Alice Schwarzer beendet „Emma“ nach 50 Jahren und 398 Ausgaben
Die „Emma“ hört auf: Alice Schwarzer stellt das feministische Magazin nach 50 Jahren und 398 Ausgaben ein. Die letzte Ausgabe kommt am 8. Dezember 2026 — weil das Team ermattet ist und sich keine Nachfolgerin für die Chefredaktion fand.
Nach 50 Jahren und 398 Ausgaben ist Schluss: Alice Schwarzer (83) stellt das feministische Magazin „Emma“ ein. Die letzte Ausgabe soll am 8. Dezember 2026 erscheinen.
Bekannt wurde die Entscheidung am 21. Oktober 2026. Schwarzer nennt die Ermattung ihres Teams als Grund; die Redaktion bestehe nur noch aus sechs Personen. Ein Heft, das fünf Jahrzehnte lang Debatten in Deutschland gesetzt hat, hängt damit an einer Handvoll Frauen — und an ihrer Gründerin.
Ans Geld will sie den Schritt nicht gebunden wissen. Ihren Abschied erklärt Schwarzer mit einem Satz, der die Erschöpfung zum Programm macht:
„Wir gehen nicht aus ökonomischen Gründen. Nein, wir gehen, weil wir meinen: Es reicht!“
Alice Schwarzer, Gründerin und Herausgeberin der „Emma“
1977 gegründet, 398 Ausgaben
Die „Emma“ wurde 1977 gegründet. In 50 Jahren kamen 398 Ausgaben zusammen. Auf der eigenen Website steht die Ankündigung „Emma verläßt die Bühne“ — mit dieser Zeile verabschiedet sich das Heft selbst.
Der Ton der Ankündigung ist Programm. Ein Schrumpfen in Raten, ein stilles Verschwinden kommt für Schwarzer nicht infrage — sie will den Zeitpunkt selbst bestimmen:
„Wir möchten die Emma in voller Kraft stehend beenden.“
Alice Schwarzer, Gründerin und Herausgeberin der „Emma“
Keine Nachfolgerin für die Chefredaktion
Der zweite Grund ist eine Personalie, die sich nicht lösen ließ. Die dienstälteste Redakteurin scheidet aus. Die Suche nach einer Nachfolgerin für sie und für das Amt der Chefredakteurin blieb nach Schwarzers Angaben ohne Ergebnis. Damit fehlt die Frau, die ein sechsköpfiges Team hätte weiterführen können.
Über fünf Jahrzehnte prägte die „Emma“ Themen, die anderswo lange Randnotizen waren: Männergewalt, Kindesmissbrauch, Islamismus, Pornografie und Brustkrebs. Diese Agenda machte das Heft zu einer festen Größe der deutschen Frauenbewegung — und zu einem Ort, an dem Schwarzer ihre Positionen setzte.
Was nach dem 8. Dezember bleibt
Die letzte Ausgabe soll die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren lassen, wie der Bericht der Tagesschau zum Emma-Ende festhält. Ein Nachfolgetitel für das Heft ist nicht bekannt. Ob ein anderes Blatt diese Themen weiterträgt, ist offen.
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Für Schwarzer endet die „Emma“ nicht als Rumpf, sondern als Bilanz: kein Schrumpfen, kein leises Verschwinden, sondern eine letzte Ausgabe in voller Kraft. Am 8. Dezember 2026 soll sie erscheinen. Wer danach feministische Themen in dieser Form auf Papier trägt, ist damit nicht beantwortet.