Guido Maria Kretschmer findet Berlin zu voll und zu dreckig
Bild: KI-generiert
Hauptstadt-Kritik

Guido Maria Kretschmer findet Berlin zu voll und zu dreckig

Seit 2019 lebt Guido Maria Kretschmer in Hamburg – jetzt erklärt er, warum er Berlin den Rücken kehrte. Die Stadt sei „zu voll“, „zu dreckig“ und „wirklich eine raue Stadt geworden“, sagt er in einem Podcast. Als Auslöser nennt er eine Nacht, in der er fast einen schweren Unfall hatte.

Veröffentlicht
JUX auf Google folgen

Nachts auf dem Weg zur Arbeit hätten sie fast einen schweren Unfall gehabt – für Guido Maria Kretschmer (61) war das der Moment, in dem er Berlin aufgab. Sieben Jahre nach dem Umzug an die Elbe nennt der Modedesigner jetzt die Gründe.

Im Video-Podcast „Dein Ernst“ von Benjamin von Stuckrad-Barre, veröffentlicht am 15. Oktober, sagt Kretschmer, Berlin könne ihm „im Moment nicht das Gefühl von Geselligkeit geben“. Die Stadt sei „zu voll“ und „zu dreckig“, wie die B.Z. über Kretschmers Berlin-Kritik berichtet.

Der Schritt sei „ganz spontan, ganz schnell“ gegangen, sagt Kretschmer: Er und sein Mann Frank Mutters verließen Berlin 2019 und zogen nach Hamburg. Vorausgegangen waren Jahre, in denen der Designer nach eigener Schilderung ständig zwischen Terminen und seinem Zuhause unterwegs war.

Der Beinahe-Unfall in einer Nacht

Den Ausschlag gab nach Kretschmers Darstellung eine einzige Nacht. Sie habe ihm gezeigt, wie sehr ihn das ständige Hin und Her zwischen Berlin und seinen Terminen belastete.

„In einer Nacht hatten wir fast einen schweren Unfall.“
Guido Maria Kretschmer, Modedesigner und TV-Moderator

Danach sei die Entscheidung schnell gefallen. Kretschmer sagte im Podcast: „In der Nacht wusste ich: Das war's! Ich kann nicht mehr so viel reisen, ich schaffe das nicht mehr dieses ewige Hin und Her, ich bin ja auch morgens, vier Uhr, aufgestanden.“ Für den Designer war das die Konsequenz aus jahrelanger Pendelei.

Müll im Tiergarten, zwölf Millionen Gäste

Bei seiner Kritik nimmt Kretschmer auch die Menschen in der Stadt in die Pflicht – und die Grünanlagen. Über den Tiergarten sagt er: „Alle amüsieren sich im Tiergarten, lassen ihren Dreck und ihren Müll da, und keiner macht mal was Nettes.“ Sein Fazit hält der dpa-Bericht über den Müll in Berlin ebenfalls fest: „Es ist wirklich eine raue Stadt geworden.“

Als weiteren Grund für die Überlastung nennt Kretschmer die rund zwölf Millionen Besucherinnen und Besucher pro Jahr. „Das muss eine Stadt erst mal schaffen, es ist wirklich voll“, sagt er.

Mit seiner Abkehr von Berlin steht der Designer nicht allein. Harald Glööcklers Abschied von Berlin fiel ähnlich aus, und auch Anna Heisers Klage über dreckige Städte zeigt, dass die Kritik am Zustand deutscher Metropolen kein Einzelfall ist.

Umfrage
Lädt

In Hamburg angekommen, im Verkehr genervt

Seine neue Wahlheimat bewertet Kretschmer positiv: „Hamburg ist nett. Ich liebe das sehr. Nur ich finde, die können keinen Verkehr. Das regt mich extrem auf manchmal.“ Ganz abgeschlossen hat er mit Berlin trotz aller Kritik nicht.

„Ich bin da ein bisschen erwachsen geworden. Ich habe der Stadt viel zu verdanken. Ich kenne mich da super aus, habe viele Freunde.“
Guido Maria Kretschmer, Modedesigner und TV-Moderator

Ob sich sein Verhältnis zu Berlin noch ändert, ist offen. Solange die Stadt ihm das Gefühl von Geselligkeit nicht zurückgibt, dürfte sich an seinem Entschluss von 2019 jedenfalls wenig ändern.