Matthew Perrys Schwester nennt Gott-Erfahrung als Ketamin-Grund
Mia Perry Bowick erklärt erstmals öffentlich, warum ihr Bruder immer wieder Ketamin nahm: Er habe auf der Droge das Gefühl gehabt, Gott zu sehen. Gleichzeitig erhebt sie schwere Vorwürfe gegen Perrys Assistenten, der im Mai 2026 verurteilt wurde.
Matthew Perrys Schwester hat erstmals ausführlich öffentlich erklärt, was ihren Bruder immer wieder zum Ketamin trieb. Auf der Substanz habe er das Gefühl gehabt, Gott zu sehen, sagt Mia Perry Bowick. Sie spricht in der dreiteiligen Netflix-Dokumentation „The One About Matthew Perry“, die am 27. Oktober startet – einen Tag vor dem dritten Todestag des Schauspielers. Ihre Aussagen sind auch dem Bericht über die Gründe für Perrys Ketaminkonsum zu entnehmen.
Regie führte Mary Robertson. Die drei Teile zeichnen Perrys Weg von der ärztlich begleiteten Behandlung bis zu seinem Tod nach und enthalten nach Angaben aus der Produktion auch bislang unbekannte Details der privaten Trauerfeier, bei der sich die „Friends“-Darsteller an seinem Sarg an den Händen hielten.
Eine spirituelle Erfahrung, die ihn nicht mehr losließ
Für die Familie war das Muster lange schwer zu greifen. Mia Perry Bowick, die selbst als Psychotherapeutin arbeitet, beschreibt die Anziehungskraft des Narkosemittels so:
„Er hatte das Gefühl, auf Ketamin eine spirituelle Erfahrung gemacht zu haben, er hatte gesehen, dass wir mehrere Leben haben, er hatte das Gefühl, auf Ketamin Gott gesehen zu haben – das hat ihn immer wieder dazu hingezogen.“
Mia Perry Bowick, Schwester von Matthew Perry
Dem therapeutischen Einsatz des Mittels stand sie nach eigener Aussage von Anfang an misstrauisch gegenüber. „Als Therapeutin war ich immer skeptisch gegenüber der Idee, eine Substanz zur Behandlung einer Substanzkonsumstörung einzusetzen“, sagt sie in der Doku. Die Familie erlebte Perry in der Anfangszeit dagegen als zugänglicher und glücklicher.
Vom Rezept zur illegalen Beschaffung
Perry begann rund zwei Jahre vor seinem Tod, ab etwa 2021, unter ärztlicher Aufsicht mit Ketamin gegen langjährige Depressionen. Ab September 2023 beschaffte er sich laut Staatsanwaltschaft zusätzliche Mengen außerhalb dieser Behandlung. Innerhalb von elf Tagen kaufte sein Assistent über den Mittelsmann Erik Fleming 51 Fläschchen Ketamin.
In den letzten zwei Monaten gab Perry rund 55.000 Dollar für illegal erworbenes Ketamin aus. Am 28. Oktober 2023 erhielt er drei Injektionen, die letzte gegen 13.30 Uhr. Als Kenneth Iwamasa gegen 16 Uhr ins Haus zurückkehrte, fand er Perry leblos im Whirlpool. Der Schauspieler starb mit 54 Jahren an den akuten Auswirkungen des Mittels.
Der Vorwurf an den Assistenten
Iwamasa kannte Perry seit rund 30 Jahren und arbeitete als dessen Assistent für ein Jahresgehalt von 150.000 Dollar in dessen Haus. Nach Gerichtsdokumenten verabreichte er ihm in den letzten Tagen sechs bis acht Injektionen täglich. Am 27. Mai 2026 wurde er in Los Angeles zu drei Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt, dazu zwei Jahren Bewährungshilfe und 10.000 Dollar Geldstrafe, wie CNN über die Verurteilung von Perrys Assistenten berichtet.
Die Schwester macht ihm nicht mangelndes Wissen, sondern eine Entscheidung zum Vorwurf: Er habe ihren Bruder seit 30 Jahren gekannt und gewusst, wogegen dieser kämpfte. Ihm habe offengestanden, den Job zu kündigen und sich an die Familie zu wenden.
„Er hätte es besser wissen müssen. Er hätte seinen Job kündigen und zu einem Familienmitglied kommen können, er hätte viele verschiedene Entscheidungen treffen können. Ich hatte wirklich das Gefühl, zutiefst getäuscht worden zu sein.“
Mia Perry Bowick über Perrys Assistenten Kenneth Iwamasa
Fünf Verurteilte und ein Sendetermin
Iwamasa ist nicht der einzige Verurteilte. Die Bundesbehörden erhoben 2024 Anklage gegen fünf Beschuldigte. Neben ihm wurden die Ärzte Salvador Plasencia zu zweieinhalb Jahren Haft und Mark Chavez zu acht Monaten Hausarrest verurteilt, der Mittelsmann Erik Fleming zu zwei Jahren Haft. Auch die Dealerin Jasveen Sangha gehört zu den fünf Verurteilten.
Mit dem Start der Doku am 27. Oktober wird der Streit um Verantwortung ein großes Publikum finden. Regisseurin Mary Robertson verteidigt, dass andere Beteiligte nicht vor die Kamera wollten: „Jeder trauert auf seine Art. Ich verstehe, warum jemand das Gefühl hat, dass jetzt nicht der Moment ist, darüber zu sprechen.“ Ob Iwamasa, Plasencia oder Chavez auf die Vorwürfe der Familie öffentlich reagieren, ist bislang offen.