Polizei prüft rund zehn Fälle zu TikTok-Drohungen an Schulen
Bild: KI-generiert
Gruseltrend

Polizei prüft rund zehn Fälle zu TikTok-Drohungen an Schulen

Polizei Westhessen und das Schulamt Weilburg warnen Eltern vor einer als Horrorfigur umgedeuteten Kinderbuchkatze: Die TikTok-Videos nennen Schulen, Schülernamen und Wohnorte als angebliche Ziele. Rund zehn Fälle werden strafrechtlich geprüft.

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Eine als Horrorfigur umgedeutete Kinderbuchkatze versetzt hessische Schulen in Aufregung. In Videos auf TikTok wird „The Cat in the Hat“ als Bedrohung inszeniert – die Clips nennen teils konkrete Schulen, Schülernamen und Wohnorte als angebliche Ziele.

Die Polizei Westhessen und das Staatliche Schulamt Weilburg haben deshalb gemeinsam ein Informationsschreiben für Eltern erstellt. Wie der hessenschau-Bericht über die Horrorkatze an Schulen belegt, prüft die Polizei inzwischen rund zehn Fälle im Landkreis Limburg-Weilburg strafrechtlich.

Polizei und Schulamt schreiben Eltern an

Das Staatliche Schulamt Weilburg ist für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg zuständig. Nach Angaben von Sprecher Dirk Fredl wurden die Videos aus verschiedenen Schulformen gemeldet – sogar aus einer Grundschule. Betroffen sind also nicht nur weiterführende Schulen.

Vor allem die Wirkung auf die Jüngsten beschäftigt die Behörden, und sie machen deutlich, dass sie die Drohungen nicht als Jugendschabernack abtun. „Bedrohungen sind kein Kavaliersdelikt“, sagt Samir Abadi, Jugendkoordinator der Polizei Westhessen.

„Jüngere Kinder entwickeln zum Teil echte Ängste.“
Dirk Fredl, Sprecher des Staatlichen Schulamts Weilburg

Viele Aufnahmen sind KI-generiert

Trotz der Aufregung dämpft die Polizei die Erwartung an eine reale Gefahr. Viele der kursierenden Aufnahmen sind laut den Ermittlern KI-generiert oder anderweitig manipuliert. Das Risiko tatsächlicher Übergriffe gilt als sehr gering.

Für die Schulen bleibt es damit vor allem ein Problem der Angst. Die Videos erzeugen bei Kindern eine Bedrohung, die die Polizei selbst für sehr unwahrscheinlich hält. Das gemeinsame Schreiben von Polizei und Schulamt soll Familien für genau diesen Widerspruch sensibilisieren.

Von Großbritannien über die USA nach Hessen

Der Grusel um „The Cat in the Hat“ ist kein hessisches Phänomen. Auffällig ist, wie schnell aus einer Figur aus einem Kinderbuch eine Drohkulisse wurde: In den USA wurden laut Berichten mehrere Jugendliche festgenommen, nachdem der Trend zuvor Großbritannien und Irland erfasst hatte.

Wie der Grusel-Trend nach Hessen kam

  1. Ende Juni 2026
    Erste Videos auf TikTok

    Erste Grusel-Videos zur Figur „The Cat in the Hat“ tauchen auf. Als Ausgangspunkt gilt ein Clip aus der Verfilmung von 2003.

  2. August 2026
    Der Trend erreicht Großbritannien und die USA

    Von Großbritannien und Irland schwappt die Welle in die USA. Dort werden laut Berichten mehrere Jugendliche festgenommen.

  3. 1. Oktober 2026
    Die Frage nach der Strafbarkeit

    Ein mittelhessisches Nachrichtenportal berichtet über den Trend und die Frage, wann er strafbar wird.

  4. 2. Oktober 2026
    hr1 greift das Thema auf

    Der hr sendet um 12:30 Uhr einen Beitrag über den TikTok-Trend und die Ängste von Jugendlichen.

  5. 4. Oktober 2026
    Warnung an hessische Schulen

    hessenschau.de und tagesschau.de melden, dass die Horrorkatze hessische Schulen erreicht; Polizei Westhessen und Schulamt Weilburg warnen.

Rund zehn Fälle gehen zur strafrechtlichen Prüfung

Die rund zehn Fälle im Landkreis Limburg-Weilburg liegen bei der Polizei zur strafrechtlichen Prüfung. Ein mittelhessisches Nachrichtenportal hatte bereits am 1. Oktober die Frage gestellt, wann der Trend strafbar wird. Geprüft wird nun im Einzelfall, ob sich die Urheber strafbar gemacht haben.

Für Eltern bleibt die praktische Frage, wie sie mit ihren Kindern über die Videos sprechen sollen. Genau dafür haben Polizei und Schulamt ihr Schreiben verfasst. Offen ist, ob aus den rund zehn Prüffällen Anklagen werden – und ob der Trend mit dem nächsten Video weitere hessische Schulen erreicht.

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