Schüsse in Trappes töten 26-Jährigen und verletzen vier Menschen
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Terrorermittlungen

Schüsse in Trappes töten 26-Jährigen und verletzen vier Menschen

Erst in Trappes, dann in La Verrière: Ein Mann schießt aus dem Auto auf Passanten. Ein 26-Jähriger stirbt, ein zwölfjähriges Mädchen wird acht Mal getroffen. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft ermittelt – ein rassistisches Motiv steht im Raum.

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Ein Mann hat am Freitagmorgen aus einem Auto heraus geschossen – erst in Trappes, dann in der Nachbargemeinde La Verrière. Ein 26-Jähriger ist tot. Vier Menschen wurden schwer verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen, das mindestens acht Schüsse abbekam.

Das Mädchen wurde in die Pariser Kinderklinik Necker gebracht. Am Nachmittag meldete der Bürgermeister von La Verrière, Dainville, ihr Zustand sei stabilisiert. Zu den übrigen Schwerverletzten zählen drei Männer im Alter von 20, 29 und 47 bis 49 Jahren.

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Tiefe Emotion nach dem Schusswaffenangriff in Trappes und La Verrière. Eine Person ist gestorben. Mehrere andere sind schwer verletzt. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien sowie allen Einwohnern der Yvelines. In dieser schrecklichen Prüfung steht die Nation an ihrer Seite. Anerkennung für unsere Ordnungskräfte, die bereits die Festnahme des Täters vorgenommen haben. Die nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft hat sich des Falls angenommen.

X · @EmmanuelMacron

Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez feuerte der Schütze an mehreren Orten aus seinem Fahrzeug. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen – die tagesschau-Meldung zu den Schüssen bei Paris fasst den Verdacht zusammen.

Schüsse in Trappes und La Verrière

Am Freitagmorgen feuerte der Schütze in Trappes an der Bushaltestelle Place Van Gogh, am Square Louis Pergaud und an einer Esso-Tankstelle in der Rue Martin Luther King. Danach fuhr er nach La Verrière und schoss nahe einer Apotheke und des Bahnhofs.

Als Waffe diente nach Angaben der Ermittler eine Maschinenpistole vom Typ Sten aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie fällt in die Kategorie A und ist in Frankreich verboten. Trappes liegt rund 30 Kilometer südwestlich von Paris. Einen Überblick über was zu Tatverdacht, Opfern und Motiv bekannt ist hat Le Parisien zusammengetragen.

Was die Schüsse für das Mädchen bedeuteten, beschrieb eine Ersthelferin, die kurz nach dem Angriff an der Unglücksstelle war.

„Sie schrie: Hilfe, Hilfe, ich habe Schmerzen!“
Amandine, Ersthelferin des verletzten Mädchens

Verdächtiger in Coignières gefasst

Die Brigade anticriminalité nahm den Tatverdächtigen am Vormittag in Coignières fest. Er heißt Kevin T. (39) und sitzt in Polizeigewahrsam. Als Gefährder war er nicht registriert, die Behörden führten ihn nicht als „fiche S“.

Polizeibekannt ist er trotzdem: Die Ermittler führen frühere Delikte auf, darunter Diebstahl, Drogen und Trunkenheit am Steuer. Ein terroristischer Hintergrund war bei ihm bis dahin nicht aktenkundig.

Später wurde die Wohnanlage „Résidence Brigitte“ in Plaisir abgesperrt und evakuiert. Dort wohnt der Verdächtige. In seiner Wohnung fanden Ermittler präparierte Gasflaschen, Raid und Sprengstoffexperten sicherten das Gebäude.

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Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernimmt

Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft (PNAT) ermittelt wegen „Mordes im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung“. Sie prüft die Qualifikation, die Tat sei wegen tatsächlicher oder vermuteter Zugehörigkeit zu einer Rasse, Ethnie, Nation oder Religion begangen worden. Hinzu kommen der Besitz einer Kategorie-A-Waffe und der Vorwurf der terroristischen Vereinigung.

Innenminister Laurent Nuñez bestätigte am Mittag die Bilanz von einem Toten und vier Schwerverletzten – und fand deutliche Worte für die Einordnung.

„Es ist eindeutig ein terroristisches Verbrechen.“
Laurent Nuñez, französischer Innenminister

Premierminister Sébastien Lecornu und Präsident Emmanuel Macron reagierten ebenfalls. Macron erklärte, die Nation stehe an der Seite der Opfer, ihrer Familien und aller Einwohner der Yvelines. Die Abgeordnete Marine Le Pen (Rassemblement national) nannte die Tat einen barbarischen Akt und forderte, die Verantwortlichen streng zu bestrafen.

Es ist erst der zweite Fall, in dem das PNAT wegen eines rassistisch motivierten Terrorakts ermittelt. Der erste war die Tat von Christophe Belgembe am 31. Mai 2025 in Puget-sur-Argens im Département Var.

Rabeh warnt vor Eskalation

Der Bürgermeister von Trappes, Ali Rabeh, ordnete die Tat politisch ein. Das Todesopfer sei afrikanischer Herkunft, einer der Schwerverletzten maghrebinischer Herkunft, sagte er vor der Presse und rief zur Deeskalation auf.

„Es ist objektiv ein Anschlag mit rassistischer, wahrscheinlich islamfeindlicher Konnotation. Es ist wahrscheinlich einer der ersten, ein erster Versuch einer Massentötung mit islamfeindlicher und rassistischer Konnotation.“
Ali Rabeh, Bürgermeister von Trappes

Der Conseil français du culte musulman verurteilte die Tat und warnte vor den Folgen von Hassreden. Am Abend lag die Aufmerksamkeit bei der Frage, ob die Staatsanwaltschaft das rassistische Motiv als gesichert einstuft – und ob die vier Schwerverletzten durchkommen.