VW bereitet Rückruf für wohl 11.000 E-Autos in Deutschland vor
Volkswagen bereitet in Deutschland einen Rückruf für mehrere Tausend E-Autos vor, weil eingebaute Batteriezellen die Qualitätsanforderungen nicht erfüllen. Betroffene Halter sollen vorerst nicht über 80 Prozent laden – im Extremfall droht ein Brand.
Volkswagen bereitet in Deutschland einen Rückruf für mehrere Tausend Elektroautos vor. Betroffen sind Modelle der ID.-Familie und der Cupra Born. In ihnen stecken Hochvolt-Batteriezellen, die wegen Produktionsfehlern bei Zulieferern die Qualitätsanforderungen des Konzerns nicht erfüllen.
Für die Halter hat das schon vor dem Werkstatttermin Folgen: Die betroffenen Fahrzeuge sollen vorerst nicht über 80 Prozent geladen werden. Volkswagen bestätigte auf Anfrage, dass einzelne Zellen die Qualitätsanforderungen nicht erfüllen. Der Konzern räumt die Brandgefahr selbst ein:
„In seltenen Fällen kann dies zu einer erhöhten thermischen Belastung dieser Batterien führen, im Extremfall könnte ein Brand entstehen.“
Ein Sprecher von Volkswagen
Erst laden bis 80 Prozent
Der Grund für die Grenze liegt im Ladeverhalten: Die erhöhte thermische Belastung tritt nach VW-Angaben vor allem beim Laden über 80 Prozent auf. Das Limit soll an Wallbox und Schnelllader gleichermaßen gelten, bis die Fahrzeuge in der Werkstatt waren.
Wie unterschiedlich die Sache gehandhabt wird, zeigt Österreich: Dort nennt VW gegenüber der APA rund 650 betroffene ID.-Modelle und 200 Cupra Born. In die Werkstatt müssen vorerst nur 50 Fahrzeuge. Eine vergleichbare Aufschlüsselung für Deutschland gibt es nicht.
Deutschland: wohl rund 11.000 Fahrzeuge
Für Deutschland nennt auto motor und sport wohl etwa 11.000 Fahrzeuge, vorrangig aus den Produktionsjahren 2023 und 2024. Eine vollständige Liste der betroffenen Modelle und Baujahre lag zunächst nicht vor. Genannt werden mehrere Baureihen der ID.-Familie, darunter ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz.
Beim Kraftfahrt-Bundesamt war der Rückruf zunächst nicht aufgeführt. Bekannt wurde er durch den Bericht über den geplanten Batterie-Rückruf im Handelsblatt vom 15. Oktober; am selben Tag bestätigte VW auf Anfrage einige Tausend betroffene Fahrzeuge. Wie viele Fahrzeuge weltweit betroffen sind, blieb zunächst unbekannt.
Nicht der erste Rückruf in diesem Jahr
Es ist nicht der erste Batterie-Rückruf in diesem Jahr. Bereits im März 2026 holten VW und Cupra weltweit mehr als 90.000 Elektroautos wegen Batterieproblemen in die Werkstätten, 28.000 davon in Deutschland – darunter ID.3, ID.4, ID.5, ID. Buzz und Cupra Born. Ende September folgte in den USA der Rückruf 26V630 für 22.524 ID.4 der Modelljahre 2023 bis 2026.
Wenige Wochen vor der deutschen Meldung traf es außerdem die Lenkung: Wegen einer korrosionsanfälligen Schraube laufen mehrere Rückrufe, darunter der weltweite Rückruf von 2,1 Millionen Fahrzeugen von Audi und VW. Insgesamt geht es um gut fünf Millionen Autos, in Deutschland fast 1,4 Millionen.
Die Rückrufe bei VW seit März 2026
März 2026
Batterie-Rückruf in großem Stil
VW und Cupra rufen weltweit mehr als 90.000 Elektroautos zurück, 28.000 davon in Deutschland.
30. September 2026
Rückruf in den USA
VW meldet bei der US-Behörde NHTSA den Rückruf 26V630 (VW-Kennung 93EX) für 22.524 ID.4 der Modelljahre 2023 bis 2026.
Ende September 2026
Lenkungs-Rückruf
Wegen einer korrosionsanfälligen Schraube ruft VW weltweit gut fünf Millionen Autos zurück, fast 1,4 Millionen davon in Deutschland.
15. Oktober 2026
Bericht und Bestätigung
Das Handelsblatt berichtet über den geplanten Batterie-Rückruf in Deutschland; VW bestätigt einige Tausend Fahrzeuge und das Ladelimit von 80 Prozent.
27. November 2026
Halterbriefe in den USA
Die Benachrichtigung der Halter zum Rückruf 93EX soll beginnen.
Wie es weitergeht
In den USA geht es am 27. November weiter: Dann sollen die Halter der 22.524 betroffenen ID.4 informiert werden. Für Deutschland nennt VW bislang kein Datum, an dem die Halterbriefe verschickt werden.
Offen bleibt, wann das Kraftfahrt-Bundesamt den Rückruf führt und ob es bei 11.000 Fahrzeugen in Deutschland bleibt. Fest steht bislang nur die Ursache: Zellen aus der Produktion von Zulieferern, die VW nicht mehr als qualitätskonform einstuft.