Feuer auf Campingplatz Bella Italia zerstört 30 Bungalows
Ein Feuer hat am frühen Sonntagmorgen auf dem Campingplatz Bella Italia am Gardasee rund 30 Bungalows erfasst. 24 Menschen wurden verletzt, vier deutsche Feuerwehrleute halfen noch als Urlauber beim Löschen.
Es war noch dunkel, als am Sonntag kurz vor 6 Uhr morgens die Flammen aus einem Bungalow schlugen. Der Brand brach auf dem Campingplatz Bella Italia in Peschiera del Garda am Südufer des Gardasees aus — zu einer Stunde, in der die meisten Gäste schliefen.
Nach Angaben der Feuerwehr erfasste das Feuer rund 30 Bungalows in drei kompletten Reihen sowie mehrere Autos und Vegetation. Ein Van brannte vollständig aus. Die Löscharbeiten wurden zusätzlich dadurch erschwert, dass Gas- und GPL-Flaschen in den Unterkünften explodierten und geparkte Fahrzeuge im Weg standen.
Der Platz ist groß: Bis zu 7.500 Personen passen auf das Gelände, das sich über 30 Hektar erstreckt und über 1.700 Stellplätze sowie mehr als 1.400 Unterkünfte verfügt — Mobilheime, Bungalows, Apartments und Hotelzimmer. Vermarktet wird die Anlage als Fünf-Sterne-Familiencampingplatz.
Der Alarm lief kurz vor 6 Uhr ein. Die Feuerwehr von Verona rückte mit 20 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen an, Verstärkung kam aus Brescia, dazu sechs Fahrzeuge des Rettungsdienstes Suem 118. Die Behörden aktivierten das Protokoll für Großschadenslagen und alarmierten alle regionalen Kliniken.
Ein Verletzter im roten Code
Insgesamt mussten 24 Menschen vor Ort behandelt oder in Krankenhäuser gebracht werden, wie der Bericht über die Verletzten am Gardasee festhält. Sieben von ihnen kamen in die Notaufnahme des Krankenhauses von Peschiera del Garda, darunter eine Schweizer Familie mit drei Kindern.
Verletzte nach Ersteinschätzung der Rettungsdienste
24 Menschen wurden vor Ort behandelt oder in Kliniken gebracht
Quelle: Ersteinschätzung der Rettungsdienste, 4. Oktober 2026
Die Ersteinschätzung der Rettungsdienste fiel eindeutig aus: ein Verletzter im roten Code, sieben im gelben Code, 16 im grünen. Ein Tourist erlitt Verbrennungen dritten Grades, die meisten anderen Menschen wurden mit Kohlenmonoxidvergiftungen versorgt.
Der Präsident des Regionalrats Venetien, Luca Zaia, äußerte sich noch am Brandtag. Allen Verletzten, ihren Familien und allen Beteiligten gelte seine aufrichtige Nähe, verbunden mit dem Wunsch einer schnellen Genesung, ließ er mitteilen.
Vier Feuerwehrleute aus Hessen greifen im Urlaub ein
Zu den ersten, die eingriffen, gehörten vier Feuerwehrleute aus Dietzenbach in Hessen. Sie waren erst am Vortag zu ihrem Urlaub auf dem Platz angekommen und bemerkten den Brand kurz nach 6 Uhr. Sie weckten schlafende Gäste und brachten einen Verletzten ins Krankenhaus.
Die vier Männer räumten zudem Gasflaschen aus dem Gefahrenbereich, die in der Hitze zu gefährlichen Geschossen werden konnten. Anwohner und Gäste berichteten von einem lauten Knall, als die Flaschen in den brennenden Unterkünften barsten. Der Präsident des Regionalrats Venetien, Luca Zaia, richtete diesen Dank an die vier Helfer:
„Ich möchte auch den vier deutschen Feuerwehrleuten aus Dietzenbach in Deutschland danken, die seit gestern im Campingplatz Urlaub machten und, als sie den Brand bemerkten, sofort eingriffen und halfen, die Flammen zu bekämpfen, bis die Teams der Feuerwehr eintrafen.“
Luca Zaia, Präsident des Regionalrats Venetien
Bemerkenswert an diesem Dank ist, wer da gelobt wird: keine italienische Einheit, sondern vier Urlauber, die nicht zum örtlichen Feuerwehrdienst gehören. Sie griffen ein, noch bevor die ersten Teams der Vigili del Fuoco an der Unglücksstelle waren.
Das Feuer war um 10:30 Uhr unter Kontrolle
Nach mehreren Stunden hatten die Einsatzkräfte die Flammen gegen 10:30 Uhr unter Kontrolle. Die Sicherungsarbeiten zogen sich bis 17:00 Uhr hin, erst dann meldete die Feuerwehr von Verona den Abschluss des Einsatzes.
Zur Ursache gibt es bislang nur eine erste Einschätzung: Angaben zum Brandausbruch in einem Bungalow deuten auf ein Versehen im Inneren einer der Unterkünfte hin. Feuerwehrtechniker und Carabinieri ermittelten am Sonntag weiter.
Erst im Sommer wurde der Brandschutz erneuert
Peschieras Bürgermeisterin Orietta Gaiulli verteidigte die Sicherheitsvorkehrungen der Anlage. Der Campingplatz habe „den Brandschutz gerade in diesem Sommer“ überarbeitet, erneuert, neu organisiert und geprüft, sagte sie. Die Einsätze seien sehr zeitnah gewesen und hätten das Schlimmste verhindert.
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Wann die Ermittler ein Ergebnis vorlegen, ist noch nicht bekannt. Bis dahin ist auch offen, ob der im Sommer erneuerte Brandschutz den Bewohnern der drei Bungalow-Reihen im Ernstfall Zeit verschafft hat. Gaiullis Einschätzung stammt vom Brandtag selbst.