Sie bekomme Kinder, um sich selbst abzulenken – mit diesem Vorwurf hat sich Anna-Maria Ferchichi (44) am 6. Oktober 2026 in einem Videostatement in ihrer Instagram-Story auseinandergesetzt. Ihre Antwort fiel grundsätzlich aus: Was ihr da entgegengehalten wurde, sei überhaupt keine Kritik.
Auslöser war eine Direktnachricht. Darin stand, sie bekomme Kinder, „damit du Ablenkung hast“ – und das sei „genau das, was die Kritiker dir immer vorwerfen“. Ferchichi, Ehefrau des Rappers Bushido und achtfache Mutter, griff den Satz auf und widersprach.
„Das ist keine Kritik, das ist eine Unterstellung. Das ist ein Unterschied.“
Mit dieser Unterscheidung verschiebt sie die Ebene des Streits. Nicht die Zahl ihrer Kinder ist aus ihrer Sicht der Punkt, sondern die Behauptung über ihr Motiv. Wer ihre Gründe nicht kenne, dürfe sie auch nicht benennen – Ferchichi spricht von einer „falschen Zuschreibung“. In ihrem Videostatement zum Ablenkungsvorwurf weist sie beides zurück.
Ein seelisches Defizit wird einfach unterstellt
In dem Video geht es Ferchichi weniger um einen einzelnen Absender als um ein Muster. Sie sieht eine verbreitete Annahme, wonach Frauen mit vielen Kindern zwangsläufig ein seelisches Problem mit sich herumtragen.
„Ich finde es immer verwunderlich, dass für Frauen, die sich für eine große Familie entscheiden (…) automatisch ein psychisches Defizit gesucht oder unterstellt wird.“
Den Gegenbeweis führt sie über den umgekehrten Fall. Sie sage auch nicht zu Frauen mit einem Kind, dass diese von einem Kind schon so genervt seien, dass sie sich für kein weiteres entschieden hätten. Ein solcher Satz wäre nach ihren Worten eine bloße Unterstellung – anmaßend und übergriffig.
Damit verwahrt sie sich gegen eine Deutung, die in den sozialen Medien gewachsen ist: dass sie mit weiteren Kindern ein eigenes Defizit bearbeitet. Genau dagegen richtet sich Ferchichis Klarstellung zum Unterstellungsvorwurf.
Ein volles Haus als bewusste Entscheidung
Der zweiten Unterstellung – sie fülle mit Kindern eine Leerstelle in ihrem Leben – setzt sie ihre eigene Rechnung entgegen. Für viele Menschen bedeute Erfüllung, möglichst wenig Verpflichtungen und viel Freiheit zu haben. Sie habe sich anders entschieden.
„Ich habe mich entschieden, ein volles Haus zu haben, viele Verpflichtungen und ich liebe, liebe, liebe es. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen.“
Damit macht sie deutlich, dass die Großfamilie für sie kein Ausweichmanöver ist, sondern eine Lebensentscheidung. Zugleich widerspricht sie der Annahme, eine Mutter vieler Kinder müsse zwangsläufig sich selbst aufgeben: „Und eine große Familie schließt auch nicht ein eigenes Leben aus.“
Die Familie lebt in einer Villa in Grünwald bei München. Acht Kinder, ein volles Haus – und das, wie Ferchichi öffentlich immer wieder betont, ganz bewusst so gewollt. Dass das Zusammenleben in dieser Größe auch Kraft kostet, hat die Familie an anderer Stelle offen beschrieben: der Zoff-Urlaub in Südfrankreich mit 15 Personen.
Die Debatte begann im eigenen Podcast
Die Familienplanung der Ferchichis ist seit Monaten ein öffentliches Streitthema. Auslöser war ein Gespräch in ihrem gemeinsamen Podcast, in dem es um weiteren Nachwuchs ging. Als Option gilt eine Leihmutterschaft.
Als Begründung gilt, dass die älteren Kinder im Alter von 11 bis 14 Jahren vor prägenden Lebensabschnitten stehen. Für einige von ihnen sind internationale Internate und anschließend Elite-Universitäten ein realistisches Szenario.
Die Zeit mit den Großen im Alltag werde dadurch knapper, während die jüngsten Kinder noch intensiv betreut werden müssen. Die Offenheit über diese Überlegungen hat die Diskussionen in den sozialen Medien angeheizt.
In der Ehe der Ferchichis ist gemeinsame Familienzeit seit langem ein Konfliktthema – der zehnjährige Streit mit Bushido um Familienzeit gehört zu den wiederkehrenden Themen ihres Podcasts. Offen ist, ob ein weiteres Kind dazukommt und ob die Familie dafür eine Leihmutter beauftragt.
Ob Ferchichi auf den Vorwurf noch einmal reagiert, ist nicht bekannt. Eine Entscheidung über weiteren Nachwuchs hat das Paar bislang nicht verkündet.
