Harald Schmidt verschenkt seinen Jaguar, weil er keinen TÜV mehr bekam
Harald Schmidt (69) hat seinen Jaguar verschenkt, weil der Wagen keinen TÜV mehr bekam – und provoziert nun mit seiner Bahncard 100: Er wünscht sich einen Grünen, der ihn wegen seiner CO₂-Bilanz angreift.
Sein Achtzylinder ist weg, und Harald Schmidt (69) trauert ihm nicht nach. Der Entertainer hat seinen Jaguar verschenkt, weil der Wagen nicht mehr durch den TÜV kam. Seither fährt er mit Bahncard 100, Bus und Straßenbahn durch Köln – und bietet Klimaschützern offen die Stirn.
Am 19. Oktober 2026 machte der frühere Late-Night-Talker das im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Köln öffentlich. „Ich brauch' kein Auto mehr, ich hab' kein Auto mehr“, sagte Schmidt. Ein Abschied ohne Wehmut – und mit einer Pointe, die noch folgt.
Ganz billig war das Geschenk nicht. Der Wagen ist Baujahr 2001, die „Bunte“ ordnet das Modell als Jaguar Daimler V8 der Baureihe X308 ein und nennt für Gebrauchtwagen dieser Art Preise zwischen rund 7.000 und 45.000 Euro. 2017 sagte Schmidt, er sitze bereits seit 16 Jahren am Steuer der grünen Limousine.
Ein Jaguar, der nicht mehr durch den TÜV kam
Technisch war der Abschied kein Entschluss, sondern ein Ergebnis. Die Hauptuntersuchung ging nicht mehr durch, wie der Bericht des Tages-Anzeigers zum gescheiterten Jaguar festhält. Bezahlen wollte Schmidt die Reparatur trotzdem noch.
„Ich hab' den einem Bastler geschenkt, weil der war nicht mehr durch den TÜV zu kriegen. Ich hätte das nochmal finanziert, aber es gingen jetzt so die Zipperlein los.“
Harald Schmidt, Entertainer und früherer Late-Night-Talker
Der neue Besitzer hat den Wagen trotzdem gern genommen. Asad Hussain aus Beverungen in Nordrhein-Westfalen traf Schmidt zufällig in Wien, man sei „ins Plaudern“ geraten, irgendwann auf die gemeinsame Leidenschaft für Autos – am Ende habe Schmidt ihm den Jaguar per Handschlag übergeben. Darüber berichteten laut „n-tv“ bereits im Juni 2026 verschiedene Lokalmedien.
Hussain beschreibt den Zustand ohne Beschönigung: „Der Wagen springt ab und zu nicht mehr an. Und wenn er fährt, dann nur noch bis in den zweiten Gang. Ein echtes Charakterstück also.“ Auf der Hebebühne habe sich gezeigt: „Gute Nachricht, alles schweißbar. Alles machbar. Alles eine Frage der Einstellung.“
Bahncard 100 statt Achtzylinder
Statt zu trauern, rechnet Schmidt vor, warum er nichts vermisst. Die notorischen Verspätungen der Deutschen Bahn stören ihn nicht, weil er eine Bahncard 100 besitzt und damit beliebig umsteigen kann. „Ich ändere teilweise, während ich im Zug bin, die Route“, sagt er.
Innerstädtisch nutzt er Bus und Straßenbahn – und hört dabei zu. „Das ist super interessant, weil da höre ich sehr viele Gespräche hier in Köln“, sagt Schmidt. Der Nahverkehr ist für ihn also auch Materialbeschaffung.
Vom Achtzylinder zur Bahncard
2001
Baujahr des Jaguars
Schmidt fährt einen Jaguar mit Achtzylindermotor, Baujahr 2001.
2005
Ein Ford Mondeo im Kostüm
Der Entertainer sagt der „Auto Bild“: „Ein Jaguar ist ein Ford Mondeo in Kostüm und Maske.“
2017
Sinnbild des typisch Englischen
Im „Robb Report“ beschreibt Schmidt die grüne Limousine – damals sitzt er seit 16 Jahren am Steuer.
Juni 2026
Neuer Besitzer in Beverungen
Lokalmedien berichten über Asad Hussain, der den Jaguar nach einem Zufallstreffen in Wien per Handschlag bekam.
Sommer 2026
Nur noch zweiter Gang
Hussain schildert der „Oberweser Wochenzeitung“, der Wagen springe nicht mehr an und fahre nur bis in den zweiten Gang.
19. Oktober 2026
Kein Auto mehr
Im dpa-Gespräch in Köln bestätigt Schmidt den Abschied und spricht über Bahncard 100, Bus und Straßenbahn.
Aufgefallen ist ihm dabei die alternde Gesellschaft: „Gucken Sie mal, wie lange es dauert, bis die Leute mittlerweile in den Zügen sind.“ Mit der Bahn sei er ohnehin „schon immer“ viel gefahren, sagt Schmidt.
Die Spitze gegen die Grünen
Der schärfste Satz des Gesprächs richtet sich an eine Partei, die ihn bisher nicht angegriffen hat. „Ich wünsche mir, dass mich mal ein Grüner angreift wegen meiner CO2-Bilanz. Dann sage ich: ‚Junge, hier ist meine Bahncard!‘“, sagte Schmidt der dpa in Köln. Die Pointe lebt davon, dass der Mann mit dem Achtzylinder den Vorwurf herbeisehnt und die Fahrkarte als Beweismittel zückt.
Sein Ruf in der Medienlandschaft spielt dabei mit. Die Schwäbische Post über Schmidts Verhältnis zu den Grünen erinnert an seine Bewunderung für den in der Kritik stehenden Altkanzler Gerhard Schröder und an seinen Ärger über Warnhinweise vor alten Folgen von „Schmidteinander“.
Genannt wird auch ein Foto von einem Sommerfest des Schweizer Magazins „Die Weltwoche“, auf dem Schmidt neben Hans-Georg Maaßen und Matthias Matussek stand; AfD-Chefin Alice Weidel war dort ebenfalls anwesend. Politische Zustimmung aus solchen Bildern abzuleiten, habe der Entertainer entschieden abgelehnt.
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Seit 16 Jahren am Steuer
So neu war die Beziehung zu dem Wagen nicht. 2017 sagte Schmidt dem Magazin „Robb Report“, die grüne Limousine sei für ihn ein Sinnbild des typisch Englischen – damals saß er bereits seit 16 Jahren am Steuer.
Über seine Fahrkünste sprach er mit gewohntem Humor. „Ich habe schon halbe Parkhäuser abgerissen beim Versuch, durch eine enge Kurve von Deck zwei auf Deck drei zu kommen“, erinnerte er sich. Schon 2005 sagte er der „Auto Bild“: „Ein Jaguar ist ein Ford Mondeo in Kostüm und Maske.“
Der Abschied vom eigenen Auto fällt in eine Phase, in der Schmidt vor allem als Bühnen- und Fernsehfigur präsent ist. Seit 2007 spielt er den Kreuzfahrtdirektor Oskar Schifferle im ZDF-„Traumschiff“, derzeit tourt er mit „Fascht e Familie“-Star Hanna Scheuring durch die Schweiz.
Mit dem Jaguar ist das Requisit verschwunden, mit dem er sich selbst am liebsten charakterisiert hat. Bei anderen Prominenten endet die Beziehung zum Blech ähnlich – Matthias Reims Abschied von zwölf Motorrädern ist dafür ein Beispiel. Ob ihn tatsächlich ein Grüner auf seine CO₂-Bilanz anspricht, weiß niemand; die Einladung dazu liegt seit dem 19. Oktober öffentlich vor.