Wasserschutzpolizei prüft nach Kollision Kapitän der Mein Schiff 3
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Schiffskollision

Wasserschutzpolizei prüft nach Kollision Kapitän der Mein Schiff 3

Beim Auslaufen in Bremerhaven erfasst eine Böe die „Mein Schiff 3“, das Schiff kollidiert mit zwei Containerschiffen. Die Polizei schätzt den Schaden siebenstellig – und ermittelt nun gegen Kapitän Jan Schubert.

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Die Kollision im Hafen von Bremerhaven bekommt für Kapitän Jan Schubert ein Nachspiel: Die Wasserschutzpolizei prüft, ob der Kapitän der „Mein Schiff 3“ seine Sorgfaltspflicht verletzt hat. Es geht um eine mögliche Ordnungswidrigkeit.

Am Abend des 25. Oktober war der Kreuzfahrer beim Auslaufen mit zwei festgemachten Containerschiffen zusammengestoßen. Die Polizei Bremen nennt als Ursache eine Windböe.

Der Schaden ist siebenstellig. Die Backbordseite des größeren Frachters ist auf mehreren Metern aufgerissen, Containerführungen wurden deformiert. An der „Mein Schiff 3“ traf es Rettungs- und Tenderboote, deren Kräne, die Außenhaut und die Brückennock. Verletzt wurde niemand.

Um 17 Uhr legt das Schiff ab

Eigentlich sollte die „Mein Schiff 3“ am Vormittag zur 20-tägigen Kanarenreise ablegen. Wegen der stürmischen Wetterlage verschob TUI Cruises die Abfahrt auf den Nachmittag.

Um 17 Uhr legte das Schiff mit Schlepperunterstützung von der Columbuskaje ab. Eine halbe Stunde später, auf Höhe der Stromkaje, erfasste eine Böe den Kreuzfahrer, er trieb auf die beiden festgemachten Frachter zu und kollidierte mit beiden.

Zum Zeitpunkt des Ablegens herrschten in Bremerhaven Windgeschwindigkeiten um 40 km/h, Windstärke 6. Meteorologen zeichneten Sturmböen von bis zu 95 km/h auf. Das stürmische Wetter ging auf Sturmtief „Manja“ zurück – die Polizei führt den Unfall auf eine Windböe als Ursache des Unfalls zurück.

Zurück an die Pier – niemand verletzt

Am Abend kehrte die „Mein Schiff 3“ zum Kreuzfahrtterminal zurück, die Passagiere blieben an Bord. „Unsere Restaurants und Bars stehen Ihnen wie gewohnt offen“, ließ Schubert die Gäste wissen und kündigte für den nächsten Vormittag weitere Informationen zum Zustand des Schiffes und zum Verlauf der Reise an.

„Wie sie sehen, sind wir wieder sicher an der Pier fest. Das Wichtigste zuerst: Nach derzeitigem Stand wurde niemand verletzt. Gleichzeitig haben wir erste Schäden am Schiff festgestellt. Diese werden nun umfassend von Experten geprüft. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns dafür die notwendige Zeit nehmen müssen.“
Jan Schubert, Kapitän der „Mein Schiff 3“

Der Kapitän bestätigte damit erste Schäden, ohne deren Umfang zu beziffern – die Prüfung durch Experten sollte Zeit brauchen. Am Abend veröffentlichte die Polizei eine erste Mitteilung mit zwei betroffenen Containerschiffen; TUI Cruises sprach zunächst von nur einem Frachter.

TUI Cruises sagt die Reise ab

Am Morgen des 26. Oktober beschrieb die Polizei Bremen das Schadensbild an allen drei Schiffen. Kurz darauf informierte Schubert die Gäste per Durchsage, dass die Reise nicht fortgesetzt wird.

TUI Cruises sagte die Reise „20 Nächte – Zeitlose Kanaren“ ab, ursprünglich geplant vom 25. Oktober bis 14. November. Kurzfristige Werftreparaturen seien nötig, teilte das Unternehmen mit. Die Passagiere verließen das Schiff – die Absage der Kanarenreise wegen Werftreparaturen traf rund 20 gebuchte Tage.

Prüfung wegen möglicher Ordnungswidrigkeit

Am Mittag des 26. Oktober wurde bekannt, dass die Wasserschutzpolizei gegen Schubert ermittelt. Geprüft wird, ob er seine Sorgfaltspflicht verletzt hat; es geht um eine mögliche Ordnungswidrigkeit. Ein Urteil über den Kapitän ist damit nicht gesprochen.

Die Dienststelle Schiffssicherheit verhängte für alle drei Schiffe ein Auslaufverbot. Für den kleineren Frachter ist es inzwischen aufgehoben, für die „Mein Schiff 3“ und das große Containerschiff gilt es weiter.

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Offen ist, wann die „Mein Schiff 3“ wieder in See sticht: Erst muss die Werft die Schäden an Rettungsbooten, Kränen und Außenhaut beheben, dann muss das Auslaufverbot fallen. Und mit dem Ergebnis der Prüfung entscheidet sich, ob ein Kreuzfahrtschiff bei Windstärke 6 und Böen bis 95 km/h überhaupt hätte ablegen dürfen.