Kim Kardashian braucht nachts sechs Sicherheitsleute am Haus
Bild: KI-generiert
Paris-Überfall

Kim Kardashian braucht nachts sechs Sicherheitsleute am Haus

Vier Tage vor ihrem 46. Geburtstag zeichnet ein Porträt den Weg vom Verkaufstisch ins Milliarden-Imperium nach. Der Reichtum, der aus Sichtbarkeit wuchs, machte sie 2016 in Paris zum Ziel – heute braucht sie sechs Wachen vor dem Haus, um schlafen zu können.

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Kim Kardashian (45) schläft nach eigener Darstellung nur, wenn sechs Sicherheitsleute rund um ihr Haus patrouillieren. Vier Tage vor ihrem 46. Geburtstag am 21. Oktober beschreibt ein Porträt über den Weg ins Milliarden-Imperium genau diese Spannung.

Der Text stammt von Eileen Primus, stellvertretende Ressortleiterin Unterhaltung bei Bild, und ist kein Nachrichtenbericht, sondern ein Werdegang: Verkäuferin mit 16, Milliardärin mit 45. Bild beziffert das Vermögen auf 1,7 Milliarden Euro; Forbes schätzte es am 8. Oktober 2026 auf rund 1,9 Milliarden US-Dollar.

Das Geld stammt aus Sichtbarkeit: 354 Millionen Instagram-Follower, bezahlte Posts für 300.000 bis 500.000 Dollar, eine Marke, die vom permanenten Zeigen lebt. Genau diese Sichtbarkeit machte sie in der Nacht vom 3. Oktober 2016 zum Ziel. Ermittler gingen davon aus, dass die Täter ihren digitalen Spuren folgten – Bildern, Zeitstempeln, Standortangaben.

Mit 16 hinter der Theke von „Body“

Ihr erster fester Job war wenig glamourös: Mit 16 stand sie in Encino, einem Stadtteil von Los Angeles, im Bekleidungsgeschäft „Body“ – rund vier Jahre lang. Später half sie, eine zweite Filiale in Calabasas zu eröffnen. Der Auslöser war ein Unfall.

Ihren 16. Geburtstag hatte sie mit einem weißen BMW gefeiert, den sie zu Schrott fuhr, weil sie beim Fahren nach einer heruntergefallenen Lippenstifthülle suchte. Ihr Vater, der Anwalt Robert Kardashian, verlangte, dass sie vor einem neuen Auto einen Vertrag unterschrieb und für den Schaden selbst aufkam.

„Ich hatte mit 16 einen Job. Es war in einem Bekleidungsgeschäft“, erinnerte sie sich 2018 im Gespräch mit Wealthsimple. In Encino habe sie „jeden Gehaltsscheck“ wieder ausgegeben, wenn nichts zu bezahlen war. Die Stelle gab sie erst auf Druck ihres ersten Ehemanns auf, des Musikproduzenten Damon Thomas – er habe keinen Kontakt zu ihren alten Freunden gewollt, heißt es in ihren Scheidungspapieren von 2003.

Danach folgten eBay-Geschäfte mit Manolo-Blahnik-Schuhen, Aufträge als Closet-Organisatorin für Prominente, Jobs als Stylistin für Brandy und Paris Hilton, 2006 die Boutique-Kette DASH mit ihren Schwestern – und 2007, nach dem Sex-Tape mit Ray J, der Durchbruch mit „Keeping Up with the Kardashians“.

Vom Verkaufstisch zur Milliardärin

  1. 1996
    Erster Job mit 16

    Kim Kardashian verkauft Kleidung bei „Body“ in Encino, nachdem ihr Vater einen unterschriebenen Vertrag verlangt hat.

  2. 2007
    Durchbruch mit der Reality-Show

    Nach dem Sex-Tape mit Ray J startet „Keeping Up with the Kardashians“, die Familie wird weltbekannt.

  3. 3. Oktober 2016
    Raub in Paris

    Bewaffnete Männer überfallen sie in der Hotelsuite „No Address“, die Beute wird auf rund 9 Millionen Euro geschätzt.

  4. April 2021
    Auf der Forbes-Liste

    Forbes nimmt sie mit einem Vermögen von einer Milliarde Dollar in die Milliardärsliste auf.

