Harald Glööckler bezeichnet sich im „Nachtcafé“ als scheu
Bild: KI-generiert
Narzissmus

Harald Glööckler bezeichnet sich im „Nachtcafé“ als scheu

Im SWR-„Nachtcafé“ sagt Harald Glööckler, er sei „eigentlich sehr scheu“ – und Events findet er „nicht geil“. Der Mann, der als Modeprinz auffällt, trennt Rolle und Privatmensch.

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Harald Glööckler (61) hat sein Leben lang für Aufmerksamkeit gesorgt. Jetzt sagt der Modedesigner, das sei nie sein eigener Wunsch gewesen: Er sei „eigentlich sehr scheu“.

Der Satz fällt im SWR-„Nachtcafé“, Erstausstrahlung an diesem Freitag, 16. Oktober, um 22 Uhr. Das Thema der Runde: „Ich! Ich! Ich! Vom Umgang mit Narzissmus“. Verhandelt wird die Frage, wie viel Selbstbezogenheit ein Mensch verträgt – und wie viel er nur aufführt.

Sein Auftritt widerspricht dem Bild, das er über Jahre gepflegt hat. „Die Leute denken immer, der Glööckler, der findet das ganz toll, sich da zu präsentieren“, sagt er. Das Gegenteil sei der Fall, schreiben die Stuttgarter Nachrichten über Glööcklers Auftritt im Nachtcafé.

Der Modeprinz ist eine Rolle fürs Geschäft

In der Runde beschreibt Glööckler seinen „Modeprinzen“ als selbst geschaffene Rolle. Er habe sie sich gebaut, weil sie zu seinem Geschäft gehört – nicht, weil sie ihm Freude macht. Den Beweis liefert er selbst nach.

„Und dann muss ich auf Events gehen, das ist ein Teil meines Business. Ich finde es aber nicht geil, da hinzugehen.“
Harald Glööckler, Modedesigner

Der Satz ist der Kern des Abends: Er trennt den Beruf, in dem er auffallen muss, von dem Menschen, der lieber im Hintergrund bleibt. Wer Glööckler auf der Bühne sehe, sehe die Rolle, nicht den Privatmann – so stellt er es selbst dar, wie auch der Spiegel über Glööcklers Selbstbild als scheuer Mensch berichtet.

Dass er Menschenmengen nicht sucht, hat Glööckler schon vor dem „Nachtcafé“ erzählt: Harald Glööcklers Abschied von Berlin fiel mit dem Argument aus, die Stadt sei „laut, hektisch, dreckig“.

Mit 50 braucht es einen Lippenstift als Orientierung

Offener als über die Scheu spricht Glööckler über das Älterwerden. Er habe „kein Problem mit dem Älterwerden“, sagt er – ganz so einfach sei es aber nicht. Dann folgt das genaueste Bild des Abends.

„Mit 20, da ist natürlich noch alles am selben Platz, mit 30 auch. Aber mit 50, da schaust du in den Spiegel und musst erst mal einen Lippenstift dran machen, damit du weißt, wo vorne und wo hinten ist.“
Harald Glööckler, Modedesigner

Er nennt das Älterwerden an anderer Stelle „eine Zumutung“. Der Ton pendelt zwischen Witz und Klage – und trifft damit genau die Stimmung, für die das „Nachtcafé“ seine Gäste auswählt.

Ob Altern ein Tabu oder ein Projekt ist, verhandeln Prominente seit Jahren öffentlich. Natascha Ochsenknecht über Schönheitseingriffe und das Älterwerden liefert eine ganz andere Antwort auf dieselbe Frage.

Weitere Gäste und drei Wiederholungen

Neben Glööckler sitzen Yvonne Schmidt, Maximilian Pollux, Simone Reitz und Cyril Kammer in der Runde. Dazu kommt der Psychiater und Psychotherapeut Prof. Dr. Reinhard Haller. Am selben Tag griffen dpa-basierte Medien die Aussagen auf, am 17. Oktober zogen BUNTE und andere Portale nach.

Wer die Sendung verpasst hat, kann sie am 17. Oktober um 10.05 Uhr im hr-fernsehen und um 11 Uhr im SWR Fernsehen sehen. Am 18. Oktober folgt um 6 Uhr eine weitere Wiederholung im SR Fernsehen.

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Spätestens bei seinem nächsten Event im Scheinwerferlicht zeigt sich, ob der Abend etwas verändert hat. Dann steht der Modeprinz wieder vor der Kamera – und muss selbst erklären, warum er diesmal nicht scheu sein durfte.