Freddy Quinn tritt erstmals seit rund 20 Jahren wieder öffentlich auf
Bild: KI-generiert
Ehrengast der Trabers

Freddy Quinn tritt erstmals seit rund 20 Jahren wieder öffentlich auf

Ein Zirkusbesuch, den ihm seine Frau Rosi zum 95. Geburtstag schenkte, endete mit einem Versprechen: Freddy Quinn kommt als Ehrengast – und füllt in Leezen das Zelt. Der erste öffentliche Auftritt seit rund 20 Jahren.

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Nur sieben Zuschauer hatte der Circus Traber, als Freddy Quinn (95) Anfang Oktober in Henstedt-Ulzburg in der Manege saß. Da bot der Schlagerstar an, als Ehrengast zu kommen, wenn es helfe, die Bude voll zu machen.

Am Samstag wurde aus dem Angebot Ernst. Quinn kam in das Gastspiel, das der Circus seit dem 14. Oktober in Leezen im Kreis Segeberg zeigt. Es wurde sein erster öffentlicher Auftritt seit rund 20 Jahren.

Ein Geburtstagsgeschenk mit Folgen

Auslöser war ein Ausflug zum Zirkus, den ihm seine Frau Rosi zum 95. Geburtstag geschenkt hatte. Vor seinem runden Geburtstag im September erinnerte er sich an 50 Jahre Freundschaft mit Heidi Kabel. Quinn war 1956 mit „Heimweh“ der erste Schallplatten-Millionär der Bundesrepublik geworden, bis zur Jahrtausendwende kamen über 60 Millionen Platten und 17 Goldene Schallplatten zusammen.

Der Zirkus kündigte den Gast schon am zweiten Oktoberwochenende auf Plakaten an. Am 12. Oktober berichtete t-online über den Auftritt nach 20 Jahren. Was Quinn den Trabers angeboten hatte, war keine Floskel:

„Wenn es Ihnen hilft, die Bude voll zu machen, komme ich gern wieder.“
Freddy Quinn, Schlagerstar

Mehr Andrang, als das Zelt fasst

Am Samstag kamen mehr Menschen, als der Betrieb gewohnt ist. Rund 300 Plätze hat der Circus Traber in Leezen; nach Angaben von Niklas Traber kamen 200 bis 300 Zuschauer, BILD zählt rund 400 Besucher der Vorstellung.

Schon ab etwa 13:30 Uhr stand eine Menschenschlange über den ganzen Leezener Dorfplatz bis zur Kasse. Die Vorstellung begann deshalb erst gegen 15:40 Uhr statt um 15:00 Uhr. Fans reisten aus der Schweiz und aus Österreich an.

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Kappe ab, Ponydressur, Autogramme

Im Zelt nahm Quinn die St.-Pauli-Kappe ab, griff zum Mikrofon und hielt eine kurze Ansprache. Darin kündigte er die erste Nummer des Nachmittags an, eine Ponydressur.

Vor der Vorstellung, in der Pause und nach dem Schlussapplaus signierte er Autogrammkarten. Vor dem Publikum warb er um Verständnis für die Artisten:

„Ich bin ein dankbarer Zuschauer, ein dankbares Publikum. Und ich hoffe, dass Sie, meine Damen und Herren, es genauso empfinden und sehen, wie schwer es ist, im Zirkus eine Show zu machen.“
Freddy Quinn, Schlagerstar

Vier abgesagte Shows und ein Versprechen

Der Ansturm fällt in eine Existenzkrise. Zeitweise saßen weniger als zehn Besucher pro Vorstellung im Zelt, vier Shows musste der Betrieb absagen. Zirkuschefin Denise Traber (33) erhofft sich von Quinn neue Aufmerksamkeit.

Von der Bühne ins Zirkuszelt

  1. 1956
    Erster Millionenseller

    Mit „Heimweh“ wird Quinn der erste Schallplatten-Millionär der Bundesrepublik.

  2. 2001
    Ehrenmedaille in Gold

    In Berlin erhält er die Ehrenmedaille für Artistik.

  3. 2006
    Abschied von der Bühne

    Quinn verabschiedet sich öffentlich – und tritt danach nicht mehr auf.

  4. 11. September 2026
    95. Geburtstag

    Seine Frau Rosi schenkt ihm einen Ausflug zum Circus Traber.

  5. Anfang Oktober 2026
    Sieben Zuschauer in Henstedt-Ulzburg

    Quinn bietet an, als Ehrengast zu kommen, wenn es helfe, das Zelt voll zu machen.

  6. 12. Oktober 2026
    Der Termin wird öffentlich

    Bild und t-online berichten über den ersten Auftritt seit rund 20 Jahren.

  7. 17. Oktober 2026
    Comeback in Leezen

    Andrang ab 13:30 Uhr, Beginn gegen 15:40 Uhr, 200 bis 400 Besucher.

Quinn ist dem Zirkus seit Jahrzehnten verbunden: Als Jugendlicher zog er mit einem Wanderzirkus umher, bei der Artistendynastie Traber lernte er das Seillaufen, er ist Taufpate von Johann Traber junior. Ob die Aufmerksamkeit über den einen Nachmittag hinausreicht, entscheiden die nächsten Vorstellungen in Leezen. Quinn deutete an, dass weitere Auftritte für ihn keine Routine wären: „Na ja, in meinem Alter ist das nicht mehr ganz so leicht.“