Thomas Markle (82) wird seine Enkelkinder nie kennenlernen – das soll ihm seine Tochter Meghan (45) in einem letzten Brief geschrieben haben. Darin soll die Herzogin von Sussex den Vorwurf erhoben haben, ihr Vater habe junge Mädchen sexuell missbraucht.
Der Brief stammt aus dem Dezember 2025. Damals lag Markle auf den Philippinen im Krankenhaus: Am 2. Dezember 2025 war er nach einem Zusammenbruch in seiner Wohnung in eine Klinik gebracht worden, vermutlich das University of Cebu Medical Centre. Wegen eines Blutgerinnsels musste ihm der linke Unterschenkel amputiert werden, zeitweise galt sein Zustand als kritisch.
Am 25. Oktober 2026 veröffentlichte „The Sun on Sunday“ den Inhalt des Schreibens, gestützt auf Personen aus Meghans Umfeld. Die Zeitung fasst den Kern in einer Zeile zusammen: „Ich weiß, dass du ein Missbrauchstäter bist … du wirst deine Enkelkinder nie sehen.“
Ein Brief mit Empfangsbestätigung
Die Übergabe verlief ungewöhnlich: Meghan habe veranlasst, dass die Klinikleitung den Brief persönlich an das Bett ihres Vaters bringe, heißt es in dem Bericht über Meghans letzten Brief. Markle sei gezwungen worden, ein Formular zu unterschreiben, das den Empfang bestätigt, und dabei gefilmt worden, wie er das Schreiben annahm; anschließend habe er es mehrfach gelesen.
Laut der Zeitung schrieb Meghan, sie wisse, dass er junge Mädchen missbraucht habe, und die Behörden seien über sein Verhalten informiert. Dies sei das letzte Mal, dass er von ihr höre. Mit der förmlichen Zustellung habe die Herzogin sicherstellen wollen, dass der Brief tatsächlich gelesen wird.
Vom Hochzeitsbruch zur Anzeige
Der Bruch zwischen Vater und Tochter ist alt. Im Mai 2018 reiste Thomas Markle nicht zur Hochzeit nach Windsor, nachdem er beim Stellen von Paparazzi-Fotos erwischt worden war; König Charles führte die Braut zum Altar. Im August 2018 schrieb Meghan einen fünfseitigen Brief, den die „Mail on Sunday“ später veröffentlichte; 2021 gewann sie einen Privatheits-Prozess.
Von der Hochzeit 2018 bis zum Brief ans Krankenbett
- Mai 2018Hochzeit in Windsor ohne den Vater
Thomas Markle reist nicht an, nachdem er beim Stellen von Paparazzi-Fotos erwischt wurde. König Charles führt die Braut zum Altar.
- August 2018Meghan schreibt einen fünfseitigen Brief
Das Schreiben wird später von der „Mail on Sunday“ veröffentlicht; 2021 gewinnt Meghan einen Privatheits-Prozess.
- Januar 2019Ein Schreiben erreicht Scotland Yard
Roslyn Loveless erhebt in einem Brief Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann. Die Met leitet ihn an das Büro von Harry und Meghan weiter, ohne andere Strafverfolgungsbehörden zu informieren.
- 2. Dezember 2025Markle wird auf den Philippinen eingeliefert
Nach einem Zusammenbruch muss ihm wegen eines Blutgerinnsels der linke Unterschenkel amputiert werden.
- Dezember 2025Der Brief erreicht das Krankenbett
Laut „Sun on Sunday“ bringt die Klinikleitung das Schreiben persönlich; Markle bestätigt den Empfang auf einem Formular und wird dabei gefilmt.
- 22. Oktober 2026Der Sohn reicht eine eidesstattliche Erklärung ein
Thomas Markle Jr. übergibt in Cebu City vier Kartons mit mutmaßlichem Missbrauchsmaterial.
- 25. Oktober 2026Der Briefinhalt wird öffentlich
„The Sun on Sunday“ veröffentlicht das Schreiben; Markle bestreitet alle Vorwürfe.
Meghans Erklärung: „um sie zu schützen“
Am 23. Oktober 2026 äußerte sich Meghan selbst. Sie sei angesichts der Nachrichten, die in den vergangenen 24 Stunden ans Licht gekommen seien, „zutiefst erschüttert“; ihre Gedanken seien bei allen Kindern, die möglicherweise zu Schaden gekommen seien.
