Pick-up tötet zwei deutsche Urlauber in Khao Lak und flieht
Ein weißer Pick-up erfasst zwei deutsche Urlauber auf dem Zebrastreifen mitten in Khao Lak und rast weiter. Erst am Samstag stellt sich der Fahrer mit dem beschädigten Wagen – die Blut- und Drogentests stehen noch aus.
Ein weißer Pick-up hat am Freitagabend in Khao Lak zwei deutsche Urlauber auf einem Fußgängerüberweg erfasst und getötet. Der Fahrer hielt nicht an, leistete keine Hilfe und raste in Richtung Thai Mueang davon. Erst am Samstagnachmittag stellte er sich der Polizei – mit dem beschädigten Wagen.
Gabriela Gulden (63) und Wilbert Schwiers (64) waren erst zwei Tage zuvor in Thailand angekommen. Am 2. Oktober überquerten sie gegen 21.45 Uhr Ortszeit die Phetkasem Road auf dem Zebrastreifen vor dem Orchid-Geschäft in Khuekkhak, dem Zentrum von Khao Lak. Sie waren auf dem Weg zu einem Restaurant.
Ihr Hotel, das Le Menara Khao Lak Resort in Bang Muang im Bezirk Takua Pa, war bis zum 9. Oktober gebucht.
Der weiße Mazda BT-50 mit Bangkoker Kennzeichen kam aus Richtung des Verkehrs in Fahrtrichtung Thai Mueang. Beide wurden schwer verletzt ins Khao Lak Medical Centre gebracht. Um 22.32 Uhr erklärten Ärzte den Mann für tot, um 23.04 Uhr erlag die Frau ihren Verletzungen, wie der Bericht des Farang über den tödlichen Unfall festhält.
„Der Unfall ereignete sich gegen 21.45 Uhr auf der Phetkasem Road in Fahrtrichtung Thai Mueang vor dem Restaurant Orchid in Khuekkhak im Bezirk Takua Pa.“
Chokdee Saengmanee, Ermittlungsbeamter der Polizeiwache Khao Lak
Der Pick-up fuhr bei Rot über die Ampel
Die Khao Laker Polizei stützt sich auf die Auswertung mehrerer Überwachungskameras an der Kreuzung. Sie sind die Grundlage für den Vorwurf, dass der Pick-up-Fahrer die rote Ampel am Fußgängerüberweg missachtete.
Der Polizeichef von Khao Lak, Jetsada Chanphum, beschreibt den Ablauf so: „Als er den Überweg in einem bewohnten Gebiet erreichte, fuhr er bei Rot über die Ampel und erfasste das Paar, als es vom Mittelstreifen in Richtung eines Restaurants die Straße überquerte.“
Der Fahrer stoppte nicht und setzte seine Fahrt in Richtung Thai Mueang fort. Fahrerflucht nach tödlichen Unfällen ist auch in Deutschland ein Thema – etwa bei dem tödlichen Unfall auf der A3 bei Emmerich, nach dem der mutmaßliche Fahrer floh.
Fahrer stellt sich mit beschädigtem Pick-up
Am Samstag gegen 14 Uhr erschien ein 37-jähriger Mann aus der Provinz Phang Nga auf der Polizeiwache Khao Lak. Der Pick-up-Fahrer, der sich der Polizei stellte, brachte den beschädigten Wagen mit. Nach Polizeiangaben räumte er die Vorwürfe ein.
Die Polizei erhebt drei Vorwürfe gegen ihn: fahrlässige Tötung, rücksichtsloses Fahren mit Gefährdung von Menschen oder Eigentum sowie Nichtanhalten, unterlassene Hilfeleistung und unterlassene Meldung des Unfalls. Verurteilt ist der Mann nicht – bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt für ihn die Unschuldsvermutung.
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Blut- und Drogentests stehen noch aus
Die Blut- und Drogentests des Fahrers stehen noch aus. Fallen sie positiv aus, drohen ihm weitere Anklagen. Die Ergebnisse entscheiden auch, ob er zum Unfallzeitpunkt unter Alkohol oder Drogen stand.
Die Leichen der beiden Deutschen wurden zur Obduktion ins Vachira Phuket Hospital gebracht. Die Polizei koordiniert nach eigenen Angaben mit den Angehörigen und der deutschen Botschaft. Der Touristenpolizei-Kommissar Pongsayam Mee Khantong wies seine Beamten an, die Familien der Opfer zu unterstützen und sich mit den zuständigen Stellen abzustimmen.
Drei Tage vor dem Unfall, am 29. September, hatten Beamte der Provinz Phang Nga erneut über Fußgängersicherheit und Ampeln an den Übergängen der Phetkasem Road in Khao Lak beraten. Die Straße soll in der Vergangenheit bereits ausländische Urlauber das Leben gekostet haben. Ob der Tod der beiden Deutschen vor dem Orchid-Geschäft nun Konsequenzen an dem Überweg nach sich zieht, ist offen.