Polizei sucht weiter nach möglichem Puma nahe Flughafen München
Ein Jäger filmt im Moor bei Oberding ein großes Tier, ein Experte hält einen Puma für möglich – das Landratsamt Erding warnt die Bevölkerung nahe dem Flughafen München. Mindestens 20 Beamte durchkämmen das Naturschutzgebiet, Wärmebildkamera und Hunde finden nichts. Die Herkunft des Tieres ist unklar.
Ein Puma könnte durch das Moor bei Oberding streifen, wenige Kilometer vom Flughafen München entfernt. Das Landratsamt Erding warnt die Bevölkerung: Hunde sollen bei Spaziergängen an der Leine bleiben, kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen, und dem Tier soll sich niemand nähern.
Auslöser war die Beobachtung eines Jägers. Am späten Dienstagabend filmte er im Notzinger Moos in der Gemeinde Oberding mit einem Nachtsichtgerät ein großes Tier und informierte die Polizei. Die Aufnahmen wurden noch in der Nacht einem Experten vorgelegt – er hielt einen Puma für möglich.
Am Mittwoch um 13.40 Uhr machte das Landratsamt den Fall öffentlich. Die Warnung des Landratsamts Erding vor der Raubkatze gilt allen, die in dem Gebiet unterwegs sind. Wer das Tier sieht, soll sich sofort bei der Polizei Erding unter der Nummer 08122/968-0 melden. Zugleich betont die Behörde, dass die Tierart weiterhin unklar ist und die Bilder weiter analysiert werden.
Großeinsatz im Naturschutzgebiet
Am Nachmittag startete die Polizei eine große Suchaktion. Hubschrauber, Drohnen, Streifenwagen und Bodentrupps durchkämmten das Naturschutzgebiet. Mindestens 20 Beamte waren im Einsatz, teils mit Maschinenpistolen und Sturmgewehren.
Gegen 19 Uhr wurde die personelle Suche mit Einbruch der Dunkelheit eingestellt – ohne Fund. Spuren wie Losung oder gerissene Tiere entdeckten die Beamten nicht.
Die Kreisbehörde legt sich nicht auf eine Tierart fest. Landratsamtssprecherin Claudia Fiebrandt-Kirmeyer formulierte die Warnung deshalb als Möglichkeit:
„Nach erster fachlicher Einschätzung könnte es sich um einen Puma handeln.“
Claudia Fiebrandt-Kirmeyer, Sprecherin des Landratsamts Erding
Fehlalarm am Flughafen, Zirkus dementiert
Am Mittwochabend löste ein Fehlalarm am Besucherhügel des Flughafens München einen weiteren Hubschraubereinsatz aus. Ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hielt ein Tier auf einem Kamerabild für verdächtig. Der Hubschrauber fand keine Großkatze – das Tier war wohl eine Hauskatze.
Auch ein Zirkus, der in Hallbergmoos sein Zelt aufgeschlagen hat, kommt als Quelle nicht infrage. Er erklärte, bei ihm sei kein Puma ausgebüxt – er halte gar keine Raubkatzen.
Wärmebildkamera liefert keine Spur
In der Nacht zum Donnerstag suchten die Beamten das Notzingermoos erneut aus der Luft ab, mit Wärmebildtechnik. Am frühen Donnerstagmorgen bestätigte die Polizei, dass auch die Kamera keine Spur von dem Tier gefunden hat.
Am Donnerstagvormittag setzte die Polizei zwei Hundeführer mit Schäferhunden ein. Die Suche mit Hunden nach Beute oder Beuteresten ist der zweite Anlauf nach der erfolglosen Nacht. Rund 15 Einsatzkräfte waren vor Ort, sechs weitere arbeiteten im Innendienst.
Sebastian Pinta, Leiter der Polizeiinspektion Erding, betonte, die Suche müsse Rücksicht auf das Naturschutzgebiet nehmen.
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Woher das Tier kommt, ist völlig unklar
Einen Halter gibt es bislang nicht. Das Landratsamt Freising teilte am späten Mittwochnachmittag mit, es habe keine Erkenntnisse über den Besitzer des Tieres; das Bildmaterial werde weiter analysiert, die Tierart bleibe unklar.
Damit steht die Warnung auf wackliger Grundlage: Die Behörde kann weder sagen, um welches Tier es geht, noch, woher es kommt. Sicher ist bislang nur, dass der Jäger am Dienstagabend ein großes Tier im Notzinger Moos gefilmt hat.
Am Donnerstag will das Landratsamt Erding über das weitere Vorgehen beraten. Offen ist, ob die Warnung aufrechterhalten wird – und wie lange die Polizei im Notzinger Moos weitersucht.