Stefan Raab (60) feiert an diesem 20. Oktober Geburtstag – und der Mann, der 2024 als Retter des linearen Fernsehens zurückkam, gilt bei seinem eigenen Sender inzwischen als Problemfall. RTL hat das Comeback kurz vor dem Jubiläum selbst zerlegt.
RTL-Deutschland-Chef Stephan Schmitter hat auf den Österreichischen Medientagen in Wien eingeräumt, dass die Rechnung nicht aufging. RTL-Chef Schmitter räumt Fehler beim Comeback ein – seine Kritik richtet sich nicht gegen Raab, sondern gegen die eigene Programmplanung.
Von 5,9 Millionen auf 290.000 Zuschauer
Die Quoten erzählen den Absturz in Zahlen. 5,9 Millionen Menschen sahen am 14. September 2024 den Boxkampf gegen Regina Halmich, RTL sprach von einem der erfolgreichsten TV-Events der vergangenen zehn Jahre. Vier Tage später startete „Du gewinnst hier nicht die Million“ bei RTL+.
Die letzte Ausgabe lief am 11. Juni 2025 nach rund 30 Folgen – vor 820.000 Zuschauern. „Die Stefan Raab Show“ startete im September 2025 mit 1,08 Millionen, im Februar 2026 verlegte RTL sie auf Donnerstag, 23.15 Uhr; dort sahen noch 370.000 zu.
Raabs Reichweite bei RTL: von 5,9 Millionen auf 290.000
Durchschnittliche Zuschauerzahl je Ausstrahlung
RTL nennt es einen uralten Fehler
Schmitter sprach in Wien nicht von einem Ausrutscher, sondern von einem Prinzipienfehler. Hybride Formate aus linearem Fernsehen und Streaming hätten im Fall Raab nicht funktioniert, sagte er der „Standard“. Anschließend nannte er den Grund für die hohen Erwartungen: RTL habe zu viel ausprobiert und die Erwartungshaltung selbst hochgedreht.
„Uralter Fehler beim Fernsehen. Hybride Sendungen haben nie funktioniert. Wir haben es trotzdem gemacht und wollten so ein bisschen mit dem Kopf durch die Wand.“
90 Millionen Euro bis Herbst 2029
Der Exklusivvertrag zwischen Raab und RTL hat ein zugesichertes Produktionsvolumen von rund 90 Millionen Euro und läuft bis Herbst 2029. Am 15. Oktober, fünf Tage vor dem Geburtstag, erreichte „Die Stefan Raab Show“ mit Gast Agit Kabayel nur noch 290.000 Zuschauer – ein neuer Tiefpunkt bei den Quoten.
Ganz abgeschrieben ist der Entertainer nicht: Am 9. September 2026 gewann er gemeinsam mit Barbara Schöneberger für „Wer weiß wie wann was war?“ den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Unterhaltung Show“. Anfang 2026 strich RTL Deutschland dennoch 600 Stellen.
Was noch funktioniert
Dass er Reichweite noch erzeugen kann, zeigte Ende August die erste Jetski Star WM an der Seite von Ralf Schumacher: rund 1,16 Millionen Zuschauer, 18,9 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen. Raab selbst sagte zu seinem Schritt nur: „Ich hab' mir überlegt: Ich mach' wieder Shows.“
Sein Privatleben hält er aus allem heraus. Seit 1997 ist er mit Nike Raab zusammen, die beiden haben zwei Töchter (20 und 22 Jahre alt); öffentliche Auftritte der Familie gibt es nicht.
Raab ist nicht der einzige, der weitermacht: Ralph Morgensterns Auftritt mit 70 bei RTL ist ein weiteres Beispiel. Ob RTL die Show auf dem Donnerstagssendeplatz 23.15 Uhr lässt, ist offen – der Vertrag mit Raab läuft bis Herbst 2029.
