Meloni beruft nach Mailänder Krawallen Sicherheitsgipfel ein
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Jugendgewalt

Meloni beruft nach Mailänder Krawallen Sicherheitsgipfel ein

Nach den Ausschreitungen in Mailand berät Giorgia Meloni über mögliche Konsequenzen. Landesweit wurden 28 Menschen festgenommen; 197 kamen zur Identifizierung auf die Wache.

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Nach den Ausschreitungen in Mailand berät Ministerpräsidentin Giorgia Meloni am Montag im Palazzo Chigi über Konsequenzen. Landesweit wurden nach Polizeiangaben 28 Menschen festgenommen, 197 zur Identifizierung auf die Wache gebracht und 43 angezeigt.

An dem Sicherheitsgipfel nehmen Innenminister Matteo Piantedosi, Vize-Regierungschef Matteo Salvini, Außenminister Antonio Tajani sowie die Spitzen von Nachrichtendiensten und Sicherheitskräften teil. Beraten wird über eine Verschärfung speziell für Minderjährige nach dem Vorbild des Decreto Caivano.

Ein Protestzug kippt in Gewalt

Am Samstag, 17. Oktober, zogen nach Polizeiangaben rund 5.000 Menschen beim Protestzug der Bewegung 'Italia in piazza' gegen Lebenshaltungskosten, Benzinpreise und Schulzustände durch Mailand. Mehrere Hundert zumeist schwarz gekleidete Jugendliche lösten sich vom Zug und lieferten sich stundenlange Straßenschlachten mit der Polizei, wie aus der Chronik der Straßenschlacht von Mailand hervorgeht.

Landesweit wurden 197 Menschen zur Identifizierung gebracht, 28 festgenommen und 43 angezeigt; 141 Sicherheitskräfte wurden verletzt. Auch in Turin, Bologna, Bergamo und Brescia kam es zu Ausschreitungen, in Turin wurde die Buchhandlung Feltrinelli am Bahnhof Porta Nuova verwüstet.

Bilanz der Krawalle am 17. Oktober in Italien

Landesweite Zahlen nach dem Protesttag „Italia in piazza“

Quelle: Rai News/ANSA, 17. Oktober 2026

Am Sonntag folgte ein zweiter Tag der Gewalt: In der Via Torino, am Domplatz, in Cordusio und in der Galleria Vittorio Emanuele II gingen Schaufenster zu Bruch, ein Carrefour-Supermarkt und eine Decathlon-Filiale wurden geplündert. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

Meloni setzt auf das Vorbild Caivano

Meloni hatte den Gipfel bereits am Sonntag angekündigt. Zuvor hatte Piantedosi Polizeichef und Viminale-Spitzen sowie Mailands Polizeipräsidenten Bruno Megale zu einer ersten Lagebesprechung zusammengeholt.

„Ich habe für morgen eine Sitzung zur öffentlichen Ordnung im Palazzo Chigi einberufen, um die Lage zu beurteilen und weitere Maßnahmen gegen diejenigen zu erörtern, die legitime Demonstrationen missbrauchen, um Gewalt und Chaos zu stiften.“
Giorgia Meloni, Ministerpräsidentin Italiens

Im Gespräch ist eine Verschärfung speziell für Minderjährige nach dem Vorbild des Decreto Caivano. Salvini drängt auf eine „Anti-Maranza“-Norm, eine höhere Wasserwerfer-Leistung, Taser und eine Kaution für die Organisatoren von Demonstrationen.

Die Ausschreitungen in Mailand folgten auf schwere, deutlich größere Unruhen in Frankreich: Dort wurden nach Angaben der Regierung rund 2.400 Menschen festgenommen.

Sala und Piantedosi streiten offen

Zwischen Mailands Bürgermeister Giuseppe Sala und dem Innenminister ist ein offener Streit entbrannt. Sala verurteilte die Gewalt gegen Polizisten und die Schäden in der Stadt als nicht zu rechtfertigen.

„Der Bürgermeister von Mailand zeigt mit dem Finger auf die Polizeikräfte, das ist der übliche natürliche und instinktive Reflex einer gewissen radikal-schicken Linken.“
Matteo Piantedosi, Innenminister Italiens

Der Schlagabtausch fällt mitten in die Beratungen über neue Normen. Innenminister Matteo Piantedosi warf dem Bürgermeister vor, mit seiner Kritik an den Polizeikräften einem „üblichen natürlichen und instinktiven Reflex einer gewissen radikal-schicken Linken“ zu folgen.

Opposition warnt vor Kriminalisierung

Aus der Opposition kommt Widerspruch gegen eine Verschärfung des Strafrechts. Die Vorsitzende des Partito Democratico, Elly Schlein, warnt davor, die Teilnehmer der Proteste als Kriminelle zu behandeln.

„Die Menschen, die heute auf der Straße sind, sind ärmer und wütender als gestern und müssen gehört werden. Nicht kriminalisiert.“
Elly Schlein, Vorsitzende des Partito Democratico

Die Regierungsmehrheit setzt am selben Tag auf eine eigene Bühne: Für den 19. Oktober ist in Mailand eine Mitte-Rechts-Kundgebung auf der Piazza San Carlo angekündigt, die den geschädigten Ladenbesitzern und den Sicherheitskräften gilt.

Welche Maßnahmen der Gipfel beschließt

Welche der Vorschläge in eine Norm gegossen werden, ist offen. Neben der Verschärfung für Minderjährige liegen auch eine höhere Wasserwerfer-Leistung, Taser und eine Kaution für Demo-Organisatoren auf dem Tisch.

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Der Gipfel im Palazzo Chigi soll noch am Montag Antworten liefern. Ob er eine gemeinsame Linie mit Mailand findet oder ob der Streit zwischen Sala und Piantedosi die Debatte weiter bestimmt, ist die offene Frage des Tages.