Rosalie Thomass startet mit 7,97 Millionen im Franken-Tatort
Nach dem Ausstieg von Dagmar Manzel muss ein neues Duo den Franken-Tatort tragen. 7,97 Millionen sahen den Einstand von Rosalie Thomass – und die Kritik lobt den Neuanfang.
7,97 Millionen Zuschauer und 32,1 Prozent Marktanteil: Das Debüt von Rosalie Thomass (39) im Franken-„Tatort“ war die meistgesehene Sendung des Tages. „Gottesgarten“ lief am 25. Oktober um 20.15 Uhr im Ersten.
Der Posten war heikel. Zehn Fälle lang spielte Dagmar Manzel die Kommissarin Paula Ringelhahn, 2024 stieg sie aus. Fabian Hinrichs (51) ermittelte danach als Felix Voss allein, unterstützt nur von Eli Wasserscheid als Wanda Goldwasser. Auch im Kölner „Tatort" steht eine Nachfolge an: Ricarda Seifried beerbt Klaus J. Behrendt.
Thomass wollte keinen Grabenkampf zwischen den Ermittlern zeigen. „Ein Kompetenzgerangel fand niemand interessant“, sagt sie. „Wir hatten alle Lust darauf, ein normales menschliches Kennenlernen zu erzählen.“ Genau dort lag die heikelste Stelle des Abends: Die Redaktion setzte darauf, dass das neue Duo auch Zuschauer überzeugt, die zehn Jahre lang ein anderes Gespann kannten.
Vom Solo-Ermittler zum neuen Duo
2015
Start des Franken-Tatorts
Felix Voss, Paula Ringelhahn und Wanda Goldwasser ermitteln erstmals in Nürnberg.
2024
Dagmar Manzel steigt aus
Nach zehn Fällen endet Ringelhahns Zeit. Fabian Hinrichs ermittelt in einer Solo-Folge, unterstützt von Eli Wasserscheid.
20. Oktober 2026
dpa meldet den unaufgeregten Einstand
Die Nachrichtenagentur berichtet über das neue Team und Thomass' Satz, ein Kompetenzgerangel habe niemanden interessiert.
23. Oktober 2026
Vorab in der Mediathek
Mit Login ist „Gottesgarten“ in der ARD-Mediathek abrufbar; der Bayerische Rundfunk veröffentlicht sein Interview mit Thomass.
25. Oktober 2026
Erstausstrahlung mit 7,97 Millionen
Der erste gemeinsame Fall erreicht 32,1 Prozent Marktanteil und ist die meistgesehene Sendung des Tages.
Vom Stundenhotel in den Gottesgarten
Der Fall beginnt in Nürnberg. Dort wird der 30 Jahre alte Travestiekünstler Elias Schaller in einem Stundenhotel getötet – von dort führt die Spur des neuen Duos nach Oberfranken.
Als Kulisse dienen der Staffelberg, das Kloster Banz und die Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen. Die Region, in die es Voss und Rathgeber verschlägt, ist der Gottesgarten am Obermain mit Kloster Banz – zwischen Lichtenfels, Bad Staffelstein, Weismain und Ebensfeld.
Drehbuchautor Constantin Lieb kennt die Gegend aus eigener Anschauung: Er wurde in Lichtenfels geboren und wuchs in Ebensfeld und Bad Staffelstein auf. Regie führte Dustin Loose. Es ist der zwölfte Franken-„Tatort“ seit 2015.
Eine Ermittlerin, die nicht abgebrüht sein soll
Rathgeber ist keine hartgesottene Ermittlerin. Thomass beschreibt ihre Figur als „sehr offenen, neugierigen Menschen“, der nicht so schnell Urteile fällt, sondern „eher forschend in die Welt guckt und verstehen will“.
Thomass beschreibt Rathgeber als warm und empathisch, nicht als eine Ermittlerin, die angesichts menschlicher Abgründe abstumpft. Für Thomass war ohnehin die Chemie mit ihrem Partner entscheidend: „Wir hatten schon beim Casting große Freude daran, miteinander zu spielen“, sagt sie. Diese Chemie habe „für meine Zusage eine große Rolle gespielt“. Ein Grabenkampf war damit von Anfang an kein Thema.
Kritiker loben einen zarten Neuanfang
Die Urteile fielen überwiegend positiv aus. Der SPIEGEL sprach in seinem Schnellcheck zum Franken-Tatort von einem „harten Fall, zartem Neuanfang".
SWR3 vergab 3 von 5 „Elchen“, die teleschau-Kritik nannte „Gottesgarten“ einen der besten bisherigen Franken-Fälle. Der Tenor passt zur Ankündigung des Duos: Neuanfang ja, Machtkampf nein.
Wiederholung, Watchparty und der nächste Fall
Wer die Erstausstrahlung verpasst hat, kann „Gottesgarten“ in der ARD wiedersehen. Bereits seit dem 23. Oktober stand die Folge mit Login in der ARD-Mediathek.
Thomass selbst nahm den Abend nicht allein: „Es gibt eine Watchparty. Es ist mein erster Tatort als Ermittlerin. Das muss gediegen gefeiert werden", sagte sie vor der Ausstrahlung. Öffentlich zieht sie ohnehin klare Grenzen, etwa bei ihrer Toleranzgrenze bei der Menschenwürde. Die nächste neue „Tatort"-Folge kommt am 8. November aus Zürich: „Frei wie ein Adler".