Günther Jauch lehnt Bundespräsidentenamt ab und wirbt für Ilse Aigner
In Füssen hat Günther Jauch das Bundespräsidentenamt abgelehnt – und ungefragt für Ilse Aigner geworben. Bei RTL verlängert er seit 27 Jahren nur um ein Jahr, über eine 30. Staffel entscheidet seine Frau mit.
Günther Jauch (70) will nicht Bundespräsident werden – und sagt im selben Atemzug, wer es werden sollte. Drei Gründe nennt er für die Absage an das höchste Staatsamt, einen davon gegen sich selbst: Er sei zu ungeduldig, parteipolitisch ungebunden und zu konfliktbereit.
Der Ort für diese Absage war eine Musicalbühne: Am Sonntag, 18. Oktober 2026, stand Jauch um 15 Uhr im ausverkauften Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen – bei der Show „Günther Jauch trifft Best of Festspielhaus“ im Rahmen des Weinfestes. Moderator war Alexander Houben, an Jauchs Seite stand der „LUDWIG²“-Darsteller Matthias Stockinger.
Die Veranstaltung war ein Rollentausch: Zwischen Musical-Hits beantwortete der Mann, der seit Jahrzehnten Fragen stellt, zuvor eingesandte Zuschauerfragen – Motto „Fragt mich, was ihr fragen wollt.“ Wie die Allgäuer Zeitung über den Auftritt in Füssen berichtet, saß Ehefrau Thea in der ersten Reihe; es ging bis etwa 19 Uhr.
Drei Gründe gegen Berlin
Wer das Amt will, muss ausgleichen können. Jauch hält sich dafür nicht geeignet – und begründet das mit Eigenschaften, die er offenbar selbst als Hindernisse versteht:
„Erstens bin ich zu ungeduldig, zweitens parteipolitisch ungebunden und drittens tendiere ich zu einer gewissen Konfliktbereitschaft: Ich sage deutlich, was mir nicht passt. Ein Bundespräsident muss aber ausgleichen.“
Günther Jauch, Moderator
Danach machte er ungefragt Werbung für eine Nachfolgerin: Ilse Aigner. „Ich bin sehr dafür, dass es diesmal eine Frau wird. Für meine Begriffe ist Ilse Aigner nicht die Schlechteste“, sagte er über das Amt. Der Moderator, der selbst nicht antreten will, mischt damit in einer Personaldebatte mit, die andere entscheiden.
Verhandlungsmasse zu Hause
Bei RTL bindet sich Jauch seit 27 Jahren nur ein Jahr: Er schließt Einjahresverträge per Handschlag. Die 28. Ausgabe von „Wer wird Millionär?“ ist zugesagt. Über eine 30. entscheidet auch seine Frau Thea mit – das sei „tatsächlich Verhandlungsmasse zwischen mir und meiner Frau“, sagt er.
Loriots Villa als Herzenshaus
Im März 2026 kaufte Jauch Loriots Villa in Münsing-Ammerland am Starnberger See – für einen einstelligen Millionenbetrag, wie die Abendzeitung über den Kauf der Loriot-Villa berichtet. Mitte Oktober standen dort Gerüst und Kran, auf der Bautafel sein Name; Anwohner zeigten sich erleichtert, dass offenbar saniert statt neu gebaut wird.
Für Jauch ist das Haus Zweitwohnsitz und Herzenshaus, keine Geldanlage. Über sein Verhältnis zu dem 2011 gestorbenen Humoristen sagt er:
„Ich bin ein großer Fan von ihm gewesen. Wir waren sogar ein bisschen befreundet, es gab gegenseitige Besuche in Ammerland und Potsdam, ich hatte auch Kontakte zu Loriots Töchtern.“
Günther Jauch, Moderator
Ein Marienkäfer, den er nicht erkannte
Aus dem Familienleben kam der unterhaltsamste Teil des Nachmittags: fünf Jahre Blockflötenunterricht, und ein Ballettauftritt, bei dem Jauch das falsche Kind filmte. Er erzählt die Panne so:
„Eine Tochter trat da mit anderen als Marienkäfer auf. Ich wollte sie filmen, aber habe sie nicht erkannt und ein anderes Mädchen auf Video aufgenommen. Noch heute wird mir das vorgeworfen: Papa erkennt sein eigenes Kind nicht.“
Günther Jauch, Moderator
An der Villa in Münsing-Ammerland stehen Gerüst und Kran, saniert wird offenbar statt neu gebaut. Offen ist dagegen die Zukunft seiner RTL-Shows: Beim Sender ist bisher nur die 28. Staffel „Wer wird Millionär?“ zugesagt, über eine 30. verhandelt Jauch nach eigener Darstellung zu Hause mit seiner Frau.