David Garrett berichtet von Tränen und Ohrfeigen als Kind
Der Star-Geiger sagt im BILD-Podcast, er habe täglich vier bis fünf Stunden geübt – oft unter Tränen und mit Ohrfeigen. Seinem eigenen Kind würde er mit vier Jahren keine Geige geben.
Tränen, Ohrfeigen, Liebesentzug: David Garrett (46) beschreibt seine Kindheit als Trainingslager am Instrument. In der am 3. Oktober 2026 veröffentlichten Folge des BILD-Podcasts „May Way“ bei Tanja May berichtet der Star-Geiger, was hinter seiner Karriere stand – und was sie ihn gekostet hat.
Vier bis fünf Stunden Geige standen demnach täglich auf dem Programm, bis die Leistung stimmte. Auf die Frage, ob dabei Tränen flossen, antwortet Garrett „Dauernd!“, auf die nach Ohrfeigen „Klar!“, wie die BILD-Reportage über Christian aus Aachen festhält. Es ist die Bilanz eines Mannes, der als Wunderkind berühmt wurde.
Ein Vater, ein Plan – und ein Kind, das funktionierte
Geboren 1980 in Aachen als David Christian Bongartz, Sohn des Juristen und Geigen-Auktionators Georg Paul Bongartz und der US-Balletttänzerin Dove-Marie Garrett, bekam er mit vier Jahren die erste Geige. Unterricht gab zunächst der Vater.
Mit fünf stand er erstmals bei „Jugend musiziert“ auf der Bühne, mit sechs erklärte ihm der Vater die Musik zur „Berufung“. Noten lernte er lesen, bevor er schreiben und lesen konnte. Auf die Frage, wann seine Kindheit endete, hat Garrett eine klare Antwort.
„Ich habe das Gefühl, ich war schon mit fünf Jahren Berufsmusiker. Zumindest haben mich meine Eltern so behandelt.“
David Garrett, Star-Geiger
Keine Schule, keine Freunde, kein Austausch
Eine reguläre Schule besuchte Garrett nie. Nach eigener Aussage hatte er keine Freunde, keine Klassenfahrten und keinen Schüleraustausch. „Ich bin da ein bisschen verkümmert aufgewachsen“, sagt er über diese Jahre. Der Satz benennt die Kehrseite einer Karriere, die von außen wie ein Traum aussah.
Diese Sonderstellung war kein Nebenprodukt, sondern der Kern eines Familienprojekts. Was das mit einem Kind macht, beschreibt Garrett ohne Beschönigung – und er nennt das Wort, das viele Eltern nicht hören wollen.
„Ich wollte normal sein. Ich hatte in der Familie immer diese Sonderstellung. Ich habe sie gehasst.“
David Garrett, Star-Geiger
Mit 13 zur Deutschen Grammophon, mit 19 kam der Bruch
Mit 13 Jahren unterschrieb Garrett exklusiv bei der Deutschen Grammophon, es folgten Auftritte mit großen Orchestern und Dirigenten weltweit. Zwei Jahre später, mit 15, nahm er alle 24 Capricen von Paganini auf.
Um 2000 dann der Bruch: Mit 19 reiste Garrett gegen den Willen des Vaters nach New York, um an der Juilliard School bei Itzhak Perlman zu studieren. Dort trat er wieder als Christian Bongartz auf – ohne den Künstlernamen, mit dem er vermarktet worden war.
Garretts Weg vom Wunderkind zum Weltstar
4. September 1980
Geburt in Aachen
David Christian Bongartz kommt als Sohn eines Juristen und Geigen-Auktionators und einer US-Balletttänzerin zur Welt.
1984
Erste Geige mit vier Jahren
Der Vater setzt den Unterricht durch, zunächst unterrichtet er selbst.
1993
Vertrag bei der Deutschen Grammophon
Mit 13 unterschreibt Garrett exklusiv, es folgen Auftritte weltweit.
1995
Paganini mit 15
Er nimmt alle 24 Capricen auf.
um 2000
Aufbruch nach New York
Mit 19 geht er gegen den Willen des Vaters an die Juilliard School zu Itzhak Perlman.
3. Oktober 2026
Podcast-Folge „May Way“
Garrett bilanziert seine Kindheit bei Tanja May.
Heute nennt er es Liebe – und würde es anders machen
Heute ordnet Garrett das anders ein. Die Motivation des Vaters sei „ganz, ganz viel Liebe“ gewesen, sagt er – nur die Umsetzung oft verkehrt. „Meine Eltern werden es nicht so empfunden haben. Ich habe es aber so empfunden.“ Und: „Ich habe keine Erinnerung ohne Geige. Das ist echt pervers.“
Für die eigene Familie zieht er eine Grenze: Seinem Kind würde er mit vier Jahren keine Geige geben. Beruflich läuft es weiter, das Album „Immortal“ erschien am 9. Oktober 2026 bei der Deutschen Grammophon.
Zu seinen Rekorden zählt der Eintrag ins Guinness-Buch als schnellster Geiger: „Hummelflug“ in 65,26 Sekunden. Er spielt eine Guarneri del Gesù „Baltic“ von 1731, achtstelliger Wert.
Umfrage
Lädt
Am 18. Oktober 2026 greift die Kindheits-Beichte im OK! Magazin die Aussagen erneut auf. Ob Georg Paul Bongartz, der in Garretts Erzählung die zentrale Figur ist, öffentlich darauf antwortet, ist offen. Garrett selbst hat ihm im Podcast schon einen Satz in den Mund gelegt – dass er alles richtig gemacht habe, dafür liebe er ihn.