Flávio Bolsonaro gewinnt ersten Wahlgang mit 47,1 Prozent
Bild: KI-generiert
Präsidentschaftswahl

Flávio Bolsonaro gewinnt ersten Wahlgang mit 47,1 Prozent

Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien hat der Senator Flávio Bolsonaro den ersten Wahlgang überraschend vor Lula gewonnen – mit 47,1 zu 45,1 Prozent. Am 25. Oktober entscheidet die Stichwahl.

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Flávio Bolsonaro hat Lula im ersten Wahlgang der brasilianischen Präsidentschaftswahl überraschend geschlagen – mit 47,1 zu 45,1 Prozent der Stimmen. Da keiner der beiden die absolute Mehrheit erreichte, kommt es am 25. Oktober zur Stichwahl, wie die Meldung über den Einzug in die Stichwahl festhält.

Der 45-Jährige ist Senator des Bundesstaates Rio de Janeiro und ältester Sohn des wegen eines Putschversuchs zu 27 Jahren Haft verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, der sich im Hausarrest befindet. Gegen ihn tritt der 80-jährige Lula an, der Brasilien seit 2023 regiert.

Rund 159 Millionen Brasilianer waren wahlberechtigt. Etwa 127 Millionen gaben ihre Stimme ab, rund 21 Prozent blieben der Wahl fern.

Keine Umfrage sah Bolsonaro vorn

Keine Umfrage hatte den Ausgang vorhergesehen. Ende September sah das Datafolha-Institut Lula mit 40 Prozent vor Bolsonaro mit 36 Prozent, in einer möglichen Stichwahl lagen beide mit 47 zu 45 Prozent fast gleichauf – wie die Wahlvorschau der Bundeszentrale für politische Bildung festhält.

Umfrage und Wahlergebnis im Vergleich

Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang

Quelle: Datafolha, 29. September 2026; Wahlergebnis vom 4. Oktober 2026

Lula räumte ein, er habe mit einem Sieg im ersten Wahlgang gerechnet. „Ich gestehe, dass ich überzeugt war, in der ersten Runde zu gewinnen“, sagte er. Zugleich kündigte er an, „ab morgen“ einen neuen Wahlkampf zu starten, um „den Unterschied zwischen den verschiedenen Programmen für Brasilien“ aufzuzeigen.

Rechtes Lager baut Macht aus

Bei den Parallelwahlen baute das rechte Lager seine Macht aus. Tarcísio de Freitas (PL) gewann die Gouverneurswahl in São Paulo mit 62,6 Prozent gegen Fernando Haddad (PT), der auf 36,4 Prozent kam.

Im Senat wird die PL mit 29 statt bislang 15 Sitzen stärkste Kraft. Michelle Bolsonaro gewann im Bundesdistrikt Brasília einen Senatssitz, Carlos Bolsonaro in Santa Catarina. Flávio Bolsonaro selbst sieht darin eine Zäsur.

„Das ist das Ende der Ära der PT.“
Flávio Bolsonaro, Senator und Präsidentschaftskandidat (PL)

Stichwahl am 25. Oktober

Der politische Analyst Rafael Favetti warnt vor einer anderen Rechnung in der zweiten Runde. Die Proteststimme weise voraus auf die Stichwahl; zwar nütze sie jetzt Flávio Bolsonaro, doch sein Wachstumspotenzial in der zweiten Runde sinke gerade deshalb, weil diese Unterstützung bereits verbraucht sei.

Umfrage
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International wird das Ergebnis als Rechtsruck und als schwere Niederlage für Lula und die PT eingeordnet. Lula selbst sagte: „Man bekommt im Leben nicht immer alles, was man will."

Am 25. Oktober entscheidet sich, ob Brasilien erneut von einem Bolsonaro regiert wird oder ob Lula die Wende noch dreht. Bis dahin läuft der neue Wahlkampf, den Lula unmittelbar nach dem ersten Wahlgang angekündigt hat.