Tod einer Labortechnikerin in Sibirien: Pest-Angaben noch unbestätigt
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Seuchenfall

Tod einer Labortechnikerin in Sibirien: Pest-Angaben noch unbestätigt

Eine Labortechnikerin ist in der Region Irkutsk gestorben. Medien berichten von Lungenpest; eine offizielle Bestätigung der Pestform und des Ansteckungswegs steht laut Artikel noch aus.

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In der ostsibirischen Stadt Schelechow ist die Labortechnikerin Darya Shipilova (28) an der Lungenpest gestorben. Bis zu 200 Menschen, die Kontakt zu ihr hatten, stehen seither unter medizinischer Beobachtung, 189 von ihnen wurden nach Angaben des Senders REN TV hospitalisiert. Rund 100 Beschäftigte des Bezirkskrankenhauses Schelechow wurden ebenfalls isoliert.

Vieles an dem Fall ist bis heute unbestätigt. Fest steht: Die Region Irkutsk rief eine Sonderkommission für Sanitär- und Seuchenfragen zusammen, das Bezirkskrankenhaus Schelechow, in dem Shipilova behandelt wurde und starb, wurde unter Quarantäne gestellt, und öffentliche Veranstaltungen in Irkutsk wurden abgesagt. Am 3. Oktober berichteten auch Medien außerhalb Russlands, darunter die WELT über den Pest-Tod in Sibirien berichtet.

Zerbrochenes Reagenzglas als Auslöser

Shipilova arbeitete nach Angaben örtlicher Medien am Institut zur Pestbekämpfung in Irkutsk. Als Auslöser gilt ein Laborunfall: Nach Darstellung des Portals „Menschen vom Baikal" (Lyudi Baikala) zerbrach sie am 25. September 2026 ein Reagenzglas mit dem Erreger der Lungenpest, Yersinia pestis. Andere Berichte nennen stattdessen einen Rattenbiss oder eine Dienstreise nach Burjatien.

Vier Tage später, am 29. September, wurde die 28-Jährige mit den Symptomen einer schweren Lungenentzündung in das Bezirkskrankenhaus Schelechow eingeliefert und an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Am 1. oder 2. Oktober starb sie dort. Die Angaben schwanken: Einige Medien nennen Donnerstag, den 1. Oktober, andere den frühen Morgen des 2. Oktober.

Quarantäne in Schelechow und Irkutsk

Schon am 1. Oktober wurden rund 90 Kontaktpersonen in einem früheren Covid-Zentrum unter Quarantäne gestellt. In Irkutsk tagte die Führung von Sicherheits- und Verwaltungsstrukturen, FSB-Einheiten begleiteten Rettungswagen. Rund 100 Mitarbeiter des Bezirkskrankenhauses Schelechow wurden ebenfalls isoliert.

Russlands Chef-Sanitätsärztin Anna Popova reiste aus Moskau an, rund 4.200 Kilometer weit. Am 2. Oktober bestätigte Schelechows Bürgermeister Maxim Modin die Quarantäne des Krankenhauses, wie dem Bericht über den Pest-Verdacht in Irkutsk zu entnehmen ist. Burjatiens Gouverneur Alexei Zydenow erklärte in einem Onlinedienst, in der Nachbarregion sei eine Frau an der Pest gestorben, und relativierte die Aussage später auf „möglicherweise".

Entwarnung mit Vorbehalt

Irkutsks Gouverneur Igor Kobzev berief eine Sondersitzung mit Popova ein. In einer Mitteilung versuchte er, die Lage zu beruhigen – die Kontaktpersonen seien alle unter Beobachtung, Anzeichen einer Erkrankung gebe es nicht.

„Alle identifizierten Kontaktpersonen wurden unter medizinische Beobachtung gestellt. Stand heute zeigen die Kontakte keine Krankheitsanzeichen, und ihre Laborergebnisse sind negativ.“
Igor Kobzev, Gouverneur der Region Irkutsk

Zuvor hatte Kobzev nur von einem „Verdachtsfall einer besonders gefährlichen Infektion bei einer Einwohnerin der Region" gesprochen. Eine offizielle Bestätigung von Pestform und Ansteckungsweg steht weiter aus. Am 4. Oktober berichteten Medien von 197 unter medizinischer Beobachtung gestellten Kontaktpersonen. Der letzte registrierte Pestfall in Russland war 2016 ein zehnjähriges Kind in der Republik Altai.

Gelöschte Warnungen, laufende Ermittlungen

Die Behörden ermitteln wegen möglicher Verstöße gegen Gesundheitsschutzvorschriften mit Todesfolge. Zugleich löschten lokale Stellen eigene Hinweise: Die Stadt Baikalsk entfernte einen Reise-Warnpost nach zwei Stunden, der Sender REN TV löschte fünf Telegram-Beiträge. Beobachter werfen den Behörden deshalb Vertuschung vor.

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Solange Pestform und Ansteckungsweg nicht offiziell bestätigt sind, bleibt die zentrale Frage offen: War es tatsächlich der Laborunfall im staatlichen Institut zur Pestbekämpfung? Die Zahl der unter Beobachtung gestellten Menschen stieg zuletzt auf 197, und die öffentlichen Veranstaltungen in Irkutsk bleiben abgesagt.