AfD-Gemeinderat Kronseder muss die Katholische Landjugend verlassen
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Kirche und Politik

AfD-Gemeinderat Kronseder muss die Katholische Landjugend verlassen

Weil Anton Kronseder für die AfD in den Taufkirchner Gemeinderat einzog, stellte ihn die Katholische Landjugend vor die Wahl: Mandat oder Mitgliedschaft. Er blieb beim Mandat – sein Vater trat aus Protest aus der Kirche aus.

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Anton Kronseder musste sich zwischen Mandat und Verband entscheiden – und wählte den Gemeinderat. Der Diözesanvorstand der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) München-Freising stellte den Taufkirchener Gemeinderat, der für die AfD im Rat sitzt, vor die Wahl: das Mandat oder die KLJB-Mitgliedschaft.

Kronseder blieb beim Mandat und legte seine Mitgliedschaft nieder. Bekannt wurde der Fall am 17. Oktober 2026 durch den Bericht des Münchner Merkur über den Rauswurf, den FOCUS online bundesweit aufgriff. Für den Diözesanverband ist es der erste derartige Fall.

Erstes Gespräch im Dezember 2025

Überraschend kam die Entscheidung nicht. Schon im Dezember 2025 hatte der Diözesanvorstand Kronseder auf den Interessenkonflikt zwischen AfD-Mandat und Mitgliedschaft angesprochen. Die Aufstellungsversammlungen der AfD für die Kommunalwahl 2026 hatten bereits im Spätherbst 2025 stattgefunden; Kronseder stand auf der Liste, ohne Parteimitglied zu sein.

Am 8. März 2026 kam die AfD in Taufkirchen an der Vils auf 4 von 24 Sitzen – die Sitzverteilung im Gemeinderat führt die Gemeinde auf ihrer Website. Kronseder zog ein. Im Mai folgte die Konstituierung: Seither ist er Referent für Ortsentwicklung, Bau und Dorferneuerung und stellvertretender Referent für Vereine, Ehrenamt, Sport und Freizeit.

Von der Diözesanversammlung zum Rauswurf

  1. Frühjahr 2025
    KLJB beschließt Positionspapier

    Die Frühjahrs-Diözesanversammlung der KLJB München-Freising verabschiedet das Papier „Mit starken Werten gegen extreme Rechte“.

  2. Spätherbst 2025
    AfD-Liste in Taufkirchen

    Bei den Aufstellungsversammlungen der AfD steht Kronseder auf der Liste für die Kommunalwahl 2026 – als Parteiloser.

  3. Dezember 2025
    Erstes Gespräch

    Der Diözesanvorstand spricht mit Kronseder über den Interessenkonflikt zwischen Mandat und Mitgliedschaft.

  4. 8. März 2026
    Kommunalwahl

    Die AfD holt in Taufkirchen 4 von 24 Sitzen, Kronseder wird Gemeinderat.

  5. Mai 2026
    Konstituierung

    Kronseder wird Referent für Ortsentwicklung, Bau und Dorferneuerung sowie stellvertretender Referent für Vereine und Umwelt.

  6. 17. Oktober 2026
    Der Fall wird öffentlich

    Der Münchner Merkur berichtet über den Rauswurf; FOCUS online greift ihn bundesweit auf.

Ortsgruppe nennt das Vorgehen überzogen

In Kronseders Heimatort Wambach fällt das Urteil milder aus. Die KLJB-Ortsgruppe unter Vorsitz von Florian Grasser kann die Haltung des Diözesanvorstands nachvollziehen, hält das Vorgehen aber für überzogen und bedauert den Verlust eines Urgesteins.

Der Streit hat Spuren hinterlassen. „Mich hat das alles total genervt“, sagt Kronseder über die Monate seit dem ersten Gespräch. Warum er das Mandat nicht aufgibt, begründet er mit dem, was er im Ort halten will:

„Mir liegt was am Vereinsleben.“
Anton Kronseder, Gemeinderat Taufkirchen (Vils), AfD

Huber macht den Fall in Eichenried publik

Öffentlich wurde der Fall nicht durch die KLJB, sondern durch die AfD. Martin Huber, Landtagsabgeordneter und Kreisrat, machte den Rauswurf bei einer Veranstaltung seiner Partei in Eichenried zum Thema und griff die Kirche an: „Die Kirche soll sich aus der Politik heraushalten“, sagte er. „Ich bin von der Kirche maßlos enttäuscht.“

Die KLJB München-Freising hatte sich früh positioniert. Auf der Frühjahrs-Diözesanversammlung 2025 beschloss der Verband das Positionspapier „Mit starken Werten gegen extreme Rechte“ und veröffentlichte den Beschluss am 16. Juli 2025. Kronseders Kandidatur folgte erst im Spätherbst 2025.

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Der Vater verlässt aus Protest die Kirche

In der Familie wirkt der Fall weiter. Kronseders Vater, Gastwirt in Wambach und regelmäßiger Gastgeber von AfD-Veranstaltungen, trat aus Protest umgehend aus der katholischen Kirche aus – so steht es in dem Bericht über den Rauswurf.

Für den Diözesanverband ist Kronseder bislang der einzige Fall dieser Art; in Taufkirchen wirkt die Angelegenheit nach. Kronseder sitzt weiter im Gemeinderat und verantwortet dort Ortsentwicklung und Bau. Ob der Verband künftig bei jedem Mitglied mit AfD-Mandat so entscheidet, ist offen – bislang ist Kronseder der einzige Fall dieser Art.