Heino fordert Hymnen-Unterricht an deutschen Schulen
Weil Jugendliche in einer Turnhalle die Nationalhymne nicht mitsingen, fordert Heino, die Hymne an Schulen zu unterrichten. Auf seiner Tour will er sie als letztes Lied spielen.
Jugendliche in einer Schulturnhalle, die die deutsche Nationalhymne nicht vollständig mitsingen – für Heino ist das ein Fall für den Lehrplan. Der Schlagersänger fordert, die Hymne an Schulen zu unterrichten, und hat daraus einen öffentlichen Vorstoß gemacht.
Anlass ist ein Video aus einer Schulturnhalle, in dem Jugendliche die Hymne nicht vollständig mitsingen. Heino hat es in einem Instagram-Beitrag verbreitet und die Szene scharf kritisiert – wie der Bericht über Heino und das Schul-Video beschreibt.
Instagram · @heino.offiziell
„Das ist ja furchtbar! Und deswegen bin ich dafür, dass die deutsche Nationalhymne an Schulen gelehrt wird.“
Heino, Schlagersänger
Heino will die Hymne als letztes Lied spielen
Zu dem Beitrag schreibt Heino laut dem Focus-Bericht über Heinos Hymnen-Forderung, Deutschland habe „eine sehr schöne Nationalhymne“, die man „nicht nur bei großen Fußballspielen singen sollte“. Bei seiner Tournee „Made in Germany Vol. 2“ will er sie als letztes Lied spielen.
Für Heino ist das eine Rückkehr zu einem alten Thema. 1977 nahm er im Auftrag des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger das Deutschlandlied mit allen drei Strophen auf. Die Platten waren für den Schulunterricht gedacht – nach heftiger Kritik wurden sie nicht an Schulen verteilt.
Erlasse regeln die Hymne seit 1979
1979 trat in Nordrhein-Westfalen ein Erlass in Kraft, der Melodie und dritte Strophe im Unterricht vorsah, einschließlich ihrer historischen Entwicklung und des Missbrauchs des Deutschlandliedes. 1992 erließ Bayern eine eigene Regelung.
2024 sprach sich der frühere Bundespräsident Christian Wulff dafür aus, der Hymne in Schulen mehr Platz zu geben. Ihm ging es nicht um Nationalstolz, sondern um Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Hymne und die Schulen: eine jahrzehntelange Debatte
1979
Nordrhein-Westfalen erlässt eine Regelung
Melodie und dritte Strophe der Nationalhymne sollen im Unterricht behandelt werden – samt ihrer historischen Entwicklung und dem Missbrauch des Deutschlandliedes.
1992
Bayern zieht nach
Bayern erlässt eine entsprechende Regelung zur Behandlung der Nationalhymne im Unterricht.
2024
Wulff fordert mehr Platz für die Hymne
Der frühere Bundespräsident Christian Wulff spricht sich für einen stärkeren Platz der Hymne an Schulen aus – mit Verweis auf Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt statt auf Nationalstolz.
2026
Bayern verschärft die Vorgaben
Ab dem Schuljahr 2026/27 müssen Abschlussfeiern an staatlichen weiterführenden Schulen die Bayernhymne und mindestens eine weitere Hymne spielen – deutsche Nationalhymne oder Europahymne.
1./2. Oktober 2026
Heino reagiert auf ein Schul-Video
Der Sänger verbreitet ein Video aus einer Turnhalle, in dem Jugendliche die Hymne nicht vollständig mitsingen, und fordert Hymnen-Unterricht an Schulen.
Bayern verschärft die Vorgaben
Bayern hat 2026 nachgelegt: Vom Schuljahr 2026/27 an müssen bei Abschlussfeiern an staatlichen weiterführenden Schulen die Bayernhymne und mindestens eine weitere Hymne gespielt werden – die deutsche Nationalhymne oder die Europahymne.
Wie die Hymne im Unterricht behandelt wird, regeln die Länder über Erlasse: Nordrhein-Westfalen seit 1979, Bayern seit 1992 – und nun mit erweiterten Vorgaben für Abschlussfeiern. Heinos Vorstoß zielt auf genau diesen Rahmen, nicht auf das Singen im Stadion.
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Der Streit ist nicht entschieden
Mit dem Tour-Finale verlegt Heino den Schauplatz: Auf „Made in Germany Vol. 2“ soll die Hymne als letztes Lied laufen. Aus einer Debatte über Lehrpläne wird so ein Konzertprogramm.
Offen bleibt, ob weitere Länder ihre Vorgaben für Abschlussfeiern nach bayerischem Muster verschärfen. In Nordrhein-Westfalen gilt der Erlass von 1979 bis heute. Ob Heinos Vorstoß daran etwas ändert, entscheiden die Länder – nicht der Sänger.