ICE-Beamter schießt siebenmal auf Auto mit Fünfjährigem in New York
Bild: KI-generiert
Einwanderungspolitik

ICE-Beamter schießt siebenmal auf Auto mit Fünfjährigem in New York

Ein ICE-Beamter schießt in Marble Hill siebenmal auf einen Wagen, in dem ein Fünfjähriger sitzt; der 28-jährige Fahrer wird am Hals getroffen. Bürgermeister Mamdani fordert die Abschaffung von ICE, Gouverneurin Hochul den Stopp der Einsätze – das Heimatschutzministerium verteidigt den Einsatz als gezielte Vollstreckung.

Veröffentlicht
JUX auf Google folgen

Mindestens ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde ICE hat am Donnerstagnachmittag im New Yorker Viertel Marble Hill sieben Schüsse auf einen grauen Honda CR-V abgegeben. Der 28 Jahre alte Fahrer wurde am Hals unterhalb des linken Ohrs getroffen. Auf dem Rücksitz des Wagens saß sein fünfjähriger Sohn.

Der Schusswechsel hat einen offenen Streit zwischen New Yorks Stadtregierung und den Bundesbehörden ausgelöst. Bürgermeister Zohran Mamdani fordert die Abschaffung von ICE und einen sofortigen Stopp aller Einsätze in der Stadt. Gouverneurin Kathy Hochul verlangt, dass die Bundesbehörden die Einsätze einstellen und ihre Bodycam-Aufnahmen veröffentlichen.

Was in Marble Hill geschah

Der Junge auf dem Rücksitz blieb körperlich unverletzt. Die Polizei von New York übergab das Kind nach einer Gesundheitsprüfung an ein Familienmitglied und bestätigte, dass keiner ihrer Beamten geschossen hat. Der Einsatz begann gegen 16 Uhr Ortszeit in Upper Manhattan an der Grenze zur Bronx, wie aus dem Lokalbericht über den Schusswechsel in Marble Hill hervorgeht.

Polizeichefin Jessica Tisch zufolge wurde die Windschutzscheibe des Wagens beschädigt, die Heckscheibe zersplitterte. Bürgermeister Mamdani widerspricht der Darstellung der Bundesbehörden: Die Beamten hätten keine erkennbare Polizeikleidung getragen und seien in Bauwesten aufgetreten, mindestens einer habe ein langes Gewehr geführt.

„Nach ersten Informationen haben die Beamten ihn umzingelt, als er sich mit einem fünfjährigen Kind in seinem Auto befand, und anschließend mehrfach auf ihn geschossen.“
Zohran Mamdani, Bürgermeister von New York City

Die Bundesbehörden verteidigen den Einsatz

Das Heimatschutzministerium (DHS) bezeichnet den Einsatz als gezielte Vollstreckungsmaßnahme zur Festnahme eines 28 Jahre alten Dominikaners mit Vorstrafe wegen schweren Diebstahls und mehreren früheren Festnahmen. Ein ICE-Beamter habe seine Waffe abgefeuert, teilte das Ministerium mit.

Die NYPD identifizierte den Angeschossenen als Oscar Belgal und verwies auf Verbindungen zur Trinitarios-Gang. Der Mann wurde in ein Krankenhaus in Inwood gebracht und nach der Behandlung von ICE in Gewahrsam genommen.

Umfrage
Lädt

New Yorks Führung fordert den Rückzug der Bundesbehörden

Mamdani will ICE nicht reformieren, sondern abschaffen. Zwei Stunden lang telefonierte er mit Präsident Donald Trump und Heimatschutzminister Markwayne Mullin über die Freilassung des Angeschossenen – ohne Erfolg.

Hochul hatte zuvor ebenfalls mit Trump und Mullin gesprochen. Sie verlangt die Einstellung der ICE-Einsätze in New York und die Veröffentlichung der Bodycam-Aufnahmen.

Am Abend kam es am Tatort und vor dem Krankenhaus in Inwood zu Protesten mit Hunderten Teilnehmenden und Handgreiflichkeiten mit der Polizei, wie aus dem Tagesschau-Bericht zu den ICE-Schüssen in New York hervorgeht.

Die Bundesbehörden untersuchen den Vorfall. Offen bleibt, ob der Bund die Bodycam-Aufnahmen veröffentlicht und ob er die Einsätze in New York aussetzt.