Eimerweise Schmerzmittel, dazu Heroin, Crack, Crystal Meth, LSD und Meskalin: Eric Dane (†53) hat in seinen Zwanzigern nach eigener Darstellung so gut wie jede Droge genommen, die der Markt hergab. Acht Monate nach seinem Tod erscheinen seine Memoiren. Der Auszug, den das US-Magazin People am 18. Oktober vorab veröffentlicht, ist eine Abrechnung ohne Beschönigung.
„Alkohol, Gras, Acid. Heroin. Kokain. Pilze. Meskalin. Crystal Meth. Crack. Schmerzmittel. Handvollweise Schmerzmittel. Eimerweise Schmerzmittel. Vicodin, Percocet, OxyContin, was Sie wollen, alles, was auf dem Markt ist.“
Dane nennt diese Jahre seine dunkle Zeit: Er habe für ein paar Rollen vorgesprochen und sei für einige engagiert worden, aber hauptsächlich habe er Drogen genommen, schreibt er. Der Durchbruch kam erst 2005 mit der Rolle des Dr. Mark Sloan in „Grey's Anatomy“. Die vollständige Drogenliste aus dem Memoiren-Auszug reicht von Alkohol und Cannabis über Heroin bis zu Opioiden und Benzodiazepinen.
Fünf Entzüge, ein Nackenvorfall
Der Konsum endete nicht mit den Zwanzigern. 2008 erlitt Dane beim Training einen Bandscheibenvorfall im Nacken und wurde erneut schmerzmittelabhängig – ein Muster, das auch Rapper Capital Bra kennt, der offen über seine Abhängigkeit von Tilidin auf Rezept spricht. Während seiner Zeit bei „Grey's Anatomy“ ging Dane fünfmal in Reha; er verlor Gewicht, sein Gesicht fiel ein, er beschreibt sich als ausgemergelt.
An manchen Tagen kam er trotz aller Vorsätze berauscht an den Set. Seine Regel, nicht high zur Arbeit zu kommen, hält er nicht immer ein: ein paar Mal, schreibt er, könne er nicht anders. Die Kollegen reagieren nicht mit Wut. Serienschöpferin Shonda Rhimes habe ihn mehrfach beiseitegenommen und ihm Hilfe angeboten.
„Ich spüre, wie andere Mitglieder der Besetzung mich ansehen. Sie sind meine Freunde. Meine Arbeitsfamilie. Nein. Meine Familie. Sie urteilen nicht über mich. Sie sehen nicht wütend aus. Sie sehen besorgt aus. Sie sehen traurig aus.“
Der Ausstieg hatte andere Gründe
2012 endete Danes Zeit bei „Grey's Anatomy“: Mark Sloan starb zu Beginn der neunten Staffel. In dem Buch widerspricht er der naheliegenden Erklärung. Seine Sucht habe nicht geholfen, schreibt er, der eigentliche Grund sei Geld gewesen. Trotz der Popularität der Figur sei er zu teuer und damit entbehrlich geworden.
US-Medien, die den Auszug auswerten, fragen dagegen, ob die Sucht eine Rolle spielte. Dane selbst klingt zwiespältig: Er liebe Mark Sloan, aber er müsse ihn verlassen, nach acht Jahren in seiner Haut – und er wisse nicht, wie er aus diesem Zug aussteigen solle.
Der Tag, an dem er nicht mehr schwimmen konnte
Lange vor dem Buch hatte sich Danes Leben ein zweites Mal gedreht. Am 7. Januar 2024 konnte er beim Sushi-Essen mit seinen Töchtern die Stäbchen nicht mehr halten – der erste Hinweis auf seine ALS-Erkrankung. Im April 2025 machte er die Diagnose öffentlich.
Im Familienurlaub in Antigua geriet er im Wasser in Not; seine Tochter Georgia und eine Freundin zogen ihn heraus. Im Interview bei „Good Morning America“ schilderte er im Juni 2025, wie Georgia ihn vor dem Ertrinken rettete. Im Buch richtet er sich an seine Frau Rebecca Gayheart (55) – die Sätze gehören zu den verstörendsten des Auszugs.
„Ich kann nicht schwimmen, Rebecca. Ich kann nicht schwimmen.“
Das Buch erscheint am 3. November
„My Book of Days: A Memoir in Moments“ erscheint am 3. November bei The Open Field, einem Imprint von Penguin Random House unter Maria Shriver. Die deutsche Ausgabe „Die angezählten Tage“ folgt am 5. November. Dane hatte das Buchprojekt im Dezember 2025 in einem Statement erstmals öffentlich bestätigt.
Von der Sucht zur Diagnose: Danes letzte zwei Jahrzehnte
- 2005Durchbruch als Dr. Mark Sloan
Eric Dane wird Teil der Besetzung von „Grey's Anatomy“ – nach Jahren, in denen der Konsum im Zentrum stand.
- 2008Bandscheibenvorfall im Nacken
Beim Training reißt eine Bandscheibe; Dane wird erneut schmerzmittelabhängig. Bis 2012 geht er fünfmal in Reha.
- 2012Aus bei „Grey's Anatomy“
Mark Sloan stirbt zu Beginn der neunten Staffel. Dane nennt später Geld als Grund, nicht seine Sucht.
- 7. Januar 2024Erste ALS-Symptome
Beim Sushi-Essen mit seinen Töchtern kann er die Stäbchen nicht mehr halten.
- April 2025Dane macht die Diagnose öffentlich
Zuvor hatte ihn Tochter Georgia im Urlaub in Antigua vor dem Ertrinken gerettet.
- 19. Februar 2026Tod mit 53 Jahren
Eric Dane stirbt in Los Angeles an Atemversagen infolge der ALS-Erkrankung.
- 3. November 2026Memoiren erscheinen
„My Book of Days“ kommt bei The Open Field heraus, die deutsche Ausgabe zwei Tage später.
Warum er so offen schreibt, begründet er mit der Krankheit: Er wache jeden Morgen auf und werde sofort daran erinnert, dass das real sei – und genau deshalb habe er das Buch geschrieben. Rebecca Gayheart schreibt, sie habe diesen Tag gefürchtet. Offen ist, ob nach dem 3. November über Danes Sucht oder über seine letzten Monate gestritten wird – und ob die Filmbranche nach diesem Auszug ihre Regeln für Schmerzmittel am Set überdenkt.
