Christoph Kramer verlängert ZDF-Vertrag als Experte bis 2028
Christoph Kramer nennt die Aufmerksamkeit, die er bekommt, „sehr toxisch“ und süchtig machend – und will sie irgendwann loslassen. In derselben Talkshow bestätigt der Weltmeister von 2014 seine ZDF-Vertragsverlängerung bis 2028.
Christoph Kramer (35) nennt die Aufmerksamkeit, die er seit Jahren bekommt, „sehr toxisch“ und sagt, sie mache „wirklich süchtig“. Ausgerechnet in derselben Talkshow bestätigt der Weltmeister von 2014, dass er dem ZDF als Experte erhalten bleibt. Er will weg vom Applaus – und hat gerade erst verlängert.
Anlass ist sein Auftritt in der Radio-Bremen-Talkshow „3nach9“ am Freitag, 2. Oktober 2026, um 22 Uhr, bei Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo. Der ehemalige Gladbacher sprach dort über den Preis öffentlicher Bewertung. Ab dem 3. Oktober griffen mehrere Medien seine Aussagen auf, Focus und Express zitierten die „sehr toxisch“-Aussage prominent.
Süchtig nach Applaus
Seine Beobachtung gilt nicht nur ihm. Als Beispiel nennt Kramer Menschen aus dem Fernsehgeschäft, die den Absprung schafften und dennoch zurückkamen. Dabei verurteilt er die Aufmerksamkeit ausdrücklich nicht: Kramers These von der toxischen Öffentlichkeit richtet sich an die Sucht, die er bei sich selbst beschreibt, nicht an das Publikum.
„Ich habe über mein ganzes Leben festgestellt – und ich bin noch nicht so furchtbar alt –, dass diese süße Frucht der Öffentlichkeit, der Bewertung von Außen und des Applaus von Außen, die auch wirklich Spaß macht und die ich überhaupt nicht verurteilen möchte, sehr toxisch ist und trotzdem leider wirklich süchtig macht.“
Christoph Kramer, Weltmeister 2014 und ZDF-Experte
Beenden will er den Zustand trotzdem. Den Applaus habe er genossen, sagt er, und er liebe ihn. Genau deshalb soll er irgendwann aufhören, ihm zu fehlen: Kramer will „einen so richtig glücklichen, ruhigen Frieden mit allem schließen und nicht mehr das Gefühl haben, ich brauche Applaus“.
Vom WM-Titel zum zweiten Roman
Der Weg in diese Talkshow begann auf dem Platz: Am 13. Juli 2014 wurde Kramer mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister, im Finale musste er nach einem heftigen Zusammenprall ausgewechselt werden und konnte sich an Teile des Spiels nicht erinnern. Im Sommer 2024 endete seine Profikarriere bei Borussia Mönchengladbach; danach wurde er ZDF-Experte und Buchautor.
Zwölf Jahre zwischen WM-Titel und Talkshow
13. Juli 2014
Weltmeister – und raus mit Erinnerungslücken
Kramer wird mit Deutschland Weltmeister; im Finale muss er nach einem Zusammenprall ausgewechselt werden und kann sich an Teile des Spiels nicht erinnern.
Sommer 2024
Ende der Profikarriere
Nach dem Karriereende bei Borussia Mönchengladbach wird Kramer ZDF-Experte und Buchautor.
1. Oktober 2026
Zweiter Roman erscheint
„Wolkenberührpunkt“ kommt beim Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch heraus.
2. Oktober 2026
Auftritt in „3nach9“
Kramer nennt die öffentliche Aufmerksamkeit „sehr toxisch“ und „süchtig machend“ und bestätigt seine ZDF-Vertragsverlängerung.
3./4. Oktober 2026
Medien greifen die Aussagen auf
Unter anderem t-online, Express, TAG24 und Focus berichten über Kramers Sätze.
Gottschalk und Raab als Beweis
Als Beleg für seine These nennt Kramer zwei Kollegen, die den Absprung aus dem Dauerlicht schon geschafft hatten und trotzdem zurückkamen. Seine Erklärung: Es ist nicht das Geld. Damit widerspricht er der naheliegenden Annahme, Prominente blieben aus finanziellen Gründen im Geschäft.
„Die haben den Absprung geschafft in ein friedliches Sein und sind alle zurückgekommen. Es gibt dafür keine Erklärung, weil sie brauchen kein Geld mehr. Es ist einfach diese Bestätigung von Außen, die irgendwie süchtig macht.“
Christoph Kramer über Thomas Gottschalk und Stefan Raab
Für dieses Muster gibt es frische Beispiele. Thomas Gottschalk, den Kramer namentlich nennt, hat sich nach seinem Krebsjahr aus dem Fernsehen verabschiedet – Gottschalks endgültiges TV-Aus datiert auf Juli 2026. Thorsten Legat hat seinen Abschied vom Reality-TV nach eigenen Angaben ebenfalls schon erklärt.
ZDF-Vertrag bis 2028
Trotz aller Abschiedsgedanken bleibt Kramer dem Fernsehen erhalten. In derselben Sendung bestätigte er den Abschluss seines neuen ZDF-Vertrags; laut TAG24 läuft er bis 2028. Über den Inhalt weiß er selbst wenig: „Alleine in einem Container, ich habe keine Zeit gehabt, mir das durchzulesen, also ich hoffe, dass es weitergeht.“
Offen ist, ob künftig ein zweiter Experte neben ihm steht. Per Mertesacker hatte beim 2:0 gegen Serbien seinen letzten ZDF-Auftritt an Kramers Seite. Kramer will irgendwann den „ruhigen Frieden“, den er beschreibt. Ob er ihn findet, während sein Vertrag bis 2028 läuft, entscheidet sich nicht an einem Talkshow-Abend.