  5. 23. Mai 2025
    Urteil in Paris

    Acht der zehn Angeklagten werden verurteilt, Kardashian erhält den von ihr geforderten symbolischen Euro.

  6. 21. Oktober 2026
    46. Geburtstag

    Vier Tage zuvor ist das Porträt über ihren Werdegang erschienen.

SKIMS trägt das Milliarden-Imperium

Das Geld von heute kommt nicht aus dem Reality-TV. Forbes führt sie seit April 2021 auf der Milliardärsliste. Den größten Block bildet SKIMS: Die Shapewear-Marke, 2019 mit Jens Grede gegründet, sammelte im November 2025 unter Führung von Goldman Sachs Alternatives 225 Millionen Dollar ein – bei einer Bewertung von 5 Milliarden Dollar.

2025 erwartete SKIMS mehr als eine Milliarde Dollar Nettoumsatz und betrieb 18 eigene Läden in den USA plus zwei Franchise-Stores in Mexiko. Kardashians Anteil wird branchenüblich mit etwa einem Drittel angegeben – rund 1,67 Milliarden Dollar.

Von KKW Beauty zu SKIMS: die Milliardenzahlen

Bewertungen und Vermögen in Milliarden US-Dollar

Quelle: Coty, CompaniesHistory, Forbes (Oktober 2026)

Vor SKIMS machte sie 2020 Bargeld: Coty zahlte 200 Millionen Dollar für 20 Prozent von KKW Beauty, bewertet mit einer Milliarde. Im März 2025 übernahm SKIMS den Coty-Anteil, die Pflegelinie SKKN ging in SKIMS auf. Dazu kommen Gagen aus Hulus „The Kardashians“ und der Anwaltsserie „All's Fair“ sowie seit Februar 2026 eine Co-Gründerrolle beim Energy-Drink „Update“.

Ein Rückschlag steht daneben: 2025 schloss sie ihre juristische Ausbildung ab, fiel aber im Juli 2025 durch das kalifornische Anwaltsexamen.

Die Nacht vom 3. Oktober 2016

Fünf als Polizisten verkleidete Männer standen gegen 2.30 Uhr vor der Luxusresidenz „No Address“ im 8. Arrondissement. Zwei überwältigten den Pförtner, dann stürmten die Täter maskiert und mit vorgehaltener Waffe in ihr Zimmer. Kardashian war im Bademantel, sie versuchte noch, ihre Schwester und ihren Bodyguard anzurufen.

„Ich habe Babys. Bitte, ich habe eine Familie. Lasst mich leben!“, flehte sie. Sie wurde auf das Bett geworfen, mit Kabelbindern gefesselt, der Mund mit Klebeband verschlossen. Später sagte sie: „Ich dachte: Okay, das ist der Moment, in dem sie mich vergewaltigen“ – dann habe der Mann sie nur gefesselt und die Waffe auf sie gerichtet.

Zur Beute gibt es unterschiedliche Angaben: rund 9 Millionen Euro, 7,5 Millionen Pfund oder 10 Millionen Dollar. Der neugeschenkte Verlobungsring mit einem 18,88-Karat-Diamanten war dabei. Gefunden wurde nichts. Es gilt als größter Schmuckraub an einer Privatperson in Frankreich seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Kanye Wests Warnung kam wenige Tage vorher

Die Biografie „Citizen Kim: The Woman Who Created the Future“ von Vogue-Autor Jonathan Van Meter erscheint am 27. Oktober und rekonstruiert die Tage davor. Kanye West (49) hatte ihr einen zweiten Verlobungsring geschenkt, mehr als 20 Karat, mit der Gravur „Adidas“ – Wert rund 3 Millionen Pfund.

Sie trug beide Ringe zu einem seiner Konzerte in New York, jemand filmte ihre Hände, sie postete das Video. Wests Reaktion: „Mach das nie wieder – du suchst geradezu danach, ausgeraubt zu werden.“ Und: „Ich bin auffällig, aber das ist verrückt, selbst für mich.“ Sie habe nur gesagt: „Okay, verstanden.“

Auch ihre ältere Schwester Kourtney riet ihr, den Reichtum im Netz weniger offen zu zeigen. Kardashian ließ den ersten Ring zu Hause, nahm aber den neuen und „eine größere Schmuckauswahl“ mit nach Frankreich. Sie hatte vor der Tat auch ihren Aufenthaltsort veröffentlicht.

