Bayern plant sechs zusätzliche Wochenstunden an Grundschulen
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Bildungspolitik

Bayern plant sechs zusätzliche Wochenstunden an Grundschulen

Das bayerische Kultusministerium bestätigt sechs zusätzliche Wochenstunden für Mathematik, Deutsch, Sport und Musik. Erst- und Zweitklässler kämen auf 25 Stunden, Dritt- und Viertklässler auf 30 – doch die Opposition bezweifelt, dass Bayern genug Lehrkräfte dafür hat.

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Für sechs zusätzliche Unterrichtsstunden pro Woche brauchen Bayerns Grundschulen nach einer ersten groben Schätzung rund 1300 zusätzliche Lehrkräfte. Die Stellen sollen binnen zwei Jahren entstehen. Woher das Geld dafür kommt, sagt das Kultusministerium bislang nicht.

Bestätigt ist bislang nur die Stundenzahl. Auf dpa-Anfrage erklärte das Ministerium, vorgesehen seien „in den nächsten Jahren insgesamt sechs Stunden zusätzlich“ an der Grundschule, gestärkt werden sollten Mathematik, Deutsch, Sport und Musik. Bayern reagiert damit auf die jüngsten Pisa-Ergebnisse, wie der SPIEGEL über die Pisa-Folgen berichtet.

Was sich für Erst- bis Viertklässler ändert

Den Anstoß gab Ministerpräsident Markus Söder: Ende September kündigte er auf der Klausurtagung der CSU-Landtagsfraktion eine Unterrichtsoffensive an den Grundschulen an. Am 1. Oktober stellte Kultusministerin Anna Stolz die Pläne im Bildungsausschuss des Landtags vor und sprach von „mehr ganzheitlicher Bildung, auch mehr Sport und mehr Musik“.

Wie die Augsburger Allgemeine über die geplante 30-Stunden-Woche berichtet, sollen Erst- und Zweitklässler eine Wochenstunde mehr bekommen, Dritt- und Viertklässler zwei. Der CSU-Bildungsexperte Peter Tomaschko sagt: „Wir werden die Grundschule stärken, mit pro Woche jeweils einer Stunde mehr in der ersten und zweiten Klasse und zwei Stunden mehr in der dritten und vierten.“

Wochenstunden an Bayerns Grundschulen

bisherige Stundentafel und geplante Ausweitung

Quelle: Bayerisches Kultusministerium

1300 Stellen in zwei Jahren – Finanzierung offen

Offen bleibt, was die Ausweitung kostet. Für den neuen Doppelhaushalt seien „auf jeden Fall“ weitere Planstellen nötig, sagte ein Sprecher des Ministeriums; eine Zahl nannte er nicht. Auch ein Startzeitpunkt für die gesamte Ausweitung ist bislang nicht genannt.

„Der CSU-Bildungsexperte Peter Tomaschko schätzt: „Die Reform erfordert nach einer ersten groben Schätzung 1300 zusätzliche Lehrkräfte. Diese Stellen werden wir bereits innerhalb von zwei Jahren an den Grundschulen schaffen.““
Peter Tomaschko, Bildungsexperte der CSU-Landtagsfraktion

Kultusministerin Stolz erklärte den früheren Verzicht auf eine höhere Stundentafel damit, dass damals nicht genügend Lehrkräfte vorhanden gewesen seien. Kultusministerin Stolz begründet den Kurswechsel so: „Die Rahmenbedingungen haben sich geändert.“ Früher sei das nicht möglich gewesen, „weil wir nicht genügend Lehrkräfte hatten“.

Opposition verlangt verbindliche Zusagen

Grüne, AfD und SPD bezweifeln, dass die Zusatzstunden überhaupt kommen. Sie fordern verpflichtende Fördermaßnahmen, weniger Unterrichtsausfall und eine Personalplanung, die den Namen verdient. Die SPD-Abgeordnete Katja Weitzel bringt es auf eine Formel: „Das muss mit Personal hinterlegt werden.“

Skepsis kommt auch aus der Koalition. Der Freie-Wähler-Abgeordnete Martin Brunnhuber warnt davor, zu viel über die Schule steuern zu wollen: „Wir müssen uns schon ganz genau überlegen, was wir mit der Schule überhaupt steuern können.“

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Starttermin und Personalplan fehlen

Wann die sechs Stunden tatsächlich kommen, ist offen. Festgezurrt ist bislang nur eine Sportstunde zusätzlich für die ersten Klassen, angekündigt für das Schuljahr 2027/28. Sie zählt nach Angaben eines Ministeriumssprechers zu den sechs neuen Stunden hinzu.

Ob der Zeitplan hält, hängt am Geld: Die zusätzlichen Stellen müssen im neuen Doppelhaushalt auftauchen, sonst bleibt die Reform eine Ankündigung. Einen Termin, bis zu dem das Kabinett die Ausweitung beschließt, gibt es bislang nicht.