Camilla verrät in BBC-Doku, dass Charles beim Lesen laut lacht
Bild: KI-generiert
BBC-Dokumentation

Camilla verrät in BBC-Doku, dass Charles beim Lesen laut lacht

König Charles III. lacht beim Lesen so laut, dass Königin Camilla den Faden verliert – das verrät sie in einer BBC-Dokumentation. Trotzdem hält das Paar an seiner abendlichen Lesestunde fest.

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Königin Camilla (79) kommt abends beim Lesen regelmäßig nicht über die ersten Seiten hinaus – ihr Mann lacht zu laut. König Charles III. (77) sitzt neben ihr, liest Biografien und die Romane von P. G. Wodehouse, und wird dabei so laut, dass seine Frau aus ihrer eigenen Lektüre gerissen wird.

Öffentlich gemacht hat das Camilla selbst, in der BBC-Dokumentation „The Book That Changed My Life“. Sie lief am Mittwoch, 14. Oktober 2026, um 21 Uhr auf BBC Two und zeitgleich auf BBC iPlayer. Darin beschreibt die Queen das gemeinsame Lesen vor dem Abendessen als festen Teil des Tages.

Der Ablauf ist unspektakulär und genau deshalb bemerkenswert: Vor dem Dinner sitzen beide mit einem Buch im Clarence House, der Londoner Residenz des Paares, und schweigen. Diesen Frieden stört der Monarch regelmäßig. Camilla sagt:

„Wenn ich gerade in ein Buch vertieft bin, höre ich ihn gelegentlich über etwas laut lachen. Das lenkt mich sehr ab. Ich kann mich dann nicht mehr auf mein Buch konzentrieren oder fange plötzlich an zu weinen, aber es ist eine schöne, ruhige Zeit.“
Königin Camilla von Großbritannien

Im englischen Original fällt der Satz „It's very off-putting“ – sehr ablenkend. Entscheidend ist der Nachsatz: Camilla nennt die Stunde trotzdem „a lovely, quiet time“, eine schöne, ruhige Zeit. Die Störung zerstört das Ritual also nicht, sie gehört dazu.

Wodehouse gegen Thriller

Die Störung hat eine Ursache, die sich nicht abstellen lässt: Die beiden lesen völlig verschiedenes Material. Charles greift zu Biografien und zu den humoristischen Romanen von P. G. Wodehouse – vor allem zu den „Jeeves & Wooster“-Geschichten um den tollpatschigen Gentleman Bertie Wooster und seinen überlegenen Butler Jeeves.

Camilla bevorzugt Thriller und historische Romane. „Er liebt Biografien und P. G. Wodehouse“, sagt sie über ihren Mann – und beschreibt damit eine Aufteilung, die auf Dauer nur funktioniert, wenn einer die Unterbrechung aushält.

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Vier Leben, vier Bücher

Der Rahmen der Sendung ist größer als das Ehegespräch. Vier Menschen stehen im Mittelpunkt, deren Leben sich durch Bücher verändert hat: Der ehemalige Häftling Omar Mentesh fand während einer Haftstrafe in Feltham einen zurückgelassenen Thriller – Jack Higgins’ „The Eagle Has Landed“ – und arbeitet heute als Dozent für Alphabetisierung in Gefängnissen.

Der aus Liverpool stammende Lkw-Fahrer Peter Lloyd, halbseitig gehörlos geboren, lernte als Erwachsener über einen Read-Easy-Kurs lesen; sein erstes Buch war „Harry Potter“. Der ehemalige Soldat und Assault-Überlebende Ian Kirby nennt Glenn McCrorys Autobiografie „Carrying David“ lebensverändernd. Dazu kommt Sarah Heward, die ein Straßen-Café betreibt.

Camilla traf die vier im Clarence House zu einem Gespräch, das sie selbst als „eines der ungewöhnlichsten Buchclub-Treffen, an denen ich je teilgenommen habe“ beschreibt. Für die Queen ist das Format Teil eines Projekts, das sie seit Jahren vorantreibt.