„Ich hoffe, es kann nun verstanden werden, dass jede Distanz zu meinem Vater und meine Entscheidung, ihm keinen Kontakt mit unseren Kindern zu erlauben, einen einzigen Grund hatte: sie zu schützen.“
Ihr Umfeld ließ über den „Telegraph“ ausrichten, sie sei „aufgewühlt und sehr frustriert“, weil sie jahrelang zum Schweigen angehalten worden sei, während offenbar nichts geschehen sei. Meghans Büro räumte später ein, sich beim Jahr geirrt zu haben: In ihrer Erklärung war von 2018 die Rede, richtig ist 2019.
Was Scotland Yard wusste
Die Vorwürfe gegen Thomas Markle gehen auf ein Schreiben seiner ersten Ehefrau zurück. Roslyn Loveless, Mutter von Samantha und Thomas Markle Jr., schickte es nach Angaben der BBC an die Londoner Metropolitan Police. Sie starb 2024; schon 2019 hatte sie öffentlich erklärt, ihr Ex-Mann sei ein „schrecklicher Vater“ gewesen, der Archie niemals hätte treffen dürfen.
Die Met bestätigte am 24. Oktober 2026 den Eingang im Januar 2019. Das Schreiben mit „einer Reihe von Behauptungen über mutmaßliche Straftaten außerhalb des Vereinigten Königreichs“ sei an den Schutzbereich für die Herzogin und an das Büro des Herzogspaars gegangen – andere Strafverfolgungsbehörden hätten die Details aber nicht erhalten, heißt es in der Bestätigung der Met zum Brief von 2019.
Wohnungsbauministerin Angela Rayner wies im Sender Sky News den Vorwurf politischer Verantwortung zurück. Ob die Met die Vorwürfe hätte weitergeben müssen, sei „eine operative Angelegenheit der Polizei“, sagte sie. Zugleich prüft die Polizei, ob sie den Vorgang der Aufsicht IOPC melden muss.
Der Vater bestreitet, der Sohn zeigt ihn an
Thomas Markle bestreitet sämtliche Vorwürfe. Der „Mail on Sunday“ sagte er, er habe „noch nie Sex mit jemandem unter 18 gehabt“, räumte aber ein, als Single mindestens zweimal auf den Philippinen gewesen zu sein und dort mit Prostituierten geschlafen zu haben: „Ich mag asiatische Frauen, aber das ist kein Verbrechen.“
Material auf seinem Computer sei ihm „untergeschoben“ worden, um ihn vor seinem Tod zu ruinieren, sagte er; er wolle sich einem Lügendetektortest unterziehen. Seine Tochter Samantha sprach von einem „Set-up“.
Ausgelöst hatte die Welle ein Bericht der „Sun“ vom 23. Oktober 2026: Meghans Halbbruder Thomas Markle Jr. will in vier Kartons mit Foto- und Videomaterial aus der früheren Wohnung des Vaters in Cebu City Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs entdeckt haben. Am 22. Oktober 2026 reichte er nach eigenen Angaben bei den Behörden in Cebu City eine eidesstattliche Erklärung ein, die an das Women and Children's Protection Centre ging; im Juli 2026 habe er zudem das FBI informiert.
„Es tut mir wirklich, wirklich leid, Meghan. Ich weiß jetzt, dass ich in den vergangenen neun Jahren die falsche Person beschützt habe.“
Der Mann, den er neun Jahre lang verteidigt und gepflegt habe, sei, nachdem er das Material gesehen habe, „ein Monster“ – mit dieser Begründung bittet Markle Jr. seine Halbschwester um Verzeihung. Die philippinische Justiz ermittelt inzwischen: Justizstaatssekretär Nicholas Ty bestätigte, dass die Taskforce gegen Menschenhandel und Online-Missbrauch von Kindern in Cebu den Fall untersucht.
Innenminister Jonvic Remulla sagte, die Nationalpolizei habe Markles Computer sichergestellt; die forensische Auswertung solle binnen einer Woche Ergebnisse liefern. Das FBI erklärte, es sei über die Vorwürfe informiert und werde die philippinischen Behörden unterstützen sowie Hinweise auf Verstöße gegen US-Bundesrecht prüfen. Eine Anklage gibt es bislang nicht.
Für Thomas Markle gilt die Unschuldsvermutung. Offen ist, ob die Auswertung in Cebu die Vorwürfe stützt oder entkräftet – und ob Scotland Yard den eigenen Umgang mit dem Schreiben von 2019 der Polizeiaufsicht IOPC vorlegt.
