Palantir-Chef Karp kauft 15.000 Hektar Wald in Schweden
Alexander Karp, Chef des US-Datenkonzerns Palantir, hat in Härjedalen 15.000 Hektar Wald und Fjäll gekauft – so viel Fläche wie Malmö. Im Dorf Storsjö Kapell wächst die Verunsicherung: Die Jäger verloren ihre Pacht, die Pläne des Milliardärs kennt niemand.
Alexander Karp, Gründer und Chef des US-Datenkonzerns Palantir, hat in der schwedischen Gemeinde Berg rund 15.000 Hektar Wald und Fjäll gekauft – so viel Landfläche wie die Stadt Malmö. Die Bewohner von Storsjö Kapell erfuhren von dem Geschäft zuerst durch einen Brief: Ihr Jagdteam durfte auf der gepachteten Fläche nicht mehr jagen.
Hinter dem Kauf steht die im Juli 2026 registrierte schwedische Gesellschaft Cladonia Skog AB, als wirtschaftlich Berechtigter ist Karp eingetragen. Verkäufer ist der Forstkonzern SCA, der das Gebiet südlich von Storsjö Kapell Anfang September 2026 abgab. Der Preis liegt nach SCA-Angaben bei 235 bis 240 Millionen schwedischen Kronen – je nach Umrechnung 21 bis 32 Millionen Euro.
2,6 Prozent der Gemeinde Berg wechseln den Besitzer
Die 15.000 Hektar entsprechen 2,6 Prozent der Gemeinde Berg. Zum Vergleich: Das frühere Kloster in Colorado, das Karp im Dezember 2025 erwarb, umfasste 1.500 Hektar – ein Zehntel der neuen Fläche. Ob der Kauf sein größter Landkauf in Skandinavien ist, lässt sich daraus nicht ableiten.
Das Jagdteam südlich von Storsjö Kapell erhielt den Brief am 16. Juni 2026. SCA-Sprecher Robert Östholm erklärt, der Konzern vergebe Jagdrechte nur über Pachtverträge mit rund elf Monaten Laufzeit, die jährlich überprüft und erneuert werden können. Nach dem Verkauf könne SCA keine Jagdrechte mehr vergeben, weil das Land dem Konzern nicht mehr gehöre.
Von der Registrierung bis zur ersten Erklärung
16. Juni 2026
Jagdteam erfährt vom Ende der Pacht
Ein Team südlich von Storsjö Kapell erhält einen Brief: Auf der gepachteten Fläche darf nicht mehr gejagt werden.
Juli 2026
Cladonia Skog AB wird registriert
Karp wird Mitte August 2026 als wirtschaftlich Berechtigter eingetragen.
Anfang September 2026
SCA verkauft 15.000 Hektar
Der Forstkonzern gibt das Gebiet südlich von Storsjö Kapell für 235 bis 240 Millionen Kronen ab.
9. September 2026
Länsstyrelsen erteilt die Genehmigung
Die Bezirksverwaltung sieht keine negativen Folgen für Beschäftigung und Wohnen in der Gemeinde.
26. September 2026
Die Presse berichtet erstmals
Tidningen Härjedalen und Östersunds-Posten machen den Verkauf und den Käufer öffentlich.
1. Oktober 2026
Cladonia stellt Jagdrechte in Aussicht
Lokale Jäger sollen Jagtrechte erhalten, die genauen Formen sind noch offen.
Der Vorsitzende des Dorfvereins Storsjö, Bo-Göran Lund, beschreibt die Stimmung im Ort so: „Das Schwierige ist, dass es so geheim ist. Man weiß ja nichts. Es ist ein wenig beunruhigend." Zugleich sieht er eine Machtfrage: Wer mit so viel Geld und Macht so viel Land erhalte, gewinne auf irgendeine Weise Einfluss – es sei nur noch die Frage, wofür Karp ihn nutzen wolle.
Formal ist der Kauf abgesegnet: Die Bezirksverwaltung Länsstyrelsen in Jämtlands län erteilte am 9. September 2026 die Erwerbsgenehmigung. Die Begründung der Bezirksverwaltung für ihr Ja nennt keine negativen Folgen für Beschäftigung und Wohnen in der Gemeinde.
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Zusätzlich prüfte die Behörde ISP den Fall als ausländische Direktinvestition; zu Ergebnissen äußert sie sich unter Verweis auf Geheimhaltung nicht. Die Vorsitzende des Gemeindevorstands Berg, Therese Kärngard, sagt, sie habe nicht mehr gewusst als jeder andere. Sie wolle nur, dass die Käufer erzählen, was sie vorhaben, und transparent sind. Öffentlich wurde der Verkauf am 26. September 2026.
Rechenzentrum? Das Unternehmen widerspricht
Seit Bekanntwerden hält sich die Spekulation, Karp wolle auf dem Gelände ein Rechenzentrum bauen. Cladonia Skog und die Vermögensverwaltung Scandinavian Trust nennen diese Spekulationen grundlos und verweisen auf Forstwirtschaft. Am 1. Oktober ließ Cladonia gegenüber SVT erklären, lokale Jäger sollten Jagtrechte erhalten; die genauen Formen seien noch offen.
Karp besitzt nach Forbes rund 20 Milliarden Dollar und weltweit etwa zwanzig Immobilien, bevorzugt in Skigebieten, mehrere davon in Norwegen. Palantir ist seit rund 14 Jahren in Schweden aktiv und hat Verträge mit den schwedischen Streitkräften und der Polizei; der Börsenwert liegt bei 450 bis 460 Milliarden Dollar. Offen ist, ob Cladonia Skog den Jägern tatsächlich neue Pachtverträge vorlegt – und ob Karp je selbst erklärt, was er mit den 15.000 Hektar vorhat.