Zwölf Millionen Leser in 183 Ländern

The Queen’s Reading Room, 2021 als Online-Buchclub während der Corona-Pandemie gestartet, ist inzwischen eine Wohltätigkeit. Nach eigenen Angaben erreicht sie rund zwölf Millionen Menschen in 183 Ländern. Sie vergibt eine Medaille für „Reading Heroes“, richtet ein jährliches Festival aus und bezahlt Forschung zum Zusammenhang von Lesen und Wohlbefinden.

Aus dieser Arbeit stammt die Zahl, die Camilla gern weitergibt: Zehn Minuten Lesen am Tag senkten den Stress um 20 Prozent, habe die Forschung mit Neurowissenschaftlern ergeben. Das Projekt läuft neben ihren royalen Pflichten – Anfang September kehrte sie nach der Sommerpause in den Dienst zurück, wie Camillas erster Termin nach der Balmoral-Pause zeigte.

Deutlicher wird sie bei der Frage, was passiert, wenn Bücher verschwinden. Ihre Antwort ist keine freundliche Mahnung, sondern eine Drohung mit dem Menschsein:

„Ich denke, es wäre eine absolute und vollkommene Tragödie, wenn Bücher für immer verschwinden würden. Das ist Teil unseres Erbes. Wenn es kein Lesen mehr gibt, können wir meiner Meinung nach auch gleich aufgeben, denn ich glaube nicht, dass wir dann noch menschlich wären.“
Königin Camilla von Großbritannien

Mit 16 von der Schule

Die Doku nutzt Camillas eigene Lesebiografie als roten Faden. Die Queen, Jahrgang 1947, verließ die Schule mit 16 Jahren – nicht aus Desinteresse:

„Ich habe die Schule ziemlich jung verlassen, weil Frauen in meiner Zeit nicht auf Universitäten gingen. Deshalb war Lesen der größte Teil meiner Bildung.“
Königin Camilla von Großbritannien

Ihre Liebe zu Büchern führt sie auf ihren Vater zurück, Major Bruce Shand, der im Zweiten Weltkrieg in Kriegsgefangenschaft Halt in der Literatur fand und seinen Kindern vorlas. „Wir wurden in alle möglichen anderen Welten versetzt“, sagt sie.

Als Kind las sie „Die Schatzinsel“, „Peter Pan“, „Das scharlachrote Siegel“ und „Eine Geschichte aus zwei Städten“ – von den Guillotine-Szenen des Dickens-Romans war sie nach eigener Auskunft zeitweise „besessen“. Als Teenager kam Verbotenes dazu: D. H. Lawrences „Lady Chatterleys Liebhaber“, heimlich unter dem Kopfkissen bei Taschenlampenlicht.

Am bewegendsten wird es, als sie über das Buch ihres Vaters spricht. Beim Lesen seiner Kriegserinnerungen „Previous Engagements“ habe sie durchgehend geweint, weil er über das Erlebte selbst nie gesprochen habe.

Der König als stiller Gegenpart

Charles bleibt in der Doku Nebenfigur – und ist doch der Grund, warum die Geschichte überhaupt erzählt wird. Der Monarch liest Biografien, malt Aquarelle, betreibt auf Highgrove ökologischen Landbau und interessiert sich für Architektur, klassische Musik und Oper. Das ergänzt Camillas literarische Mission, ohne sie zu kopieren.

Die Sendung selbst kam gut an: die Kritik des Guardian zur Lesedokumentation spricht von „TV-Magie“ und lobt die Porträts der vier Leser. Der deutsche Blick fiel anders aus – dort interessierte weniger die Leseförderung als die nervige Angewohnheit des Königs.

Der Beitrag des OK! Magazins über Camillas Leseabend spinnt daraus die Pointe, die Queen könne sich in einem der vier Stockwerke des Clarence House doch einfach ein ungestörtes Lesezimmer suchen. Ob sie das tut, sagt sie in der Doku nicht.

Bislang hält sie an der gemeinsamen Stunde fest, Störgeräusch inklusive. Die Frage, die nach der Sendung bleibt: Wie lange hält Camilla das Lachen neben sich aus, ohne ihr eigenes Buch zuzuklappen? In der Doku klingt es nicht nach einer Drohung, sondern nach einem Abend, der jeden Tag wieder so abläuft.