Klaus Rader ist zurück in München. Am Freitag, 16. Oktober 2026, wurde der Leichnam des L'Osteria-Mitgründers (63) mit dem Flugzeug von Mallorca in seine Heimatstadt überführt – eine Woche nach dem tödlichen Porsche-Crash im Tramuntana-Gebirge.
Bereits am Donnerstag war der Sarg am Flughafen der Balearen-Hauptstadt Palma eingetroffen und wurde dort über Nacht für den Abflug bereitgehalten. Ein Ergebnis der Obduktion nennt der Bericht nicht; BILD über die Überführung nach München berichtet.
Zwei Ursachen, keine Bestätigung
Die Guardia Civil hält zwei Erklärungen für den Kontrollverlust offen: überhöhte Geschwindigkeit und eine Bodenschwelle im Asphalt kurz vor der Rechtskurve. Eine nasse Fahrbahn schließen die Ermittler aus; wie schnell der Porsche 911 GT3 RS (Baujahr 2023, 525 PS) wirklich war, ist öffentlich nicht festgestellt.
Ein Sprecher der Guardia Civil wollte die Medieninformationen nicht bestätigen – laut dem Bericht der Mallorca Zeitung zur Unfallursache sagte er nur: „Wir haben bislang nichts bestätigt.“ Aus dem Umfeld Raders kommt Widerspruch gegen die Idee eines riskanten Fahrstils: Ein Sprecher seines Rennfreunds Hubert Haupt nannte Rader einen „bedachten und verantwortungsvollen Fahrer, immer ruhig, ein echter Gentleman“.
Beifahrerin überlebt mit 1.000 Schutzengeln
Seine Beifahrerin Christina Ettel (39) überlebte schwer verletzt: Sie erlitt Brüche am ersten Halswirbel (C1) und am vierten Brustwirbel (T4) sowie eine Stauchung des dritten Brustwirbels (T3) und eine Leberprellung. Sie lag zunächst auf der Intensivstation, später in einer Privatklinik in Palma. An den Unfall erinnert sie sich kaum: Sie war sofort bewusstlos und kam erst im Auto wieder zu sich. Lähmungen traten nach ihren Angaben nicht auf.
Sechs Kinder und eine Trauer vor Publikum
Rader hinterlässt seine Frau Viktoria („Viky“) Rader (42), Stylistin und Influencerin, und insgesamt sechs Kinder – vier gemeinsame und zwei aus früheren Beziehungen. Kennengelernt hatten sich die beiden im Münchner Club „Hugo's“, 2010 heirateten sie standesamtlich, am 26. Juni 2026 feierten sie im Alcázar de Artà auf Mallorca ein großes Fest. Die Ehe stand unter Belastung: Viky Rader erlebte fünf Fehlgeburten.
Ihre Trauer trägt sie öffentlich. Zunächst bat sie in einem Statement um Privatsphäre und „den ruhigen Raum, um privat zu trauern – als Familie“. Am 17. Oktober erschien in der Süddeutschen Zeitung eine Traueranzeige für Klaus Rader (21.03.1963 – 09.10.2026), zu der zahlreiche Kondolenzen und Gedenkkerzen eingingen; am selben Tag veröffentlichte sie rund 20 Familienfotos.
„In liebevollem Gedenken an eine Legende. Der liebevollste Vater. Die Liebe meines Lebens. Die Güte und Liebe, die er schenkte – unermesslich. Ein Mensch, der durch nichts zu ersetzen ist. Ein Schmerz, der sich nicht in Worte fassen lässt.“
Vom ersten Lokal zu 210 Standorten
Die Kette L'Osteria erklärte, man sei „tief geschockt und unendlich traurig“; Rader habe Menschen mit seiner Energie und Klarheit bewegt und inspiriert. 1999 hatte er mit Friedemann Findeis in Nürnberg das erste Restaurant eröffnet, heute zählt L'Osteria rund 210 Standorte. Seit 2023 hält eine Investmentfirma rund zwei Drittel der Anteile bei einer Bewertung von etwa 400 Millionen Euro; Rader blieb im Aufsichtsrat.
Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen weiter, mit der abgeschlossenen Obduktion steht dafür die gerichtsmedizinische Grundlage. Offen ist, ob die Guardia Civil am Ende Geschwindigkeit, Asphaltschaden oder ein Zusammenspiel beider Faktoren als Auslöser benennt – bestätigt hat sie bislang nichts.