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Sechs Wachen, eine Stahlmauer, 24 Monitore

Die Folgen sind Alltag. Sechs Sicherheitskräfte patrouillieren jede Nacht um ihre Villa in der abgeriegelten Promi-Siedlung Hidden Hills bei Los Angeles, geschützt von einer großen schwarzen Stahlmauer. In der Garage hängen 24 Monitore. Unterwegs ist sie nur mit bewaffneten Bodyguards und in einer Kolonne von Sicherheitsfahrzeugen.

„Ich würde sagen, ich bin für immer verändert. Ich bin einfach nicht mehr so unterwegs wie früher. Ich kann nachts nicht einmal schlafen, wenn nicht sechs Sicherheitsleute rund um mein Haus sind.“
Kim Kardashian, Unternehmerin und Reality-Star

Im Alltag trägt sie laut „People“ nur noch Modeschmuck, die echten Stücke liegen im Safe. Vier Monate machte sie Pause in den sozialen Medien. „Ich machte mir so Sorgen, dass die Leute jeden meiner Schritte kennen, dass ich … paranoid wurde, in der Öffentlichkeit aufzutreten“, sagte sie. 2025 vor Gericht: „Ich bekam Angst davor, das Haus zu verlassen.“

Acht Verurteilte und ein symbolischer Euro

Verhandelt wurde der Fall 2025 in Paris. Zehn Angeklagte – neun Männer und eine Frau, im Durchschnitt rund 60 Jahre alt – standen vor Gericht, in den Medien „les papys braqueurs“, die Opa-Räuber. Wie ZDFheute über das Urteil gegen die Opa-Räuber berichtet, verurteilte das Pariser Schwurgericht am 23. Mai 2025 acht von ihnen, zwei wurden freigesprochen.

Die Strafen fielen je nach Quelle unterschiedlich aus: bis zu drei Jahre Haft und damit unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft, in anderen Berichten bis zu acht Jahre für die vier Haupttäter, teils zur Bewährung ausgesetzt.

Der Hauptangeklagte Aomar Aït Khedache, der Kardashian persönlich mit der Waffe bedroht hatte, bat schriftlich um Verzeihung.

„Mir fehlen die Worte, es tut mir sehr leid.“
Aomar Aït Khedache, Hauptangeklagter im Pariser Raubprozess

Kardashian sagte vor Gericht „Ich vergebe Ihnen“ und verzichtete auf Millionenforderungen. Sie verlangte einen symbolischen Betrag von einem Euro, den das Schwurgericht ihr für immateriellen Schaden zusprach. Es gehe „nicht um Entschädigung, sondern um Verantwortlichkeit und Anerkennung“, erklärten sie und Stylistin Simone Harouche.

Ein Imperium, das von Sichtbarkeit lebt

Das Geschäftsmodell Kim Kardashian ist Sichtbarkeit – und der Zwang zur Abschottung steht dem Imperium entgegen: Stahlmauer und Sicherheitskolonne auf der einen Seite, Werbepost und roter Teppich auf der anderen. Bild erzählt diese Spannung als Erfolgsgeschichte mit Schattenseite.

Sie selbst ordnet die Veränderung heute auch positiv: „Ich bin ein so anderer Mensch. Ich glaube wirklich, dass Dinge in deinem Leben passieren, um dich zu lehren.“ Sie sei vorher materialistisch gewesen und froh, dass ihre Kinder „dieses Ich“ erlebten.

Öffentlichkeit bleibt ihr Geschäft. Selbst über ihr Privatleben wird weiter spekuliert – Gerüchte um weitere Kinder mit Lewis Hamilton machten im August die Runde, bestätigt ist davon nichts.

Am 27. Oktober erscheint „Citizen Kim“. Darin dürfte auch stehen, was sie aus der Nacht von Paris gemacht hat – und ob ein Imperium, das von Sichtbarkeit lebt, dauerhaft hinter Stahlmauern bestehen kann.