Dakota Johnson (37) muss sich für Sexszenen nicht in Stimmung bringen. Das sagte sie vor mehr als einem Jahr in einem Podcast – und ausgerechnet zum Kinostart ihres Psychothrillers „Verity“ verbreitet sich der Ausschnitt erneut.
Die Folge entstand am 10. Juni 2025. Johnson war Gast in „Good Hang with Amy Poehler“ – nach eigener Einordnung ihr erster Podcast-Auftritt überhaupt, damals zur Werbung für Celine Songs Film „Materialists“. Gastgeberin Amy Poehler (55) wollte wissen, wie sie sich für Sexszenen in Stimmung bringt.
„Amy, das muss ich nicht. Ich bin sozusagen immer heiß auf Sex. Verdammt, ja. Sich darauf einstimmen? Ist das wirklich nötig?“
Poehler spielte mit und scherzte, es sei doch erst 7:30 Uhr morgens. Neu verbreitet wurde der Austausch ab Anfang Oktober 2026: Heat griff ihn am 5. Oktober auf, OK! Magazine am 9. Oktober; die deutschsprachige Aufbereitung folgte am 11. Oktober mit Dakota Johnsons Geständnis zu Sexszenen.
Ein Handwerk, kein Liebesspiel
Johnson beschreibt Sexszenen als rein technischen Teil ihres Berufs. „Es ist eine Sexszene. Sie ist nicht heiß. Sie fühlt sich nicht gut an“, sagte sie. Der Ablauf simulierter Szenen sei vor allem Verabredung: „Wenn zwei Schauspieler vorgeben, Sex zu haben, tun sie alles außer Sex.“
„Geräusche machen, als hättest du Sex – und du hast keinen. Noch nicht.“ Dreht sie allein, sei sie „die einzige Person im Bild“: Dann winde sie sich vor sich hin und stöhne. Erst bei einem kurz zuvor gedrehten Film habe sie erstmals mit einer Intimitätskoordinatorin gearbeitet, die ihr einen Pilates-Ball für bestimmte Bewegungen vorschlug.
Die Rolle entscheidet, nicht die Szene
Wie sie eine Szene anlegt, hängt für Johnson an der Figur: „Zuerst kommt es darauf an, wer die Figur ist und wer sie für das Publikum sein soll. Ist sie ein verehrtes heißes Mädchen? Ist sie eine Hausfrau? Ist sie einsam? Hat sie Angst? Ist sie konservativ?“
Hinzu kommt das Verhältnis zum eigenen Körper: „Ich will mich in meinem Körper gut fühlen, wenn ich meinen Körper zeige.“ Dieses Vertrauen schreibt Johnson ihrer Mutter zu, der Schauspielerin Melanie Griffith, die sie zu Körperstolz erzogen habe.
Griffith habe offen über Körperthemen und über Sexualität gesprochen – darüber, wie kostbar und wichtig Sex sei. Ihr Vater ist der Schauspieler Don Johnson. Für Johnson ist das die Grundlage ihrer Arbeit: „Ich habe mich immer so dankbar dafür gefühlt, besonders in meinem Beruf, weil ich es einsetzen kann und es echt wirkt.“
Ein Kuss, der im Buch fehlt
In „Verity“ – der Verfilmung von Colleen Hoovers Bestseller unter Regie von Michael Showalter – spielt Johnson die erfolglose Autorin Lowen Ashleigh. Sie wird als Ghostwriterin für die nach einem Unfall katatonische Bestsellerautorin Verity Crawford (Anne Hathaway, 43) engagiert und zieht in das Haus von Veritys Mann Jeremy (Josh Hartnett) ein.
