Vatikan bestätigt Lungenkrebs bei Papst Leo XIV. nach OP
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Erkrankung im Vatikan

Vatikan bestätigt Lungenkrebs bei Papst Leo XIV. nach OP

Der Vatikan bestätigt: Der Knoten in der Lunge von Papst Leo XIV. war bösartig. Während der Papst in der Gemelli-Klinik liegt, fehlt die Angabe, wie weit der Tumor fortgeschritten ist – genau sie entscheidet über Prognose und Behandlung. Und die Südamerikareise im November wackelt.

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Der Knoten in seiner Lunge war bösartig. Der Vatikan bestätigte am Abend des 13. Oktober, dass Papst Leo XIV. an Lungenkrebs erkrankt ist. Die Untersuchung des entfernten Gewebes ergab ein Adenokarzinom, wie die Meldung des ORF zur bösartigen Gewebeprobe zusammenfasst.

Der 71-jährige Papst war am Nachmittag in der Gemelli-Klinik in Rom operiert worden. Unter Leitung des Thoraxchirurgen Stefano Margaritora, Leiter der Thoraxchirurgie der Klinik, wurde ihm in videoassistierter Technik der untere Lappen des rechten Lungenflügels entfernt. Der eigentliche Eingriff dauerte rund 90 Minuten, der Papst war etwa drei Stunden im Operationssaal. Leibarzt ist Luigi Carbone.

Nach Angaben des Vatikans verlief die Operation erfolgreich und ohne Komplikationen; der Bericht der Tagesschau zum Operationsverlauf nennt dieselbe Bilanz. Leo XIV. soll sich rund eine Woche im Krankenhaus erholen. Alle Audienzen und Termine bis zum 20. Oktober wurden abgesagt.

Das Stadium bleibt offen

Gewissheit über die Art des Tumors brachte erst die Gewebeprobe. Wie weit der Krebs fortgeschritten ist und ob Lymphknoten befallen sind, teilte der Vatikan nicht mit. Genau diese Angaben entscheiden über die Prognose und darüber, welche Behandlung folgt.

Der Lungenkrebsexperte Stephen Liu von der Georgetown University benennt die Lücke: „Wir kennen zwar die Diagnose, aber noch nicht das Stadium. Dies ist entscheidend für die Prognose und die Behandlung.“ Ob eine Chemotherapie oder Bestrahlung nötig wird, lässt sich damit nicht sagen.

Der Vatikan kündigte für den Morgen des 14. Oktober ein Update zum Gesundheitszustand an. Die Gewebeproben sollen in den kommenden Tagen weiter untersucht werden.

Von Chicago nach Rom: Der Weg bis zur Operation

  1. 1955
    Geburt in Chicago

    Robert Francis Prevost wird geboren; später wirkt er jahrzehntelang als Missionar und Bischof in Peru.

  2. 1985
    Schwere Typhus-Erkrankung

    Als junger Missionspriester in Chulucanas in Peru erkrankt er schwer an Typhus – seine einzige Hospitalisierung vor dem Papstamt.

  3. 1990
    Der Krebstod der Mutter

    Leos Mutter Mildred stirbt im Alter von 77 Jahren an Krebs.

  4. Mai 2025
    Wahl zum Papst

    Robert Prevost wird als Leo XIV. Nachfolger des verstorbenen Franziskus – der erste US-amerikanische Papst.

  5. 11. Oktober 2026
    Der Papst spricht selbst

    Beim Angelus auf dem Petersplatz gibt Leo XIV. bekannt, dass bei einer Kontrolluntersuchung ein Knoten in seiner Lunge in sehr frühem Stadium entdeckt wurde.

  6. 13. Oktober 2026
    Operation und Diagnose

    In der Gemelli-Klinik wird ihm der Unterlappen der rechten Lunge entfernt; am Abend teilt der Vatikan mit, dass der Knoten bösartig war.

Verkündet hat es der Papst selbst

Bekannt wurde der Knoten nicht durch eine Indiskretion, sondern durch Leo XIV. selbst. Am Sonntag, 11. Oktober, sagte er beim Angelus auf dem Petersplatz, bei einer Kontrolluntersuchung sei ein Knoten in „sehr frühem Stadium“ in seiner Lunge entdeckt worden. Er werde sich operieren lassen.

„Die Ärzte halten einen Eingriff für angebracht, deshalb habe ich mich auf ihren Rat entschieden, ihn entfernen zu lassen.“
Leo XIV., Papst

Mit diesem Satz machte der Papst den Eingriff zu seiner eigenen Entscheidung – auf den Rat der Ärzte hin. Der Vatikan betonte zugleich, der Knoten sei bei einer Routineuntersuchung und nicht wegen akuter Beschwerden gefunden worden. Dass es Krebs ist, wusste zu diesem Zeitpunkt öffentlich noch niemand.

Die Südamerikareise steht auf der Kippe

Für den 6. bis 17. November war eine Reise nach Uruguay, Argentinien und Peru geplant. Ob der Papst sie antreten kann, ist unklar. In Peru hatte er jahrzehntelang als Missionar und Bischof gewirkt.

In Rom betete Kardinalvikar Baldassare Reina um 18 Uhr in der Klinikkapelle den Rosenkranz für den Papst. Aus aller Welt trafen Genesungswünsche ein, unter anderem von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Heiner Wilmer, Franz Lackner und Alexander Van der Bellen.

Der emeritierte Wiener Erzbischof Christoph Schönborn schrieb: „Lieber Heiliger Vater, in diesen sorgenvollen Stunden sind wir Ihnen im Gebet besonders nahe. Möge der Herr Ihnen Kraft und Zuversicht schenken und die Hände der Ärzte führen.“ Der Zuspruch gilt einem Papst, dessen Reise nach Südamerika in weniger als vier Wochen beginnen soll.

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Auch sein Bruder hat Krebs

Am selben Tag wurde bekannt, dass auch Leos Bruder Louis Prevost erkrankt ist. Der 74-Jährige wird in Florida wegen Krebs behandelt. Krebs hat die Familie des Papstes schon früher getroffen: Seine Mutter Mildred starb 1990 im Alter von 77 Jahren an der Krankheit.

„Ich bitte Sie, ihn in Ihre Gebete einzuschließen, damit die Operation gut verläuft und es keine weiteren Komplikationen gibt.“
Louis Prevost, Bruder von Papst Leo XIV.

Mit dieser Bitte trat der Bruder an die Öffentlichkeit, während der Papst in der Gemelli-Klinik liegt. Für den Morgen des 14. Oktober hat der Vatikan ein Update angekündigt. Ob Leo XIV. am 6. November nach Uruguay, Argentinien und Peru fliegen kann, bleibt offen.