Siegmund vereinbart Gespräch mit Theo Müller über Homann-Werk
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Sachsen-Anhalt

Siegmund vereinbart Gespräch mit Theo Müller über Homann-Werk

Die AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt hat Theo Müller zu einem persönlichen Gespräch über die Schließung des Homann-Werks in Rogätz bewegt. Der Termin hängt an der Ministerpräsidentenwahl im Dezember – und dafür fehlen Fraktionschef Ulrich Siegmund drei Stimmen.

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Für die 160 Beschäftigten des Homann-Werks in Rogätz soll ein einzelner Gesprächstermin die Wende bringen. Theo Müller, Inhaber der gleichnamigen Unternehmensgruppe, hat nach Angaben der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt einem persönlichen Treffen mit deren Vorsitzendem Ulrich Siegmund zugestimmt.

Stattfinden soll das Treffen „unmittelbar nach Bildung der neuen Landesregierung und noch vor Weihnachten“. Damit hängt der Termin an der Ministerpräsidentenwahl, die für Mitte Dezember angesetzt ist – und bei der Siegmund selbst antritt. Für die absolute Mehrheit braucht er 42 Stimmen, seine Fraktion stellt 39.

Müller kommt eigens nach Sachsen-Anhalt

Die Ankündigung der AfD-Landtagsfraktion datiert vom 23. Oktober: Müller habe das Gesprächsangebot angenommen und komme für den Termin nach Sachsen-Anhalt. dpa und das manager magazin berichten über den Vorgang.

Siegmund begründet seinen Vorstoß mit der Bundespolitik: „Die energiepolitischen Fehlentscheidungen auf Bundesebene haben unsere Unternehmen massiv unter Druck gesetzt“, sagte er. Bei dem Treffen geht es ihm um mehr als einen Austausch: Er will die Werksschließung in Rogätz stoppen und deutet Müllers Zusage als Signal:

„Dass Herr Müller der möglichen neuen Landesregierung die Chance gibt, konkrete Perspektiven vorzustellen, ist ein gutes Zeichen.“
Ulrich Siegmund, AfD-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt

Konzern kündigt Schließung bis 2027 an

Am 6. Oktober teilte die Unternehmensgruppe Theo Müller der Belegschaft mit, das Homann-Saucenwerk in Rogätz zu schließen und die Produktion dort bis Ende September 2027 einzustellen. Zugleich kündigte der Konzern die Schließung der Schnittkäserei Sachsenmilch in Leppersdorf zum 31. Dezember 2026 an. Rund 320 Arbeitsplätze sind betroffen.

Die Gewerkschaft NGG wirft dem Konzern vor, das Werk jahrelang nicht ausreichend modernisiert zu haben. Für die 160 Beschäftigten in Rogätz fordert sie gemeinsam mit dem Betriebsrat einen Sozialplan sowie eine Transfergesellschaft.

Von der Schließungsanzeige zum Gesprächstermin

  1. 6. September 2026
    AfD gewinnt die Landtagswahl

    Die AfD kommt auf 43,8 Prozent und 39 der 83 Sitze; die CDU erhält 15, SPD, Grüne und Linke je 8, das BSW 5.

  2. 6. Oktober 2026
    Konzern kündigt zwei Schließungen an

    Die Unternehmensgruppe Theo Müller will das Homann-Werk in Rogätz bis Ende September 2027 stilllegen und die Schnittkäserei in Leppersdorf zum Jahresende 2026 schließen.

  3. 8. Oktober 2026
    NGG fordert Sozialplan

    Die Gewerkschaft verlangt für die 160 Beschäftigten in Rogätz einen Sozialplan.

  4. 9. Oktober 2026
    Gewerkschaft nennt Schließung verantwortungslos

    Die NGG-Region Magdeburg kritisiert eine Konzernstrategie, die Werke abbaut statt sie weiterzuentwickeln.

  5. 22. Oktober 2026
    CDU-Abgeordneter bleibt im Plenarsaal

    Guido Heuer erklärt, bei der Ministerpräsidentenwahl nicht den Saal zu verlassen; Fraktionschef Sven Schulze sieht keinen Gesprächsbedarf.

  6. 23. Oktober 2026
    AfD meldet Müllers Gesprächszusage

    Der Termin soll nach Bildung der neuen Landesregierung und noch vor Weihnachten stattfinden.

Drei Stimmen fehlen zur Mehrheit

Die AfD hatte die Landtagswahl am 6. September mit 43,8 Prozent gewonnen und stellt 39 der 83 Abgeordneten. Auf die CDU entfallen 15 Sitze, auf SPD, Grüne und Linke je 8, auf das BSW 5.

Für die Ministerpräsidentenwahl im Dezember sind 42 Stimmen nötig – drei mehr, als die AfD hat. Aus der CDU kommt keine Hilfe: Der Abgeordnete Guido Heuer erklärte, er werde den Plenarsaal nicht verlassen, Fraktionschef Sven Schulze sieht keinen Gesprächsbedarf.

Sitze im Landtag von Sachsen-Anhalt

Verteilung nach der Landtagswahl am 6. September 2026

Quelle: Landtagswahl Sachsen-Anhalt, 6. September 2026

Müller will kein AfD-Mitglied werden

Müller selbst hält Distanz zur Partei: „Ich bin kein AfD-Mitglied, und ich möchte keines werden“, sagte der Unternehmer. Siegmund wiederum will das Treffen nicht beim Austausch von Positionen belassen: „Es darf nicht bei politischen Absichtserklärungen bleiben. Wir wollen gemeinsam prüfen, welche konkreten Wege es gibt, um dem Standort Rogätz eine Zukunft zu ermöglichen.“

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Offen ist, was das Gespräch wert ist, wenn die Wahl anders ausgeht. Der Termin ist an die Bildung der neuen Landesregierung gebunden, Siegmunds Wahl aber keineswegs sicher. Ob Müller auch dann nach Sachsen-Anhalt kommt, wenn der AfD-Politiker im Landtag keine Mehrheit findet, ist nicht geklärt.