Tesla zeigt den Roadster der zweiten Generation: Der Prototyp fährt kopfüber an einer Rampe, springt über parkende Teslas, und Musk nennt 2028 als Produktionsstart. Reservierungen kosten bis zu 250.000 Dollar – einen Kaufpreis nennt niemand.
Tesla hat am Donnerstagabend auf einem SpaceX-Testgelände bei Waco in Texas den Roadster der zweiten Generation vorgestellt – und verlangt für eine Reservierung 50.000 Dollar für die Performance-Version und 250.000 Dollar für die stärkere Thrust-Version, wie der FAZ-Bericht zur Roadster-Premiere zeigt. Einen Kaufpreis nannte das Unternehmen für keine der drei Versionen. Die Produktion soll 2028 starten.
Der Prototyp fuhr eine umgedrehte Rampe hinauf und blieb mit einem Sauggebläse kopfüber an ihr haften, mit bis zu 2 g Anpressdruck. Dann löste er sich, drehte sich in der Luft, landete auf eigenen Kaltgas-Triebwerken und sprang über eine Reihe geparkter Tesla-Modelle, darunter ein Semi. Die Show wurde ab 19:55 Uhr Ortszeit live gestreamt; TechCrunch schildert den Stunt auf dem SpaceX-Testgelände im Detail.
Vom Lotus-Umbau zum Raketenauto: die Roadster-Historie
2008
Erster Roadster auf Lotus-Basis
Der erste Tesla Roadster kommt auf einem Lotus-Elise-Chassis auf den Markt und wird bis 2012 in rund 2.450 Exemplaren verkauft.
November 2017
Prototyp der zweiten Generation
Musk zeigt als Überraschung am Ende der Semi-Präsentation einen Viersitzer mit 1.000 Kilometer Reichweite, 1,9 Sekunden auf 100 km/h und 200.000 Dollar Basispreis, Auslieferung ab 2020.
2018
SpaceX-Paket angekündigt
Musk verspricht rund zehn kleine Raketentriebwerke, die den Tesla „vielleicht sogar fliegen“ lassen sollen; seinen privaten Roadster der ersten Generation schießt er mit einer Falcon Heavy ins All.
2020 bis 2025
Serienstart mehrfach verschoben
Der Termin rutscht auf 2021, 2022, 2023, „hoffentlich“ 2024, dann 2025 und zuletzt 2027/2028.
1. Oktober 2026
Enthüllung kurzfristig abgesagt
Wegen schweren Wetters sagt Tesla den geplanten Termin ab; die Show könne nur im Freien stattfinden.
15. Oktober 2026
Weltpremiere auf dem Testgelände
Der Prototyp fährt kopfüber, dreht sich in der Luft und landet auf Kaltgas-Triebwerken; Musk kündigt die Produktion für 2028 an.
Zehn Düsen, 250 Kilo Druckluft
Lars Moravy, Teslas Vizepräsident für Fahrzeugtechnik, erklärte den Antrieb: Zehn Düsen arbeiten mit rund 600 Litern Druckluft – etwa 250 Kilogramm Luft in zwei Carbon-Druckbehältern –, hüben das Auto an und drehten es in der Luft. Ein Bordkompressor füllt die Tanks danach wieder auf.
Tesla nennt drei Versionen: Performance für die Straße mit zwei Sitzen und unter 1,6 Sekunden auf 96 km/h, Thrust mit Heck-Düsen und unter 0,9 Sekunden sowie das nur auf Einladung erhältliche, einsitzige Rocket mit vollem Flugsystem und unter 0,59 Sekunden auf 60 mph.
Ob ein Roadster mit Raketendüsen im Alltag fahren darf, ließ der Tesla-Chef offen. Auf die Frage nach der Zulässigkeit antwortete er ausweichend, das komme auf die jeweilige Straße an – und gab die Unsicherheit danach selbst zu.
„Ich bin mir nicht sicher, ob es in allen Rechtsgebieten unbedingt legal ist.“
Elon Musk, Tesla-Chef
Reservierungen sind gestaffelt: 5.000 Dollar sofort, 45.000 beziehungsweise 245.000 binnen zehn Tagen. Tesla schreibt zudem, die Rocket-Version sei nicht für die Straße freigegeben und möglicherweise nicht in allen Regionen erhältlich. Das Fliegen im öffentlichen Straßenverkehr ist nicht zugelassen.
Ein Scherz, oder?
Gene Munster von Deepwater Asset Management sieht in der Show vor allem eine Machtdemonstration gegenüber der Konkurrenz: Es sei eine Ingenieurs-Demonstration ohne kommerziellen Wert gewesen, außer traditionelle Autohersteller zu blamieren. Der Tech-YouTuber Marques Brownlee nahm den Auftritt dagegen als Witz wahr – und rechnete mit Musk ab.
„Sie sind wirklich auf die Bühne gegangen und haben gesagt, dieses neu designte Auto mit über 4.000 Pfund kann Saltos machen und die halbe Schallgeschwindigkeit erreichen (380+ mph) und wird 2028 ausgeliefert. Das ist ein Scherz, oder?“
Marques Brownlee, Tech-YouTuber
Der Prototyp von 2017 versprach vier Sitze, 1.000 Kilometer Reichweite und 1,9 Sekunden auf 100 km/h für 200.000 Dollar. Das nun gezeigte Auto hat zwei Sitze – und deutlich weniger Reichweite. Der Serienstart wurde seither mehrfach verschoben: auf 2021, 2022, 2023, „hoffentlich“ 2024, dann 2025 und zuletzt 2027/2028.
Das letzte Auto, das Menschen fahren
Der Roadster soll Teslas letztes von Menschen gefahrenes Auto sein. Sonst setzt das Unternehmen auf autonomes Fahren, KI und humanoide Roboter wie Optimus. Musk nannte die Premiere die Krönung unglaublicher Arbeit von Tesla- und SpaceX-Ingenieuren, die etwas geschaffen hätten, das man in keinem Film gesehen habe – besser als jedes James-Bond-Auto.
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Offen bleibt der Preis. Der nächste feste Termin ist der 21. Oktober, wenn Tesla seine Quartalszahlen vorlegt. Ob Musk dann verrät, was die drei Versionen kosten sollen, hat das Unternehmen nicht angekündigt – bis dahin bleibt die Frage, wer 250.000 Dollar anzahlt für ein Auto, das auf der Straße nicht fliegen darf.