Joey Kelly führt die Kelly-Family-Kasse – jeder bekommt gleich viel
Joey Kelly (53) verwaltet seit 1999 die Finanzen der Kelly Family – und verdient nach eigener Aussage keinen Cent mehr als seine Geschwister. Im Podcast von Barbara Schöneberger (52) erklärt er die Zehn-Prozent-Regel und rechnet vor, was die Familie einst als Straßenmusiker verdiente.
Joey Kelly (53) führt die Kasse der Kelly Family – und verdient nach eigener Darstellung keinen Cent mehr als seine Geschwister. Im Podcast „Mit den Waffeln einer Frau“ von Barbara Schöneberger (52) erklärt der Musiker und Extremsportler, warum seit Jahrzehnten ausgerechnet er das Geld der Großfamilie verwaltet und wie er es aufteilt.
Der gebürtige Spanier führt seit 1999 die Geschäfte: Er ist Geschäftsführer und Prokurist der Kelly Family GmbH und der Familien-GbR. Die Einnahmen werden zu gleichen Teilen verteilt – zehn Prozent für jedes Mitglied, wie der Bericht über die Aufteilung des Kelly-Family-Geldes zusammenfasst. Eine Sonderstellung lehnt Kelly ab:
„Aber ich bin nicht wichtiger wie die anderen und verdiene auch keinen Cent mehr wie die anderen. Das Geld wird zehn Prozent aufgeteilt an alle. Also jeder bekommt das gleiche Geld und das ist ja auch gut so.“
Joey Kelly, Geschäftsführer und Prokurist der Kelly Family
Vom Sammelkorb zur Geschäftsführung
Angefangen hat Kellys Rolle nicht am Schreibtisch, sondern auf der Straße. Über seine Aufgaben bei den Auftritten der Großfamilie sagt er:
„Mein Job auf der Straße mit der Kelly Family war quasi mit meinen Brüdern die kleine Bühne aufzubauen, so zwei Bühnenpodeste, die 30 Zentimeter hoch waren und Mikrofon.“
Joey Kelly, Geschäftsführer und Prokurist der Kelly Family
Mit dem Aufbau war es nicht getan: Zwölf Jahre lang sammelte Kelly bei diesen Auftritten mit einem Korb das Geld der Zuschauer ein. Schönebergers Frage, ob er damit die betriebswirtschaftliche Seite betreut habe, bejaht er – und stellt klar, dass sich daran bis heute nichts geändert hat.
Eine normale Schulbildung hatte er nach eigener Darstellung nie; die Kelly-Kinder wurden offiziell zu Hause unterrichtet. Geprägt habe sie vor allem das Leben auf der Straße – „learning by doing“ statt Klassenzimmer, wie der Bericht über Joeys Schulzeit ohne Klassenzimmer beschreibt. Von Ende der 1970er- bis Anfang der 1990er-Jahre war die Familie mit dem Tourbus unterwegs und machte Straßenmusik; 1994 gelang der kommerzielle Durchbruch.
So viel brachte die Straßenmusik
Über die Einnahmen aus der Zeit auf der Straße äußert sich Kelly konkret: „An schlechten Tagen haben wir so 3.000 bis 5.000 D-Mark verdient. An guten Tagen 20.000 bis 30.000 D-Mark.“ An verregneten Tagen blieb es bei 3.000 bis 5.000 D-Mark.
Den Gesamtumsatz beziffert er mit 1,4 Millionen Mark: „Wir haben einen Umsatz gemacht auf der Straße von 1,4 Millionen Mark.“ Neben den Auftritten verdiente die Familie am Verkauf von Kassetten, LPs und CDs, die sie vor Ort anbot. Zwölf Kinder musste der Verdienst ernähren.
Von der Straße in die Geschäftsführung
Ende 1970er
Tourbus statt Klassenzimmer
Die Kellys ziehen mit dem Bus durch Europa und Nordamerika und verdienen ihr Geld mit Straßenmusik. Joey Kelly sammelt zwölf Jahre lang mit dem Korb die Einnahmen ein.
1994
Kommerzieller Durchbruch
Die Straßenmusik-Ära endet, die Kelly Family wird zum kommerziellen Erfolg.
1999
Joey Kelly wird Geschäftsführer
Er übernimmt Geschäftsführung und Prokura der Kelly Family GmbH und der Familien-GbR.
Anfang Oktober 2026
Gespräch im Podcast
Bei Barbara Schöneberger spricht Kelly über seine Rolle als Finanzverwalter und die Zehn-Prozent-Regel.
8. Oktober 2026
Erste Berichte
Boulevard- und Nachrichtenmedien greifen die Aussagen zur gleichen Aufteilung der Einnahmen auf.
9. Oktober 2026
Weitere Berichte folgen
MDR Schlagerwelt und schlager.de nehmen Kellys Aussagen auf, auch seine fehlende Schulbildung wird Thema.
Gleiche Kasse, offene Frage
Seit dem 8. Oktober greifen mehrere Medien die Aussagen aus dem Podcast auf – von Boulevardblättern bis zu öffentlich-rechtlichen Angeboten. Im Mittelpunkt steht weniger die Höhe der Einnahmen als die Regel dahinter: Auch der Finanzchef bekommt nicht mehr als die anderen.
Für Kelly hat die Rolle einen praktischen Nebeneffekt: „Ich habe ja viermal jährlich mindestens eine Ausschüttung und dann reden die auch mit mir“, sagt er lachend. Auf Schönebergers Hinweis, die Geschwister müssten dann ans Telefon gehen, wenn er anrufe, wiegelt er ab – ein kleiner Draht sei aber nicht schlecht.
Eine Summe für die nächste Ausschüttung nennt Kelly nicht. Der Finanzchef, der die Kasse seit 27 Jahren führt, wird sich bei seinen Geschwistern aber wieder melden – die nächste der mindestens vier jährlichen Auszahlungen kommt bestimmt.