen hat er sich dem Weißen Haus wieder angenähert.

Am 29. September 2026, einen Tag vor der Quantico-Rede, nahm Musk an einem Treffen im Weißen Haus zur Sicherheit Künstlicher Intelligenz teil und sprach dort von „Superintelligenz“. Seine Linie für künftige Kriege hatte er bereits 2024 öffentlich formuliert: „Künftige Kriege drehen sich nur um Drohnen und Hyperschallraketen.“

Von Musks Drohnen-Prognose bis zum Meridian-Bericht

  1. 2024
    Musk formuliert seine Kriegsthese

    Öffentlich sagt er: Künftige Kriege drehen sich nur um Drohnen und Hyperschallraketen.

  2. Januar 2025
    DOGE-Start und Hegseths Amtsantritt

    Musk beginnt unter Kontroversen bei der Behörde DOGE, Pete Hegseth wird US-Verteidigungsminister.

  3. Mai 2026
    Space Force ordert bei SpaceX

    Zwei Aufträge über 4,16 und 2,29 Milliarden US-Dollar gehen an Musks Raumfahrtfirma.

  4. 29. September 2026
    Musk im Weißen Haus

    Bei einem Treffen zur Sicherheit Künstlicher Intelligenz spricht Musk von „Superintelligenz“.

  5. 30. September 2026
    Projekt Meridian in Quantico

    Hegseth benennt Musk, Luckey und Gingrich als Co-Leiter, kündigt AUTOWARCOM an und bestätigt 20 Prozent weniger Generalsstellen.

  6. 28. Januar 2027
    Frist für den Abschlussbericht

    120 Tage nach der Ankündigung soll der Bericht vorliegen, öffentlich mit vertraulichem Anhang.

Hegseth baut das Pentagon um

In derselben Rede kündigte Hegseth das neue Vier-Sterne-Kampfkommando „Autonomous Warfare Command“ (AUTOWARCOM) an, das autonome und robotische Waffensysteme bündelt. Schon im Februar 2025 hatte er Generalstabschef Charles Q. Brown Jr. und Marine-Oberbefehlshaberin Lisa Franchetti wenige Tage vor Beginn des Irankriegs entlassen.

Der Verteidigungsminister bestätigte zudem, dass die Zahl der Generals- und Admiralsstellen um 20 Prozent sinkt – rund 170 Positionen fallen weg. Den Abbau begründet er mit einem Kulturwechsel: „Man kann eine Kultur nicht mit denselben Leuten ändern, die sie ermöglicht haben. Personal ist Politik – auf jeder einzelnen Ebene“, sagte Hegseth in Quantico. Anschließend sagte er: „Wir sind nicht länger das woke Ministerium oder das schwache Ministerium.“

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120 Tage bis zum Abschlussbericht

Die Ergebnisse sollen binnen 120 Tagen vorliegen, also bis zum 28. Januar 2027. Geplant ist ein öffentlicher Bericht mit vertraulichem Anhang; das Memorandum des Verteidigungsministeriums erschien am Tag der Rede.

Über die Personalie berichteten US- und deutsche Medien am 1. Oktober 2026, darunter die Meldung zur Berufung der drei Co-Leiter. Offen ist, ob Musks SpaceX und Lückeys Anduril von den Empfehlungen ausgenommen werden.