Am meisten Gesprächsstoff liefert ein Kuss zwischen Lowen und Verity, den es im Roman nicht gibt. Die Entstehung des Verity-Kusses geht auf eine Idee der beiden Hauptdarstellerinnen zurück. Ursprünglich war an der Stelle nur eine innige Umarmung Lowens mit dem trauernden Jeremy vorgesehen; im Film geht der Kuss mit Jeremy in einen Kuss mit Verity über, die dabei in Lowens Lippe beißt.
„Es entwickelte sich wirklich dahin, dass Anne und Dakota sagten: „Was, wenn es sich, während sie ihn küsst, in Anne verwandelt?“ Und ich sagte: „Wenn ihr das machen wollt, ja.““
Zuerst habe es geheißen, „das können wir nicht machen“, sagte Showalter, später „wir müssen das machen, und wenn es nicht funktioniert, nehmen wir es nicht in den Film“. Hauptdarsteller Josh Hartnett zufolge kam der Kuss sogar erst spät dazu.
Das Zentrum des Films
Autorin Colleen Hoover war zunächst skeptisch: „Das war eine Sache, bei der ich nervös war, weil sie nicht im Buch stand und ich nicht wusste, wie sie sich entwickeln oder wie sie hineinpassen würde, aber am Ende war es eine meiner Lieblingsszenen.“
Im Gespräch mit Queerty ordnete Showalter die Szene als psychosexuelles Zentrum des Films ein: Die drei Figuren bildeten ein Dreieck, dessen Ecken sich alle verbinden; Lowen werde „in vielerlei Hinsicht“ selbst zu Verity. Johnson sagte über ihre Figur: „Es gibt eine Version von Lowen, die Verity verschlingen und auch Verity sein will.“
Gegenüber Extra sagte Johnson über die Kissenszene mit ihrer Kollegin: „Ich würde Annie jeden Tag für den Rest meines Lebens küssen. Wenn du mich brauchst, ich bin da.“
Premiere, Platz eins, offener Streit
Am 24. September 2026 wurde „Verity“ bei einer UK-Sondervorführung im Curzon Mayfair in London gezeigt. Johnson erschien dort in einem durchsichtigen, cremefarbenen Spitzenkleid der Designerin Colleen Allen, unter dem schwarze Unterwäsche sichtbar war.
Der Film kam am 2. Oktober 2026 in die Kinos und erreichte zum Start Platz 1 – mit rund 32,6 Millionen Dollar in Nordamerika und 62,5 Millionen Dollar weltweit.
Vom Podcast-Satz zum Kinostart
- 10. Juni 2025Der Satz im Podcast
In „Good Hang with Amy Poehler“ sagt Johnson, sie müsse sich für Sexszenen nicht in Stimmung bringen.
- 24. September 2026UK-Sondervorführung
„Verity“ läuft im Curzon Mayfair in London; Johnson erscheint in einem durchsichtigen Spitzenkleid.
- 2. Oktober 2026Kinostart und Platz eins
Der Film startet mit rund 32,6 Millionen Dollar in Nordamerika auf Rang 1.
- 3. Oktober 2026SNL an Johnsons 37. Geburtstag
Johnson moderiert zum dritten Mal „Saturday Night Live“.
- 9. Oktober 2026Der Ausschnitt taucht wieder auf
OK! Magazine berichtet über den erneut verbreiteten Podcast-Ausschnitt.
- 11. Oktober 2026Deutscher Aufgriff
promiflash.de verbindet den Podcast-Satz mit dem Kuss, der nicht im Buch steht.
Am 3. Oktober 2026 moderierte Johnson zum dritten Mal „Saturday Night Live" – an ihrem 37. Geburtstag, den sie mit einem Taylor-Swift-Cameo bei SNL feierte. In ihrer Eröffnungsrede machte sie einen Witz über den „Verity"-Kuss.
Anne Hathaway aber widerspricht der Erzählung von der Improvisation: „Ich erinnere mich nicht, dass es improvisiert war, denn ich habe es vorgeschlagen.“ Wer den Kuss am Ende erdacht hat, ist damit weiter offen.
